Keine Bedrohung für die chinesische Armee

Großbritannien schickt „weniger leistungsfähige" Kriegsschiffe nach Asien-Pazifik

08.09.2021

Nach der jüngsten Fahrt des Flugzeugträgers HMS Queen Elizabeth in den asiatisch-pazifischen Gewässern schickt Großbritannien nun zwei weitere Kriegsschiffe in die Region, um diese dort dauerhaft zu stationieren. Allerdings handelt es sich dabei um nicht sehr leistungsstarke Schiffe, weshalb der Schritt als mehr politisch denn militärisch motiviert zu betrachten sei, so chinesische Militärexperten.


Der Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth nimmt am 27. Mai 2021 an einer NATO-Übung vor der Küste von Portugal. (Foto: VCG)


Mit zwei Patrouillenschiffen, die am Dienstag von einem britischen Marinestützpunkt ausliefen, hat das Vereinigte Königreich Berichten zufolge damit begonnen, seine Kriegsschiffe dauerhaft im asiatisch-pazifischen Raum zu stationieren - zu einer Zeit, in der die USA ihre Verbündeten in der Region versammeln, um China zu konfrontieren und einzudämmen.

 

Chinesische Analysten erklärten am Dienstag, dass die nur mit leichten Waffen ausgerüsteten britischen Schiffe lediglich ihre Präsenz nach dem Brexit zeigen wollten und ein politisches Zeichen dafür seien, dass sich das Vereinigte Königreich der Führung der USA beugt. Und genauso wenig wie die aktuelle Fahrt des Flugzeugträgers „HMS Queen Elizabeth“ in die Region könnten auch diese Schiffe eine militärische Bedeutung erlangen oder eine echte Bedrohung für die chinesische Volksbefreiungsarmee (VBA) darstellen.

 

Die „HMS Tamar“ und die „HMS Spey“ verließen am Dienstag den Hafen von Portsmouth und machten sich auf den Weg in die indo-pazifische Region, wie der offizielle Twitter-Account der Royal Navy für den Marinestützpunkt Portsmouth mitteilte.

 

Die ständige Stationierung der beiden britischen Kriegsschiffe in asiatischen Gewässern wurde vereinbart, da China „mit den USA und Japan um Einfluss wetteifert" und „in den letzten Monaten die Besorgnis über Chinas territoriale Ambitionen in der Region, einschließlich Taiwan, gewachsen ist", berichtete Reuters schon im Juli, als die Mission zum ersten Mal angekündigt worden war.

 

Aus technischer Sicht würden die beiden Schiffe jedoch nur minimalen Einfluss auf das militärische Kräftegleichgewicht in der Region haben und keine militärische Bedrohung für China darstellen, so die Analysten.

 

Die Schiffe haben eine Verdrängung von jeweils 2.000 Tonnen und eine Besatzung von jeweils etwas mehr als 40 Personen, wie das britische Medienunternehmen Navy Lookout am Montag berichtete. Mit einer 30-mm-Kanone und anderen leichten Verteidigungswaffen seien die britischen Patrouillenschiffe „weder in der Lage noch dazu bestimmt, das militärische Gleichgewicht in der Region zu beeinflussen", hieß es dort weiter.

 

Aufgrund der geringen Verdrängung und der einfachen Bewaffnung sei dieser Schiffstyp nur in der Lage, nicht-traditionelle Sicherheitsaufgaben in Küstengewässern mit begrenzter umfassender Kampffähigkeit zu erfüllen, was ihn zu einem Schiff der Küstenwache mache, erläuterte Song Zhongping, ein chinesischer Militärexperte und Fernsehkommentator, am Dienstag gegenüber der Global Times. Im Vergleich zu den Schiffen der chinesischen Küstenwache, von denen einige eine Verdrängung von mehr als 10.000 Tonnen haben, würden die britischen Schiffe über keine Vorteile verfügen, so Song.

 

Ohne eine angemessene Bewaffnung - wie zum Beispiel Raketen - könnten die britischen Schiffe nicht einmal mit einigen der einfachsten chinesischen Überwasserkampfschiffe, wie der 1.300 Tonnen schweren Korvette Typ 056, mithalten, so Beobachter.

 

Wenn man sich diese Fakten bewusst macht, komme man schnell zu der Erkenntnis, so die Beobachter: Das Vereinigte Königreich habe diese Schiffe nur entsendet, um seine Präsenz als Weltmacht auch nach dem Brexit zu demonstrieren und der indopazifischen Strategie der USA Folge zu leisten. Dieser Schritt sei daher von größerer politischer als militärischer Bedeutung.

 

Zhang Junshe, ein leitender Wissenschaftler am PLA Naval Military Studies Research Institute, erklärte am Dienstag gegenüber der Global Times, dass Großbritannien mit der ständigen Stationierung von Kriegsschiffen im asiatisch-pazifischen Raum versuche, seinen nach dem EU-Austritt verlorenen globalen Einfluss wiederherzustellen. Ein weiteres Ziel sei es, seine Loyalität gegenüber den USA, die derzeit ihre Verbündeten in der Region um sich scharen, zu demonstrieren, so Zhang. 


Die britischen Kriegsschiffe mussten von sehr weit weg in die asiatisch-pazifische Region fahren, um ihre politische Botschaft - dass das Vereinigte Königreich ein Verbündeter der USA ist und für Washington einen Nutzen hat - zu senden, so Song. Indem das Vereinigte Königreich seine neuesten Kriegsschiffe in den asiatisch-pazifischen Raum bringt, könnte es zudem auch darauf abzielen, einige seiner neuesten maritimen Ausrüstungen an Länder in der Region zu verkaufen, analysierte Song weiter.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Großbritannien,Kriegsschiffe,Asien-Pazifik,China