Wegen US-Zöllen wollen deutsche Autohersteller engere Zusammenarbeit mit China
Tiefgreifende strukturelle Herausforderungen
Der Gewinneinbruch der deutschen Automobilhersteller ist nicht nur auf kurzfristige Zollschocks zurückzuführen, sondern auch auf eine Reihe umfassenderer struktureller Herausforderungen.
Denn die US-Zölle wirken sich auf die gesamte Lieferkette aus. Da die Vereinigten Staaten 50-prozentige Zölle auf importierten Stahl, Aluminium und andere Materialien erheben, geben die vorgelagerten Lieferanten die steigenden Kosten an die Hersteller weiter, wodurch die ohnehin schon knappen Margen weiter unter Druck geraten.
Laut VDA exportierte Deutschland im Jahr 2024 rund 450.000 Fahrzeuge in die Vereinigten Staaten. Im gleichen Zeitraum produzierten deutsche Automobilhersteller mehr als 840.000 Fahrzeuge in US-Werken, von denen etwa die Hälfte weltweit exportiert wurde. Dieses grenzüberschreitende Produktionsmodell ist besonders anfällig für plötzliche politische Kurswechsel.
Volkswagen-Chef Oliver Blume sagte, die US-Werke des Konzerns seien von den Zollerhöhungen stark betroffen und hätten allein im ersten Halbjahr zusätzliche Kosten in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verursacht. Jürgen Rittersberger, Finanzvorstand von Audi, bezifferte die Verluste der Marke aufgrund der Zölle auf rund 600 Millionen Euro.
Besucher betrachten Volkswagen-Fahrzeuge auf der 21. Shanghai International Automobile Industry Exhibition in Shanghai, 1. Mai 2025. (Xinhua/Fang Zhe)
Seit Anfang 2024 haben mehrere Automobilhersteller und Zulieferer, darunter Ford, Stellantis, Volkswagen, ZF und Bosch, Entlassungen oder Werksschließungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern angekündigt.
Schrumpfende Auftragsbücher, steigende Energie- und Arbeitskosten untergraben die industrielle Wettbewerbsfähigkeit der Region. Gleichzeitig hinken deutsche Autohersteller im Wettlauf um die Elektrifizierung weiterhin hinter ihren US-amerikanischen und chinesischen Konkurrenten hinterher.












