Suche nach dem COVID-19-Ursprung
Philippinen drängen auf Untersuchung des US-Labors in Fort Detrick
Philippinische Wissenschaftler, Journalisten und Unternehmer haben am Donnerstag in Manila eine Online-Petition initiiert, in der sie die Weltgesundheitsorganisation dazu auffordern, das US-Biolabor USAMRIID in Fort Detrick zu untersuchen. Mittlerweile gebe es etliche ungeklärte Fragen im Zusammenhang mit einem Laborunfall im Juli 2019, die dringend geklärt werden müssten.

In einer Online-Petition auf den Philippinen wird die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu aufgefordert, das „US Army Medical Research Institute of Infectious Diseases“(USAMRIID) in Fort Detrick im US-Bundesstaat Maryland auf seine mögliche Verbindung zur weltweiten Verbreitung von COVID-19 zu untersuchen.
Die Petition, die von dem in Manila ansässigen Internetradio „Global Talk News Radio“ initiiert wurde, beruft sich auf einen Laborvorfall im Juli 2019, der die US-Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC) dazu veranlasst hatte, die Einrichtung wegen „schwerwiegender Sicherheitsverstöße, insbesondere im Zusammenhang mit der Entsorgung gefährlicher Materialien" zu schließen. Dieses „Laborleck" soll damals in den USA eine seltsame „EVALI“ (Akronym für „E-cigarette, or vaping, product use associated lung injury“) genannte „Vaping-Krankheit" und eine „seltsame Grippe" verursacht haben.
„Bis heute ist Fort Detrick ein zu gefährliches Geheimnis, um von den WHO-Experten ignoriert zu werden", heißt es in der Online-Petition, die auf Change.org veröffentlicht wurde.
Die Antragssteller erklärten, es sei „absurd, dass die USA die WHO und ihren Generaldirektor unter Druck setzen, wertvolle Zeit mit der Entsendung einer zweiten Mission nach Wuhan zu verschwenden. Es gibt keine neuen Anschuldigungen, die auf China hindeuten".
Auf der anderen Seite gebe es jedoch „zu viele ernstzunehmende und glaubwürdige Berichte von Experten anderer Länder, die auf ein Auftreten von COVID-19 in ihren eigenen Territorien hinweisen, bevor das Virus am 31. Dezember 2019 in China entdeckt worden war", hieß es.
Leomil Aportedera, ein philippinischer Arzt, ist einer der Unterzeichner der Petition. Er berichtete, er habe die Petition unterzeichnet, nachdem er mehr über den Laborvorfall in Fort Detrick recherchiert hatte.
Herman Tiu Laurel, ein erfahrener Journalist und Analytiker, gehört ebenfalls zu der Gruppe philippinischer Journalisten, Unternehmer und Wissenschaftler, die hinter der Petition stehen. Die Petition wurde am 5. August auf einer virtuellen Pressekonferenz in Manila offiziell gestartet.
„Es gibt viele Ansichten über dieses Virus, und genau darum geht es uns: die Diskussion und die Untersuchung auszuweiten, damit wir ein gründliches und umfassendes Verständnis [von COVID-19] bekommen", erklärte Laurel.
Laurel kritisierte die Politisierung der Suche nach dem Ursprung des Virus. Viele „seriöse und glaubwürdige Berichte" von Wissenschaftlern und internationalen Medienunternehmen würden auf die Möglichkeit hindeuten, dass COVID-19 in den USA und Europa bereits existiert hatte, noch bevor der erste COVID-19-Fall in der zentralchinesischen Stadt Wuhan im Dezember 2019 gemeldet wurde.
Die Online-Kampagne, für die bisher Hunderte von Unterschriften gesammelt wurden, fordert auch „bestimmte Länder" auf, COVID-19 nicht weiter zu politisieren.
„Wir unterschreiben daher diesen Appell in der Hoffnung, dass wir uns Millionen von Menschen auf der ganzen Welt anschließen, die eine gemeinsame Grundlage suchen, damit die Wissenschaft und nicht die Politik und nicht der Rassismus die Oberhand gewinnt", heißt es in der Petition.
In einem der in der Petition aufgelisteten Links von der Online-Nachrichtenseite „New Jersey“ kommt zum Beispiel Michael Melham, Bürgermeister der Stadt Belleville in New Jersey, zu Wort. Dieser berichtet, dass er fünf Monate, nachdem er im November 2019 unter „Schüttelfrost, Halluzinationen und einem sprunghaften Anstieg der Temperatur" gelitten hatte, positiv auf COVID-19-Antikörper getestet worden sei.
Laurel erinnerte auch an die „Weltmilitärspiele“ (World Military Games), die im Oktober 2019 in Wuhan stattgefunden hatten und wo die Frau eines Mitarbeiters von Fort Detrick Berichten zufolge mitten in einem Radrennen zusammengebrochen war. Er zitierte auch einen Bericht der „Times of Israel“ vom April 2020, wonach die USA Israel und die NATO vor einem Krankheitsausbruch in China im November 2019 gewarnt hätten.
Darüber hinaus wurde SARS-CoV-2 auch in Abwasserproben aus den italienischen Städten Mailand und Turin im Dezember 2019 sowie in Abwasserproben aus Barcelona in Spanien im März 2019 nachgewiesen. Auch in Japan wurde bereits im August 2019 ein mit COVID-19 infizierter Patient nachgewiesen.

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