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26. 12. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Keine allzu großen Auswirkungen der Eurokrise auf China

Schlagwörter: China Eurokrise

Trotz der Wirtschaftsprobleme in Europa wird China im gemeinsamen Handelsverkehr keine Risiken eingehen. Chinas florierender Binnenmarkt ist unabhängig von Exportverlusten. Europäische Firmen stocken sogar auf Grund zögerlicher Nachfrage im eigenen Land ihre Investitionen in China auf. Diese Praxis mildert die Folgen der Eurokrise und stärkt die sino-europäischen Handelsbeziehungen.

Handelsverkehr

Im Jahr 2009 lagen Chinas Exporterträge bei über 1,2 Billionen US-Dollar, davon fallen 236,28 Milliarden auf den Handel mit der EU. Die Exporte in die sogenannten PIIGS- Länder (Portugal, Italien, Irland, Griechenland and Spanien) beliefen sich auf über 41,68 Milliarden US-Dollar, was einem Anteil von 3,47 Prozent des gesamten chinesischen Exports und 17,64 Prozent der gesamten Ausfuhren aus China in die EU entsprach.

Im Jahr 2010 stieg Chinas Exporterlös auf 1,58 Billionen US-Dollar an. Exporte aus China in die EU lagen bei 311,24 Milliarden. Ausfuhren in die sogenannten PIIGS-Länder wurden im Wert von 57,78 Milliarden US-Dollar getätigt. Dies entsprach 18,6 Prozent des chinesischen Exports in die EU und lediglich 3,7 Prozent von Chinas Gesamtausfuhr.

Solange die Wirtschaft in Italien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien nicht zusammenbricht, wird die Schuldenkrise in Europa nur geringe Auswirkungen auf die Nachfrage nach chinesischen Exporten haben. Und solange die Länder, die von der Krise nicht betroffen sind, sich vor ihr zu schützen wissen, wird auch die Nachfrage aus diesen Ländern nicht zurückgehen.

Es gibt noch weitere Gründe, warum China keine Nachteile zu erwarten hat. In den letzten Jahren hat sich beim Absatz von Konsumgütern der Anteil des Binnenmarktes gegenüber dem des Exportmarktes deutlich erhöht. Im Jahr 2009 betrug der Einzelhandelsumsatz in China 12,53 Billionen Yuan (1,97 Billionen US-Dollar), und lag damit um das 1,28-fache über dem Exportumsatz bei Konsumgütern. 2010 lag der Einzelhandelumsatz bei 15,7 Billionen Yuan (2,47 Billionen US-Dollar) und damit um 14,8 Prozent über dem Umsatz des Vorjahres.

In China können viele Betriebe der Exportwirtschaft rasch ihre Produktion für den steigenden Bedarf des heimischen Markt umstellen. So konnten Einbußen im Exportgeschäft aufgefangen werden.

Abwertung des Euro

Die Euroabwertung wird den Wert von Chinas Euroreserven verringern. Verluste müssten aber erst dann verbucht werden, wenn Devisen getauscht würden. China verfügt jedoch über umfangreiche Rücklagen. So wartet man einfach auf einen besseren Wechselkurs, also darauf, dass sich der Euro stabilisiert.

Auch für die chinesischen Exportwirtschaft entstehen keine Nachteile, denn die EU-Länder bezahlen ihre Importe aus China mit US-Dollar, nicht mit Euro. Statistiken belegen, dass der chinesische Auslandshandel während der letzten Jahre fast ausschließlich in US-Dollar abgewickelt wurde, also auch die Exporte in die Europäische Union.

Indessen fördert die Eurokrise die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Staaten. Ausfuhren aus Deutschland und den Niederlanden profitieren davon am meisten, ihre Industriegüter lassen sich auf dem Weltmarkt günstiger anbieten. Die italienische, spanische und portugiesische Fremdenverkehrsindustrien ziehen ebenfalls Nutzen aus der Krise. Zurzeit sind es vierzig Länder, die ihre Währung an den Euro gekoppelt haben oder einen hohen Euroanteil in ihren Währungskörben halten. Einige Staaten außerhalb der Eurozone könnten versucht sein, durch Abwertung ihrer Währung ihre Exporte anzukurbeln. Erfreulicherweise steht die chinesische Exportindustrie mit diesen Ländern nicht im Konkurrenzkampf.

Investitionen

Direktinvestitionen, welche die Krise abmildern sollen, sind zweischneidig. Auf der einen Seite können Investoren ihre Mittel zurückziehen, wenn ihre Mutterunternehmen in der Heimat in die Krise geraten. Andererseits können andere Anleger ihre Investitionen auf Chinas wachsendem Markt verstärken, wenn der eigene Markt einbricht. Ausgehend von der aktuellen Lage hat die zweite Option den größeren Einfluss auf das Wirtschaftsleben.

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Quelle: Beijing Rundschau

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