Weltrekord
China testet erfolgreich 500-Tonnen-Feststoffraketentriebwerk
Forscher der Akademie für Feststoff-Antriebstechnik für die Luft- und Raumfahrt (AASPT) haben am Dienstag bekanntgegeben, dass sie in Xi'an, der Hauptstadt der nordwestchinesischen Provinz Shaanxi, erfolgreich einen Lauftest eines im Inland entwickelten Feststoffraketentriebwerks mit einer Schubkraft von mehr als 500 Tonnen durchgeführt und damit einen Weltrekord in diesem Bereich aufgestellt hätten.

Ein Screenshot der CCTV news.
Die AASPT, die dem staatlichen Luft- und Raumfahrtriesen China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC) angegliedert ist, gab bekannt, dass das Feststofftriebwerk mit einem Durchmesser von 3,5 Metern eine Treibstoffmenge von 150 Tonnen erreichte.
Der erfolgreiche Test signalisiert einen bedeutenden Fortschritt in der chinesischen Feststoffträgerraketen-Technologie und legt den Grundstein für die Entwicklung einer Technologie für große Schwerlast-Trägerraketen.
Nach Angaben der Akademie hat die Entwicklung des Feststofftriebwerks mit 500 Tonnen Schubkraft das Stadium der technischen Anwendung erreicht, gleichzeitig schuf der bahnbrechende Test ein wichtiges technologisches Bindeglied für die Entwicklung eines chinesischen Feststofftriebwerks mit 1000 Tonnen Schubkraft.
Die Erforschung und Entwicklung der Raketentriebwerkstechnologie konnten die Entwicklung von Trägerraketen in mehreren Schritten vorantreiben.
2009 entwickelte China ein Feststofftriebwerk mit einem Durchmesser von zwei Metern und einer Schubkraft von 120 Tonnen, zur damaligen Zeit ein Rekord, der die Entwicklung der ersten chinesischen Feststoffträgerrakete, der Langer Marsch-11, unmittelbar vorantrieb.
2016 erhielt die erste gebündelte Feststoffträgerrakete des Landes- die Langer Marsch-6A - durch die erfolgreiche Verbindung von Triebwerken mit 120 Tonnen Schubkraft eine staatliche Entwicklungsgenehmigung.
Die Einführung eines Feststofftriebwerks mit einem Durchmesser von 2,6 Metern und einer Schubkraft von 200 Tonnen war 2019 ausschlaggebend für die Projektgenehmigung zur Entwicklung der kommerziellen Trägerrakete Smart Dragon-3 (SD-3).
Nach Angaben der Chinesischen Akademie für Trägerraketentechnologie (CALT) ist die SD-3 mit einem Durchmesser von 2,64 Metern und einem Nasenkonus von 3,35 Metern die größte und stärkste Rakete der Smart-Dragon-Serie. Sie ist in der Lage, eine Nutzlast von 1,5 Tonnen in eine sonnensynchrone Umlaufbahn von 500 Kilometern zu befördern und soll den Marktbedarf für den Start großer kommerzieller Satellitenkonstellationen decken, da sie bis zu 20 Satelliten auf einmal transportieren kann.
Nach Angaben der CALT würde die SD-3 die Stückkosten bei Nutzlasten auf 10.000 Dollar pro Kilogramm senken, was die starke Wettbewerbsfähigkeit des Modells auf dem Markt unterstreicht.
Die Forscher der Akademie glauben, dass das neue Triebwerk mit 500 Tonnen Schubkraft mehr Möglichkeiten für große und schwere Trägerraketen bietet.
Der Lauftest des leistungsstarken Feststofftriebwerks stelle einen neuen Höhepunkt in diesem Bereich dar und habe Chinas groß angelegte Feststoffraketentechnologie auf ein weltweit führendes Niveau gehoben, seine neuen Feststoffträgerraketen könnten so künftig mit einem leistungsfähigeren und kostengünstigeren fortschrittlichen Antrieb ausgestattet werden, erklärten Beobachter. Auch die Wettbewerbsfähigkeit der Feststoffraketen auf dem Markt für kommerzielle Raumfahrtstarts werde sich dadurch erheblich verbessern.
Auf Basis des einzigen Feststofftriebwerks mit 500 Tonnen Schubkraft hat sich die Akademie die Erforschung eines fünfstufigen Triebwerks mit einem Durchmesser von 3,5 Metern und einem Gesamtschub von mehr als 1.000 Tonnen zum Ziel gesetzt, das in den Boostern von Groß- und Schwerlasttriebwerken eingesetzt werden soll.
Diese neue Technologie würde den Anforderungen des chinesischen Raumfahrtprogramms entsprechen, beispielsweise bei bemannten Mondlandungen und der Erforschung des Weltraums, gab die Akademie bekannt.

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