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| 23. 03. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Studenten und Sex, erlaubt oder nicht? Eine Beschwerde im Zusammenhang mit dieser Frage von Anwohnern eines Städtchens bei Nanjing hat eine Diskussion ausgelöst.

In einem Vorort von Nanjing gibt es ein Studentenstädtchen mit Namen Xianlin. Wie in den meisten Studentenstädtchen im ganzen Land vermieten Bewohner Apartments an Studenten, die aus ihren Wohnheimen heraus wollen und Privatsphäre genießen möchten. Ein Apartment kostet 30-100 Yuan pro Tag, je nach Nachfrage. Studenten mieten Zimmer, wenn sie einen Platz zum Lernen haben möchten oder wenn sie mit einem Date allein sein wollen.
Ende Februar gab jemand in Xianlin eine Anzeige mit dem Titel "Ein Brief an Studenten, die Zimmer für Verabredungen mieten" auf. Sie lautete wie folgt:
"Für ein wenig Spaß enttäuscht Ihr die Hoffnungen Eurer Eltern und Lehrer. Ihr knutscht auf der Straße und im Bus, und haltet Händchen hier in der Ortschaft. Hier ist mein Rat an Euch:
Junge Studenten sollten eine gewisse Moral haben, Würde, Selbstbewusstsein und Stärke. Ihr solltet machen, was man als gewissenhafter Student macht. Ihr solltet ordentliche Vorbilder und eine korrekte Denkweise haben. Gebt nicht Eure Ausbildung und Euer glückliches Leben auf für eine kurze Affäre.
Wir möchten dringend dazu auffordern, dass Studentinnen den illusorischen Versuchungen widerstehen und dass männliche Studenten nicht ihre Zukunft für vergängliches und oberflächliches Vergnüge wegwerfen. Wenn Ihr Euch wirklich liebt, dann respektiert einander!
Moral sollte von beiden Seiten aufrechterhalten werden!
Wir möchten auch die Vermieter darauf hinweisen, mal darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn es die eigenen Kinder wären. Würde es ihnen dann nichts ausmachen, zu sehen, was ihre Kinder tun? Sie sollten ihre Zimmer nicht aus Profitgier vergeben!"
Der Brief war unterschrieben mit: Eltern, Onkel, Tanten und Geschwister, die möchten, dass Ihr gut aufwachst, Euch anstrengt und ein glückliches Leben führt.
Wir Chinesen haben eine besondere Art und Weise, die Dinge anzusprechen, so dass es möglich ist, eine Sache in riesiger Länge auszuführen, ohne die eigentliche Sache konkret zu benennen. Wer immer diesen offenen Brief geschrieben haben mag (einigen wir uns der Einfachheit halber darauf, dass es ein Er war), wollte ganz einfach sagen: "Hört auf mit dem Sex! Ihr schadet Euch damit!" Doch der Verfasser des Briefes konnte dieses essentielle Wort ganz einfach nicht aussprechen. Es ist ein schmutziges Wort, das um jeden Preis vermieden werden muss.
Klären wir zunächst die rechtlichen Angelegenheiten: Ein typischer Student fängt im Alter von 19 Jahren an zu studieren. Das bedeutet, er oder sie ist bereits ein Jahr älter als die Altersgrenze, mit der man als Erwachsener gilt. Wenn ein Student im Abschlussjahr ist (22), und eine Studentin am Ende des Grundstudiums (20), könnten sie laut Gesetz in China heiraten. Mit anderen Worten: Sie können Sex haben, solange beide einverstanden sind.
Offensichtlich wird niemand die Polizei auf die Studenten hetzen. In Bezug Moral kann man schon geteilter Meinung sein. Der Brief hat, nachdem er im Internet veröffentlicht worden war, eine Flut an Reaktionen ausgelöst, die säuberlich getrennt in zwei Kategorien fallen: Verfechter des Briefes stimmen zu, dass heutige Studenten von ihrem ausgearteten Lebensstil auf den richtigen Weg gebracht werden müssen. Und die Gegner, die meinen, dass der Verfasser zu vorwitzig ist. Es gibt keinen Mittelweg.
Quelle: China Daily
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