Chinesischer Militärexperte: WSJ-Bericht über Chinas Militärbasis an Afrikas Atlantikküste „nicht wahr"
Der Bericht über Chinas Plan, seinen ersten ständigen Militärstützpunkt im Atlantischen Ozean zu errichten, sei nicht wahr und der jüngste Schachzug der USA, die Bedrohung durch China hochzuspielen. Dies erklärten chinesische Militärexperten als Reaktion auf einen Bericht des Wall Street Journal, in dem US-Beamte mit der Aussage zitiert wurden, China beabsichtige, einen Militärstützpunkt im westafrikanischen Äquatorialguinea zu errichten.

Ein Arcivfoto vom US-Pentagon. (Xinhua/Liu Jie)
In dem am Sonntag veröffentlichten Bericht des Wall Street Journal heißt es, dass US-Beamte es ablehnten, auf Einzelheiten der „geheimen nachrichtendienstlichen Erkenntnisse" einzugehen, aber dass „die Berichte die Aussicht eröffnen, dass chinesische Kriegsschiffe in der Lage sein könnten, gegenüber der Ostküste der USA auf- und nachzurüsten", was eine Bedrohung darstelle, die im Weißen Haus und im Pentagon die Alarmglocken schrillen lasse.
Es kommt nicht selten vor, dass die USA „Informationen" über den Bau einer chinesischen Militärbasis im Ausland „veröffentlichen“ und die „chinesische Bedrohung" hochspielen. In früheren Berichten wurde unter Berufung auf US-Geheimdienste behauptet, China baue Militärstützpunkte in Sri Lanka, im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Tadschikistan, in Argentinien und Abu Dhabi oder beabsichtige, solche zu errichten.
Tatsache ist jedoch, dass China nur über einen einzigen Stützpunkt im Ausland verfügt, und zwar in Dschibuti, der zugleich Chinas erste Auslandsbasis ist. Der Stützpunkt wurde im August gebaut und in Betrieb genommen, und das chinesische Verteidigungsministerium hatte seine Verhandlungen mit Dschibuti über den Bau einer Unterstützungseinrichtung am 26. November 2015 angekündigt. Dies bedeute, dass China Informationen offen und im Voraus veröffentlichen werde, falls es einen zweiten Stützpunkt in Übersee bauen wolle, so Analysten.
Ein namentlich nicht genannter Militärexperte erklärte gegenüber der Global Times, dass der Artikel des Wall Street Journal nicht der Wahrheit entspreche. Die USA hätten häufig Informationen über Chinas Errichtung von Militärbasen in Übersee aufgebauscht, um die Theorie der „chinesischen Bedrohung" aufzublähen, erklärte der Experte und merkte an, dass die USA China an mehreren Fronten einkreisen würden, sei es politisch, wirtschaftlich oder militärisch.
Selbst wenn China den Bau eines Stützpunktes im Ausland planen würde, wäre dies nicht mit den USA vergleichbar, die fast 800 Militärstützpunkte in mehr als 80 Ländern besitzen. Es sei normal, dass China aus humanitären Rettungszwecken an irgendeinem Ort einen Stützpunkt errichte, so der Experte.
Der Stützpunkt in Dschibuti spielte eine Rolle bei humanitären Rettungsaktionen in Gebieten wie dem Golf von Aden und den Gewässern vor Somalia, insbesondere während der COVID-19-Pandemie.
Medienberichten zufolge hat China seit Dezember 2008 Geleitflotten in den Golf von Aden und in die Gewässer vor Somalia entsandt und dabei mehr als 1.500 Geleitschutzaufgaben erfüllt.












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