Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>China
german.china.org.cn | 29. 08. 2013

Zentralchina: Blinder Mann in Höhle gefangen gehalten

Schlagwörter: China Blind , Höhle , geistiger Krankheit , nackt

In Chengling, einem Dorf in der zentralchinesischen Provinz Henan, ist ein blinder Mann von seiner Familie für ein Jahr lang in einer Höhle gefangen gehalten worden. Grund dafür sei, dass er unter geistiger Krankheit leide und stets nackt bleiben wolle, berichtet die lokale Zeitung Dahe Daily.

Der Mann heißt Cheng Xiangtao und ist 26 Jahre alt. Seine Familie besteht aus dem Vater, der bereits 70 Jahre alt ist, und zwei älteren Schwestern – die Mutter ist bereits gestorben. Nach Angaben des 70-jährigen Vaters ist Xiangtao von Geburt an blind. Als er noch ein Kind war, habe er der Familie schon Probleme bereitet, da er besonders frech gewesen sei und sich partout nicht habe anziehen wollen. Jedes Mal, wenn man ihm etwas angezogen habe, hätte er sich die Kleidung einfach wieder vom Leib gerissen. Deswegen sei er schon von klein auf das ganze Jahr über immer nur nackt herumgelaufen, so der Vater – selbst im Winter. Eine medizinische Behandlung habe der junge Mann wegen der Armut seiner Familie bislang noch nie gehabt.

Schon während seiner Kindheit hatten sich die Dorfbewohner oft über Xiangtao beschwert – weil er im Freien immer nackt unterwegs war. Die anderen Kinder im Dorf schikanierten ihn. Die einzige "Lösung", die der Familie einfiel: sie beschloss, den blinden und verhaltensgestörten Xiangtao auf einem nahegelegenen Berg in einer Höhle gefangen zu halten. Der Vater brachte seinem Sohn jeden Tag etwas zu Essen.

Als die Journalisten der Dahe Daily den blinden Mann am Dienstag besuchten, saß er vor dem Eingang seiner Höhle, die etwa drei Meter weit ins Berginnere reicht. Sein linker Fuß war durch eine kaum zwei Meter lange Eisenkette an einem Baum gefesselt. Die blinden Augen geschlossen, war sein Körper nur von Staub bedeckt. Als der Journalist ihn ansprach, reagiert Xiangtao kaum. Er nahm aber die Süßigkeiten und das Wasser, welches ihm die Journalisten mitgebracht hatten – und verlangte hungrig nach mehr: "Gibt es noch was zu Essen?". Xiangtao klagte seinen Besuchern noch in bruchstückhaften Sätzen sein Leid – eine erfolgreiche Konversation mit dem geistig verwirrten Mann gelang den Journalisten allerdings nicht.

1   2   3   4   5   vorwärts  


   Google+

Kommentar schreiben

Kommentar
Ihr Name
Anonym
Kommentare (0)

Leserfavoriten