Maifeiertage
China schreibt trotz US-Zölle weiter Erfolgsgeschichten Exklusiv
von Oliver Eschke
Während die US-Zollpolitik derzeit das Land selbst und Teile der Welt ins Chaos stürzt, beeindruckt China konstant mit guten wirtschaftlichen Ergebnissen, wie zuletzt während der Maifeiertage wieder deutlich wurde. Wie gelingt dem Land trotz der geopolitischen Unsicherheiten eine solch widerstandsfähige und solide wirtschaftliche Entwicklung?
Ein Blick auf den Yangpu International Container Port in der Stadt Danzhou in der südchinesischen Provinz Hainan. (9. Januar 2025, Xinhua)
Die jüngsten Entwicklungen belegen eindrucksvoll, dass sich Chinas Wirtschaft nicht nur von der Pandemie erholt hat, sondern sogar stärker aus dieser Krise herausgekommen ist.
Während viele Industrienationen noch mit den Nachwehen der Pandemie und mit der aktuellen geopolitischen Instabilität zu kämpfen haben, demonstriert die Volksrepublik eine beeindruckende Widerstandskraft – sowohl im Tourismussektor als auch angesichts der protektionistischen Maßnahmen, die quasi täglich aus Washington verhängt werden.
Der Tourismus boomt wie nie zuvor: Allein während der Goldenen Woche zum Nationalfeiertag im Oktober 2024 verzeichnete China 765 Millionen Inlandsreisen, mit denen Einnahmen in Höhe von 701 Milliarden Yuan (87 Milliarden Euro) generiert wurden – ein klares Signal, dass das Land als Reiseziel wieder vollständig zurück ist.
Diese Dynamik setzte sich während der gerade beendeten Maifeiertage fort, als 314 Millionen Inlandsreisen gezählt wurden. Die dadurch generierten Einnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 8 Prozent auf 180 Milliarden Yuan (22 Milliarden Euro). Bei den Museumsbesuchen wurde mit über 60 Millionen sogar ein neuer Allzeitrekord aufgestellt. Die Umsätze bei Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben stiegen während der Maifeiertage landesweit um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Kontinuierlich hat China in den letzten Jahrzehnten ein landesweites Infrastrukturnetz auf Land, in der Luft und auf Wasser gebaut, das Reisen in mittlerweile fast jeden Teil des Landes einfach und bequem macht. Kein Wunder also, dass im Mai neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Shanghai oder Beijing insbesonders kleinere abgelegene landschaftlich reizvolle Orte beliebt waren. Vom 29. April bis zum 6. Mai wurden insgesamt 151 Millionen Fahrgastfahrten auf dem nationalen Bahnnetz durchgeführt, was einem Anstieg von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allein am ersten Feiertag wurden 23,12 Millionen Fahrgäste befördert, was einen neuen Tagesrekord darstellt. An diesem Tag verkehrten 13.752 Züge auf dem Netz – so viele wie noch nie zuvor in Chinas Geschichte.
Ausländische Touristen füllen am Pudong International Airport in Shanghai Einreisekarten aus. (26. Januar 2025, Xinhua)
Für ausländische Reisende machen es in vielen Fällen zudem die Visaerleichterungen einfach, das in den sozialen Medien beliebte Schlagwort „China Travel“ selbst zu erleben. Die 240-stündige Visafreiheit und die Steuerrückerstattung für Einkäufe ausländischer Touristen haben den Einreisetourismus rund um den Feiertag umfassend angekurbelt. Etwa 380.000 ausländische Staatsangehörige reisten während der fünf Feiertage zum 1. Mai visafrei ein, ein Anstieg von 72,7 Prozent. Daten der Reiseplattform Trip.com haben gezeigt, dass die Reisebuchungen nach China in diesem Zeitraum um 130 Prozent gestiegen sind. In der Folge gaben internationale Reisende während dieser Feiertage 128 Prozent mehr aus als im Vorjahr.













