Strömt zu viel spekulatives Geld nach China?

Die chinesischen Devisenreserven haben ein neues Rekordniveau erreicht. Laut einer Statistik der als Notenbank fungierenden People's Bank of China betrugen Chinas Devisenreserven Ende März 1202 Milliarden US-Dollar und liegen damit um 37,3 Prozent höher als Ende März 2006.

Seit 2002 nahmen Chinas Devisenreserven im Durchschnitt jährlich um 200 Milliarden US-Dollar und monatlich um 20 Milliarden US-Dollar zu.

"Dies ist keine gute Entwicklung", sagte ein Experte gegenüber der Tageszeitung China Youth Daily. Ein derart schnelles Wachstum der Devisenreserven müsse die Aufmerksamkeit der zuständigen Behörden wecken.

"Heißes Geld" ist Geldkapital, das in Zeiten spekulativer Devisen- oder Geldbewegungen in Erwartung kurzfristiger Gewinne von einem in ein anderes Land fließt. Solches Geld kann sich negativ auf die Kursentwicklung der Wertpapiermärkte oder die Zahlungsbilanz eines Landes auswirken. 1997 wurde die asiatische Finanzkrise zum größten Teil durch "heißes Geld" ausgelöst.

Nach einer Statistik des chinesischen Hauptzollamtes betrug der Handelsüberschuss im ersten Quartal 46,4 Milliarden US-Dollar. Die Devisenreserven wuchsen im gleichen Zeitraum jedoch um 135,7 Milliarden US-Dollar. Der Experte erklärte, das bedeute, dass abgesehen von der durch Handelsüberschuss realisierten Geldmenge im ersten Quartal weitere Milliarden US-Dollar nach China geflossen seien. Nur ein kleiner Teil davon seien ausländische Direktinvestitionen (15,9 Milliarden US-Dollar) oder kurzfristige Schulden. Er schätzte, dass das Ausmaß des "heißen Geldes" relativ groß ist.


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