Lieferungen mit unbemannten Fahrzeugen werden in ganz China ausgeweitet
Ein fahrerloses Lieferfahrzeug hält vor Zhou Li, einer Bewohnerin von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. Nachdem sie den QR-Code an der Seite des Fahrzeugs gescannt hat, nimmt sie ihre Bestellung – Bier, Wurst und geröstete Nüsse – entgegen, bevor das Fahrzeug geräuschlos davonfährt.
Zhou Li scannt mit ihrem Mobiltelefon einen QR-Code, um ihre Bestellung aus einem unbemannten Lieferfahrzeug in einer Wohnanlage im Stadtbezirk Chengyang in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong entgegenzunehmen. 28. Januar 2026 (Foto: Xinhua)
„Ich hätte nie gedacht, dass man Lebensmittel so liefern lassen kann“, sagt Zhou, immer noch begeistert von ihrer ersten Erfahrung mit dem selbstfahrenden Lieferwagen. Den Service findet sie mit 9,9 Yuan (rund 1,44 US-Dollar) pro Lieferung innerhalb von 30 Kilometern preislich angemessen.
In der Küstenstadt Qingdao gehören autonome Lieferfahrzeuge mittlerweile zum gewohnten Straßenbild. Ohne Fahrerkabine und Lenkrad ähneln die kastenförmigen Fahrzeuge kompakten Metallcontainern und sind etwa halb so groß wie ein normaler Pkw. Von künstlicher Intelligenz (KI) angetrieben, kann das Fahrzeug Routen planen, Straßenverhältnisse erkennen, Ampeln und Hindernisse in der Nähe wahrnehmen und bremsen oder ausweichen, um Kollisionen zu vermeiden.
Bislang übernehmen unbemannte Lieferfahrzeuge in China Aufgaben wie den Pakettransport von Verteilzentren zu lokalen Stellen und die pünktliche Zustellung von verderblichen Waren und kühlkettenpflichtigen Medikamenten. Einige werden auch in der Logistik innerhalb von Industrieparks eingesetzt.
Qingdao beherbergt derzeit rund 1.150 unbemannte Lieferfahrzeuge und ist damit einer der größten Einsatzorte in China. Neolix, ein führendes chinesisches Unternehmen in diesem Sektor, hält einen bedeutenden Anteil der Flotte.
Im vergangenen Juni startete das Unternehmen in der ostchinesischen Hafenstadt einen Pilotversuch für den unbemannten Lieferdienst. Die dort eingesetzten Fahrzeuge haben eine Nutzlast von einer Tonne, ein Ladevolumen von sechs Kubikmetern, eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde und eine Reichweite von 200 Kilometern.
Laut Miao Qiankun, Chief Technology Officer des Unternehmens, entwickelt Neolix seit 2021 KI-basierte Bilderkennungsalgorithmen, die es seinen Fahrzeugen ermöglichen, komplexe Verkehrssituationen mit dem Urteilsvermögen eines erfahrenen Fahrers zu interpretieren. Die Kosten für Kartenerfassung und -aktualisierung würden dadurch deutlich gesenkt.
Bis September letzten Jahres hatte das Unternehmen insgesamt mehr als 10.000 Fahrzeuge im Einsatz. Neben der engen Zusammenarbeit mit chinesischen Kurierdiensten hat das Unternehmen seine Präsenz auf über 15 Länder und Regionen weltweit ausgeweitet, darunter Japan, Südkorea, Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate.










