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17. 05. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Bewegung auf dem Geldmarkt

Schlagwörter: China, Geldmarkt

Chinas Wirtschaft bewahrt Gleichgewicht, Risiken bleiben aber bestehen.

Am 4. Mai veröffentlichte die Zentralbank den Bericht zur "Regulierung der Geldmenge Q 1 für das Jahr 2010", aus dem sich eine Konjunkturprognose ablesen lässt.

Während dunkle Wolken über der Wirtschaft der westlichen Industriestaaten dräuen, befindet sich die chinesische Volkswirtschaft unbeirrt auf Wachstumskurs. Die Nachfrage auf dem Binnenmarkt ist stark, Investitionen sind im Aufwind begriffen. Auch die krisengeschüttelte Exportwirtschaft hat sich erholt und bietet so dem Aufschwung und den Finanzmärkten eine stabile Grundlage, heißt es in dem Bericht.

Der Shanghai Composite Index legte um 4,2 Prozent zu, während der Shenzhen Component Index um 0,8 Prozent anstieg.

Auch die Versicherungsbranche boomt. Ihre Einlagen beliefen sich Ende März auf 5,4 Billionen Yuan (590 Milliarden Euro), 33,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Alle Indikatoren weisen auf einen kräftigen Aufschwung hin, dennoch scheint Euphorie verfrüht.

Für die Weltwirtschaft lässt sich noch lange keine Entwarnung geben. Auch China muss sich gegenüber Risiken absichern. Die europäische Schuldenkrise bewirkt Schwankungen an den Kapitalmärkten, während die japanische Wirtschaft mit den Folgen von Erdbeben und Tsunami zu ringen hat.

Die Schwellenländer erleben derzeit einen erhöhten Kapitalzufluss, was zu einer Überhitzung der Wirtschaft führen kann. In China wirft die Befürchtung, dass die Inflation aus dem Ruder laufen könnte, einen Schatten über den Aufschwung, heißt es in dem Bericht.

In Form steigender Rohstoffpreise importiert auch China infolge der internationalen Verflechtung seiner Wirtschaft Inflation. Mittlerweile müssen mehr als 50 Prozent des Rohöl-, Eisenerz- und Kupferbedarfs eingeführt werden. Die Inflationsangst wird auch durch wachsende Arbeitskosten und steigende Immobilienpreise genährt. Die Regierung ist um Preisstabilität und Dämpfung der Inflation bemüht.

Dabei setzt sie jedes geldpolitische Mittel ein, das ihr zur Verfügung steht: Anhebung der Mindestreserven der Kreditinstitute, Zinskorrekturen und Transaktionen am freien Markt. Dieses Jahr wurden schon zweimal der Leitzins und viermal die Bankrücklagen angehoben. Staatsanleihen im Wert von 337 Milliarden Yuan (36,8 Mrd. Euro) wurden auf den Markt geworfen.

Um die Folgen schwankender Preisbildung auf den internationalen Rohstoffmärkten abzuwehren, ist es erforderlich, größere Vorräte wichtiger Energieträger und Rohstoffe anzulegen, die Energieeffizienz zu erhöhen und die Reform der Energiepreise zu beschleunigen, heißt es in dem Bericht.

Nicht minder wichtig ist jedoch ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Inflationsbekämpfung.

"Der Kampf gegen die Inflation ist angesichts einer gesunden Wirtschaft und eines lebendigen Arbeitsmarktes eine schwierige Aufgabe", schreibt die Zentralbank.

Während die Politik darum bemüht ist, dem Markt Liquidität zu entziehen, will sie doch zugleich für eine Förderung schwächerer Wirtschaftszweige sorgen. Die Zentralbank betont erneut die Bedeutung von Subventionen und Beihilfen für die Landwirtschaft sowie für kleine und mittelständische Betriebe. Außerdem gelte es, den Konsum zu fördern.

Ende März gab es 24,8 Prozent mehr unbediente Kredite bei kleinen und mittelständischen Betrieben als im Jahr zuvor. Bei größeren Unternehmen war die Ausfallquote nur um 3,2 Prozent gestiegen.

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Quelle: Beijing Rundschau

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