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| 08. 10. 2008 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die große Mehrheit der Privatsammlungen bleibt jedoch eher in "Ausstellungsräumen" als in Privatmuseen. Ein Privatmuseum, erklärt Wu, hat vier Funktionen: Erhaltung, Ausstellung sowie Beitrag zur Forschung und zur Bildung. Ausstellungsräume konzentrierten sich zumeist nur auf Erhaltung und Ausstellung, erklärt er, und seien durch unzureichenden Ausstellungsraum und andere Faktoren eingeschränkt. Die meisten Privatmuseen in Shanghai kosten keinen oder geringen Eintritt und kämpfen ums Überleben. Die meisten sind nicht zur Inanspruchnahme von Regierungsgeldern berechtigt. "In Ermangelung finanzieller Mittel stellen zahlreiche Sammler ihre Sammlungen in ihrem Wohnhaus aus", erklärt Wu. Auch wenn sie klein sind und sich im eigenen Wohnhaus befinden, bedürfen Museen Gelder zur Erhaltung, Instandhaltung und Ausweitung ihrer Sammlungen. Mit der Expansion benötigen sie mehr Raum und erfordern dadurch höhere Mieten.

Yang Shaorong, ein bekannter Sammler von Schuhen, die von Frauen zum Einschnüren der Füße benutzt wurden und auch “Drei-Inch-Glodlilien” genannt werden, hat Schwierigkeiten, seine Ausstellung weiterzuführen. "Einige Jahre zuvor habe ich schweren Herzens 100 Paar Lilienschuhe an einen kanadischen Sammler verkauft, um Geld für ein größeres Apartment zur Ausstellung meiner Schuhe zu bekommen", erzählt der 71-jährige Yang. "Ich wusste, dass wenn ich diese Schuhe einmal weggebe, sie nie wieder in China zu finden sein würden, aber ich hatte einfach keine Wahl." Der pensionierte Techniker, der bei der Shanghai Fourth Radio Factory gearbeitet hat, hat mit dem Sammeln von Lilienschuhen vor über 20 Jahren begonnen. "Ich habe zufällig ein Paar Lilienschuhe zwischen den Sachen meiner Großmutter gefunden und beschlossen, eine Sammlung anzufangen." Zunächst lehnte Yangs Familie seine Entscheidung ab, da eine Sammlung teuer war, doch begann ihn zu unterstützen, als sie merkte, dass die Schuhe an Wert gewinnen würden und dass es ein guter Weg war, "die alte chinesische Kultur zu erhalten und auszustellen". Er betreibt einen Kuriositäten-Geschäft in der zweiten Etage von Shanghai Yunzhou Curio Town und verkauft Antiquitäten wie Porzellan und Jade-Gegenstände. Den Gewinn steckt er in sein Museum. Er verkauft außerdem einige seiner Schuhe, darunter Repliken.
Quelle: China Daily
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