China startet ersten Satelliten zur Erforschung der Sonne

15.10.2021

Am Donnerstag hat China mithilfe einer Langer Marsch-Trägerrakete den ersten Satelliten zur wissenschaftlichen Erforschung der Sonne – vor allem des H-Alpha-Bandes - in die Umlaufbahn gebracht. Damit tritt China nun in das „Zeitalter der Sonnenforschung“ ein.


Foto: People's Daily


China hat am Donnerstagabend erfolgreich den ersten wissenschaftlichen und technologischen Experimentiersatelliten des Landes zur Erforschung der Sonne in die vorgesehene Umlaufbahn gebracht. Der Satellit ermöglicht die weltweit erste Beobachtung des H-Alpha-Bandes der Sonne mit einem abbildenden Spektrometer und markiert damit Chinas Eintritt in die Ära der Sonnenforschung.

 

Der Satellit wurde zusammen mit zehn anderen Satelliten in einem einzigen Start mit einer flüssigkeitsbetriebenen Langer-Marsch-2D-Trägerrakete vom Kosmodrom Taiyuan in der nordchinesischen Provinz Shanxi am Donnerstag gegen 19 Uhr ins All gebracht.

 

Die Shanghai Academy of Spaceflight Technology (SAST), die den Satelliten entwickelt und hergestellt hat, stellte vor, dass der Satellit 510 Kilogramm wiege und in einer Höhe von 517 Kilometern auf einer sonnensynchronen Umlaufbahn in der Abenddämmerung operieren werde. Er ist mit einem abbildenden Spektrometer ausgestattet, das als erstes in der Welt spektrale Bildbeobachtungen des H-Alpha-Bandes der Sonne durchführen wird.

 

Das H-Alpha-Band ist eine der besten Spektrallinien zur Untersuchung der Sonnenaktivität. Durch die Analyse der Daten dieser Linie können Änderungen von physikalischen Größen wie der Temperatur oder der Geschwindigkeit der Atmosphäre während einer Sonneneruption ermittelt und der dynamische Prozess sowie der physikalische Mechanismus der Sonneneruption untersucht werden. Außerdem wird der Satellit erstmals die Magnetschwebetechnologie in der Umlaufbahn einsetzen, um die Genauigkeit und Stabilität während des Betriebs zu erhöhen.

 

Die Langer Marsch-2D-Rakete, die in den vergangenen 30 Jahren alle 54 Starts erfolgreich absolviert hat und daher auch als „Goldmedaillen-Rakete" bezeichnet wird, verfügt über einen Startschub von 300 Tonnen, der 1,2 Tonnen an Lasten auf eine zirkuläre, sonnensynchrone Umlaufbahn von 700 Kilometern befördern kann, und ist in der Lage, mehrere Satelliten mit unterschiedlichen Anforderungen an die Umlaufbahn auf einmal zu starten. In den vergangenen 30 Jahren hat die Trägerrakete eine Reihe von Schwergewichten der chinesischen Satellitengeschichte ins All gebracht, darunter die Quantenexperimente im Weltraum, die unter dem Spitznamen „Mozi“ bekannt sind, den Teilchenforscher für Dunkle Materie „Wukong" (Der Affenkönig aus „Die Reise nach Westen“) und den Kohlendioxid-Überwachungssatelliten „TanSat“. 


Mit der Rakete wird auch der erste Versuch unternommen, abgestürzte Raketenteile mit Hilfe von waffelartigen Gitterflossen präzise zur Erde zu leiten. Sie wird die Lage der ersten Raketenstufe bei der Rückkehr zur Erde kontrollieren und ist in der Lage, die Landefläche um mehr als 80 Prozent zu verkleinern, wodurch der Landepunkt des Fahrzeugs genauer und kontrollierbarer wird. Dadurch kann die Sicherheit der Umgebung erheblich verbessert werden. Ein weiteres Highlight der Mission ist, dass der Satellit Laser- und Mikrowellen-Kommunikationsmethoden nutzt, um einen 5G-Hochgeschwindigkeits-Kommunikationskanal einzurichten, der die Effizienz und Zuverlässigkeit der Kommunikation zwischen den Satelliten weiter verbessert.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Sonnenforschung,Langer Marsch-Trägerrakete,H-Alpha-Band