Italienische Studie wirft Fragen zur Herkunft von COVID-19 auf
Die aktuell vorliegenden Beweise für eine Infektion seien jedoch zu schwach, um diese Patienten definitiv als an dem Virus erkrankt zu diagnostizieren, räumten die Wissenschaftler ein. In ähnlichen retrospektiven Studien, die in anderen Ländern durchgeführt worden waren, wurde bereits über Verunreinigungen und falsch-positive Ergebnisse bei Nukleinsäuretests von COVID-19 berichtet.
Ein weiteres Ergebnis des italienischen Berichts ist, dass die Wissenschaftler mehrere Varianten des neuen Coronavirus entdeckt haben, die bereits vor der dem Ausbruch der weltweiten Pandemie zirkulierten.
„Diese Ergebnisse bestätigen die jüngsten rechnerischen Erkenntnisse, dass sich mehrere SARS-CoV-2-Linien zumindest einige Wochen vor den ersten gemeldeten COVID-19-Fällen weltweit verbreitet hatten", heißt es in dem Papier.
Auf der Grundlage der untersuchten Beweise fanden sie heraus, dass einige der Mutationen des Coronavirus, über die erstmals im Januar 2020 berichtet wurde, bereits im Oktober 2019 in Stämmen aus Norditalien vorhanden waren. Daher vermuten sie, dass eine Linie des Virus, die sich wesentlich von dem Stamm unterscheidet, der erstmals im Dezember 2019 in Wuhan in der Provinz Hubei auftrat, bereits in der Region zirkuliert hatte. Dies könnte das voraussichtliche Datum des Vorläufers von SARS-CoV-2 auf Ende Juni 2019 bis Ende August 2019 verschieben, heißt es in der Studie.
„Obwohl es möglich ist, dass die Viren, die die Mutationen tragen, nach Europa importiert wurden, ist es auch denkbar, dass sich diese Mutationen parallel außerhalb Chinas entwickelt haben, als das Virus in anderen geografischen Gebieten zirkulierte, wie auch schon zuvor vermutet wurde", so die Studie.
Ein in Beijing ansässiger Epidemiologe, der um Anonymität bat, erklärte, die Studie stütze die Hypothese, dass SARS-CoV-2 in verschiedenen Teilen der Welt entstanden sein und sich weiterentwickelt haben könnte, bevor es schließlich zum ersten gemeldeten Ausbruch in Wuhan kam.
„Dies ist ein Grund für Wissenschaftler auf der ganzen Welt, die Gefrierschränke ihrer Labors, Blutbanken und andere Probenlager auf Spuren von SARS-CoV-2 und seinen verwandten Versionen zu überprüfen", forderte der Experte. Solche retrospektiven Studien hätten in der Vergangenheit bereits zu überraschenden Entdeckungen über Coronaviren geführt.












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