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Vom Testfeld zum Vorbild

45 Jahre Sonderwirtschaftszone Shenzhen Exklusiv

german.china.org.cn  |  
25.08.2025

von Robert Fitzthum

Die Sonderwirtschaftszone Shenzhen feiert dieses Jahr das 45. Gründungsjubiläum. Aus einem kleinen Fischerdorf mit 300.000 Einwohnern wurde innerhalb von 45 Jahren eine 18-Millionen-Metropole, eine unglaubliche und unvergleichliche Entwicklung.

Am 26. August 1980 genehmigte der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses die „Verordnungen für Sonderwirtschaftszonen in der Provinz Guangdong“, wodurch Shenzhen zur ersten Stadt Chinas wurde, in der offizielle Sonderwirtschaftszone eingerichtet wurde. China benötigte Ende der 1970er Jahre dringend ein neues Entwicklungsmodell, um die Bevölkerung besser zu versorgen. Die Regierung testete damit eine exportorientierte Entwicklungsstrategie, die Auslandskapital anziehen sollte. Shenzhen wurde unter anderem als Standort ausgewählt, um in einer ersten Phase Kapital von Auslandschinesen anzuziehen, die oft auch aus der Provinz Guangdong stammten, was die Zusammenarbeit durch die gemeinsame Sprache und Kultur erleichterte. Shenzhen zog von Beginn an riesige Auslandsinvestitionen an und schuf Millionen Arbeitsplätze. Die Gründung der chinesischen Sonderwirtschaftszonen ist der unkonventionellen dynamischen Denkweise des chinesischen Staatsmanns Deng Xiaoping zu verdanken. Ich konnte vor einigen Jahren seine Statue auf dem Lianhua-Berg in Shenzhen besuchen, wo er lächelnd und zufrieden auf die vielen neuen Wolkenkratzer des Geschäftszentrums hinunterblickt.   

Die Einrichtung der Shenzhen-SWZ markiert einen bedeutenden Meilenstein in Chinas 1978 beschlossener Reform und Öffnung und bietet unschätzbare Erfahrungen für die Reform des Wirtschaftssystems des Landes und die Öffnung zur Außenwelt.

Gigantische Entwicklung – sowohl quantitativ als auch qualitativ

Die Wirtschaft Shenzhens schoss danach raketenartig in die Höhe: schon bis 1985 hatte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zu 1980 vervierzehnfacht. Nach Angaben der lokalen Regierung hat sich Shenzhens BIP von 270 Millionen Yuan im Jahr 1980 auf 3,68 Billionen Yuan (umgerechnet ca. 440 Milliarden Euro) im Jahr 2024 erhöht, eine durchschnittliche jährliche Steigerung von mehr als 18 Prozent. Damit übertrifft Shenzhen nicht nur den nationalen und provinziellen Durchschnitt, Shenzhen belegt damit auch den ersten Platz unter Chinas First-tier Städten.


Eine Luftaufnahme vom Dasha-Fluss im Nanshan-Bezirk der Stadt Shenzhen. (7. Januar 2019, Xinhua)

Im Zuge der Expansion und des zunehmenden Fokus auf Innovation und Technologie siedeln sich Tech-Giganten wie Tencent, BYD, DJI und Huawei in Shenzhen an und die Stadt wurde Chinas „Silicon Valley“.

Im Jahr 2010 wurde die SWZ, die zuerst nur auf die Bezirke Luohu, Futian, Nanshan und Yantian beschränkt war, auf die ganze Stadt erweitert.

Shenzhen ist nun Heimat von zehn Fortune Global 500-Unternehmen, Heimat von über 25.000 Nationalen Hightech-Unternehmen, mit 241.900 im Jahr 2024 genehmigten Patenten landesweit führend. Von 2016 bis 2021 allein wurden 40.000 Unternehmen mit ausländischem Kapital angesiedelt.

Shenzhen verfolgt die Strategie, die Entwicklung neuer, innovativer Produkte nicht nur zu fördern, sondern diese nach Möglichkeit auch in der Stadt einzusetzen, um so den Unternehmen einen wichtigen Praxistest zu ermöglichen. So wurden schon 1,7 Millionen Fracht-Drohnenflüge absolviert und eine erste Verteilerstation für die Lieferungen von Paketen im Rahmen der „Wirtschaft in niedriger Flughöhe“ eröffnet. In den Parks sind nun intelligente Fitnessgeräte vorhanden. 70 DeepSeek-betriebene „KI-Beamte“ arbeiten im Futian-Bezirk im Büro mit einer gemessenen Genauigkeitsrate von über 95 Prozent.

Menschen trainieren mit intelligenten Fitnessgeräten in einem Park in Shenzhen. (27. Dezember 2024, Xinhua)

Zur Abwicklung der hereinkommenden und hinausgehenden Logistikketten wurde der Hafen Shenzhens zum viertgrößten Containerhafen der Welt ausgebaut.

Abgesehen von der Industrie hat sich Shenzhen zu einem wichtigen Finanzknotenpunkt entwickelt, der Auslandskapital anzieht. So machte der Finanzsektor der Qianhai-Freihandelszone in Shenzhen im ersten Halbjahr 2025 29,5 Prozent ihrer ausländischen Investitionen aus.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Testfeld,Vorbild,Sonderwirtschaftszone,Shenzhen