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13. 07. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Deutsche Theaterkunst in Beijing Exklusiv

von Magdalena Baeseler und Wang Xuemei, Beijing

Der Fotograf Gert Weigelt ist für seine Ausstellung "Absolut Pina" über die verstorbene Theaterchoreografin Pina Bausch nach Beijing gekommen. Journalisten aus China.org.cn haben sich mit ihm getroffen und mit ihm über die Ausstellung und seine Arbeit unterhalten. Die Ausstellung ist momentan beim Goethe Institut zu sehen und soll den Menschen in China die deutsche Theaterkultur näher bringen.

Der Fotograf Gert Weigelt

China.org.cn: Herr Weigelt, wie kam es, dass man sich Entschlossen hat, ihre Ausstellung in Peking zu zeigen, wo der Theaterhintergrund ein völlig anderer ist als in Europa?

Die Ausstellung war ursprünglich 2008 für Stockholm konzipiert worden. Als Pina aber im Juni 2009 verstarb, wurde die Ausstellung noch einmal Populär. Es kamen Anfragen aus Taiwan und Lissabon. Das Goethe Institut München griff die Ausstellung auf und über dieses gelangte die Ausstellung letztendlich nach Peking.

Ich hoffe, dass sich die Theaterfotografie als Kunstform emanzipieren kann, sie soll nicht einfach nur ein Beiwerk zu einer Vorführung sein. Daher ist es gut, wenn sie vor einem neutralen Hintergrund, wie hier in Peking gezeigt wird.

Haben Sie andere Erwartungen an das chinesische Publikum?

Ich habe keine Ahnung, wie das chinesische Publikum auf irgendwas reagieren könnte. Dies bezieht sich sowohl auf eine Vorstellung von Pina, als auch auf die Fotos von mir. Ich denke allerding, dass die Unterschiede durch die globale Vernetzung nicht mehr allzu groß sind.

Verändert sich der Sinn einer Ausstellung, die Absicht, wenn der kulturelle Hintergrund anderer ist?

Sicherlich verändert sich die Rezeption, der Mensch reagiert anders. Seine Reaktionen sind durch Emotionen und Erfahrungen geprägt, die er im Leben gemacht habt. Betrachten wir das Ganze reziprok, dann ist eine chinesische Tanzgruppe, die zum Beispiel in Köln auftritt, erst einmal etwas exotisches. Das alleine ist schon positiv. Im umgekehrten Fall, empfindet man eine europäischen Ausstellung in China wohl auch als exotisch.

Hatten Sie schon einmal Kontakt mit einer chinesischen Tanztruppe?

In Berlin hatte ich einmal die Gelegenheit, dem taiwanesischen Choreographen Lin Hwai-Min bei der Arbeit zuzusehen. Die Tänzer haben sehr hart gearbeitet und wundervoll getanzt, man konnte sehen, mit was für einer Disziplin gearbeitet wurde. Es war kein leichter Tanz, eine Mischung aus Kongfu und europäischem Tanz. Ich war so berührt, dass mir selbst beim Fotografieren die Tränen kamen. So etwas passiert nur sehr selten, da ich normalerweise voll auf meine Arbeit konzentriert bin. In diesem Moment ging von den Tänzern aber eine solch unglaubliche physische Stärke aus, die mich tief bewegte.

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Quelle: german.china.org.cn

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