Internet-Säuberungskampagne: China schaltet mehr als 4.000 illegale Webseiten ab

10.09.2021


China hat im Rahmen seiner Säuberungskampagne im Internet mehr als 400.000 vulgäre und schädliche Informationen entfernt und 4.800 Webseiten geschlossen. Sechs Ministerien und Behörden hatten die Kampagne im Juni gemeinsam gestartet, wie das Nationale Amt gegen Pornografie und illegale Veröffentlichungen am Mittwoch mitteilte.

 

Das Amt forderte außerdem Webseiten- und Plattformbetreiber dazu auf, mehr als 20 Millionen vulgäre und schädliche Informationen zu entfernen und mehr als acht Millionen illegale Konten zu löschen.

 

In einem Fall untersuchten die Behörden in Jinhua in der ostchinesischen Provinz Zhejiang den Fall einer Webseite, die obszöne Videos und Bilder verbreitete. Die Kunden wurden mit geheimen Angeboten über Online-Einkaufsplattformen und soziale Medien angelockt. In diesem Fall wurden mehr als 8.000 Videos und 50.000 Bilder verbreitet, die mehr als 100.000 Menschen erreichten. Die meisten von ihnen waren Minderjährige und Schüler. Der Haupttäter mit Nachnamen Jiang wurde vor kurzem zu sechs Jahren Haft verurteilt, ein weiterer zu drei Jahren.

 

Die Kampagne konzentrierte sich auf die Bekämpfung chaotischer Phänomene in Unterhaltungskreisen, der Sucht Minderjähriger nach Online-Spielen und Problemen wie Online-Verhalten, welche die Marktordnung störten. Sie richtete sich zudem gegen Handlungen, welche die Rechte und Interessen der Nutzer verletzten, die Datensicherheit gefährdeten und gegen die Vorschriften zum Ressourcen- und Qualifikationsmanagement verstießen.

 

Am 8. Mai kündigte die chinesische Cyberspace-Verwaltung eine „Klar und hell“-Kampagne an, die gegen illegales Online-Verhalten vorgeht. Sie schließt chaotische Phänomene im Unterhaltungssektor und irrationale Verhaltensweisen von Fangruppen mit ein.

 

Am 27. August legte die Cyberspace-Verwaltung zehn Maßnahmen fest, welche die Dringlichkeit der Regulierung der Fangruppenkultur erhöhen sollen. Ferner sollen sie politische und ideologische Sicherheit im Internet gewährleisten und die Plattformen bei der Umsetzung der Maßnahmen überwachen. Zu den Maßnahmen gehören die Streichung aller Ranglisten von Entertainern, das Verbot von Foren, die zu Kämpfen, welche zu Chaos führen aufrufen, und die Aufforderung an die Behörden, Fangruppen besser zu steuern. 

 

Um die Spielsucht von Minderjährigen zu verhindern, hat Chinas Nationale Presse- und Veröffentlichungsbehörde, am 30. August eine neue Verordnung erlassen. Sie sieht vor, dass Internetspielanbieter Minderjährigen freitags, an Wochenenden und offiziellen Feiertagen nur eine Stunde lang von 20 bis 21 Uhr zur Verfügung stehen dürfen.

 

„Seit dem Start der Kampagne hat sich das Internetumfeld deutlich verbessert. Die Ordnung auf dem Netzmarkt ist einheitlicher geworden“, sagte ein Verantwortlicher der Behörde.

 

Allerdings seien Probleme wie wertorientierte Abweichungen und vulgäre Inhalte nicht vollständig eingedämmt worden. Dies weise darauf hin, dass die Kampagne fortgesetzt werden sollte, sagte er.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Säuberungskampagne,Internet