International Finance Forum

Global Governance und internationale Zusammenarbeit in der Zeit nach der Pandemie Exklusiv

31.05.2021

von Wang Ran, Beijing

 

Am 29. Mai wurde in Beijing die Frühjahrskonferenz 2021 des International Finance Forum (IFF) eröffnet. Unter dem Motto „Das Zeitalter nach der Pandemie: Global Governance und internationale Zusammenarbeit" diskutierten die Teilnehmer Möglichkeiten zur „grünen Erholung" der Weltwirtschaft.



Chinas Erfolge in der Pandemiebekämpfung tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Erholung bei


Zhou Xiaochuan, ehemaliger Zentralbankgouverneur, machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, dass sich in der Folge der COVID-19-Krise die Schuldenrisiken einiger Entwicklungsländer verschärft hätten. Die G20-Länder haben im vergangenen Jahr daher eine Initiative zur Aussetzung der Schuldentilgung der ärmsten Länder und einen gemeinsamen Rahmen für den anschließenden Umgang mit den Schulden vorgeschlagen. China allein hat mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar an Schuldenerleichterungen bereitgestellt und ist damit das Land mit dem größten Schuldenerlassbetrag unter allen G20-Ländern. 


Derzeit beschleunigt China den Aufbau seines neuen Entwicklungsmusters des „dualen Kreislaufes“, bei dem der inländische Markt als „nationaler Kreislauf“ die Hauptstütze bildet, während er sich parallel mit den ausländischen Kreisläufen gegenseitig ergänzt.


China werde auch weiterhin die „Weltfabrik" und der „Weltmarkt“ sein, versicherte Zhou. Während die Inlandsnachfrage wächst, werde China gleichzeitig seine Öffnung weiter ausbauen. Chinas nachhaltige Entwicklung und Öffnung werden der Erholung der Weltwirtschaft starke Impulse verleihen.

 

Kristalina Georgiewa, Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), lobte ausdrücklich Chinas Bemühungen um eine weltweite Zusammenarbeit bei der Pandemiebekämpfung. Der IWF hatte seine Prognose für Chinas Wirtschaftswachstum für dieses Jahr zuvor auf 8,4 Prozent erhöht. Man geht derzeit davon aus, dass Chinas durchschnittlicher Beitrag zum globalen Wachstum bis 2026 mehr als ein Viertel betragen wird. Darüber hinaus hat auch Chinas Zielformulierung, ab 2060 netto kein Kohlenstoffdioxid mehr auszustoßen, sein Image als verantwortungsbewusstes wichtiges Land unter Beweis gestellt.

 
Jim Yong Kim, der 12. Präsident der Weltbank, sagte in seiner Rede, dass Chinas erfolgreiches Vorgehen in der Pandemiebekämpfung wichtige Lehren für die ganze Welt geliefert habe. Es habe sich eindeutig gezeigt, dass Investitionen in die Bereiche öffentliche Gesundheit und Medizin sehr kosteneffizient seien: Sie könnten nicht nur dabei helfen, Leben zu retten, sondern auch dabei, Geld zu sparen und das Wirtschaftswachstum fördern. Chinas schnelle Erholung von der Pandemie sei das beste Beispiel dafür.

 

Globale Zusammenarbeit stärken und gemeinsam die nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft fördern


UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte in seiner Rede, dass die derzeit noch bestehenden globalen Unterschiede bei den Impfungen verringert werden müssten, damit die Welt wirklich effektiv auf die Auswirkungen der Pandemie reagieren kann. Zudem gelte es, den Entwicklungsländern mehr Unterstützung für die Bewältigung der Schuldenkrise zu geben.


Georgieva sagte, dass die Erholung der Weltwirtschaft derzeit noch sehr ungleich verlaufe, was neue Risiken entstehen lasse. Während sich einige Industrieländer und Schwellenländer bereits deutlich erholen würden, würden arme Länder weiter zurückfallen. Sie forderte daher, dass alle Länder zusammenarbeiten sollten, um die am stärksten gefährdeten Länder zu unterstützen.

Der Co-Vorsitzende des IFF und ehemalige belgische Premierminister Herman van Rompuy warnte während des Forums, dass COVID-19 nicht die letzte Herausforderung für die Menschheit darstellen würde. Nur wenn alle Länder zusammenarbeiten, könnten sie auch zukünftige Herausforderungen bewältigen.

 

Diese Konferenz wurde in einer Kombination aus Online- und Offline-Veranstaltungen abgehalten. Neben der Eröffnungsfeier und der Plenarsitzung wurden 13 Sonderdiskussionen organisiert. Zu deren Themen gehörten unter anderem globale nachhaltige Finanzen, globale Zusammenarbeit gegen die Pandemie, globale Klimakooperation, CO2-Neutralität, digitale Währungen, Veränderungen und Herausforderungen der globalen Wirtschaftsstruktur oder die Grüne Seidenstraße. Während der Konferenz wurde zudem auch der „International Financial Forum China Report 2021" veröffentlicht.

 

Das International Finance Forum (IFF) ist eine internationale Organisation mit Sitz in Beijing. Seit der Gründung im Jahr 2003 wurden bislang erfolgreich 17 globale Jahreskonferenzen veranstaltet.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: IFF,Wirtschaft,Beijing,Pandemie