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| 30. 12. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Der Tibeter Penba hat sich mit zwölf Jahren einer Künstlergruppe angescholssen. Mit 50 hat er und sein Orchester einen Hauch der tibetischen Hochebene in die "Westchinesische Symphonie-Woche" in Chongqing gebracht.

In einem Alter, in dem die meisten seiner Freunde in ein Kloster eintraten, schloss sich der damals zwölfjährige Penba wegen seiner Liebe zur Musik einer Künstlergruppe an, die tibetische Opern aufführte. Diese Entscheidung hat der inzwischen gestandene Musiker nie bereut.
Seine Liebe zur Musik hat ihm in den vergangenen vier Jahrzehnten zahlreiche Reisen ermöglicht: So war er in den Universitäten von Beijing und Shanghai. Auch tritt er in ganz China vor immer größeren Zuschauermengen auf. Nun, im Alter von 50 Jahren, ist Penba der Chefdirigent des Tibetischen Philharmonischen Orchesters – einem der wenigen philharmonischen Orchester in China, das aus Musikern von ethnischen Minderheiten besteht. In der vergangenen Woche kam er mit seiner 68-köpfigen Kapelle nach Chongqing und brachte damit gewissermaßen einen Hauch der tibetischen Hochebene in die "Westchinesische Symphonie-Woche".
Die meisten Stücke, die von gebürtigen Tibetern geschrieben worden waren, hatten ein rasches Tempo: "Yarlung Zangbo Grand Canyon", "Sherpa Dance Music", "Hometown Sentiment" und "Festival de la Valse" hießen die Kompositionen. Als Zugabe spielten die Musiker "Schöner Sonnenaufgang" – ein klassisches Stück, welches die Leute in Chongqing schlicht bezauberte. Die Aufführung im Großen Theater von Chongqing löste bei den Gästen eine regelrechte Begeisterung für die tibetische Kunst und Kultur aus: "Das Konzert war unglaublich schön", sagte zum Beispiel die Universitätslehrerin Gan Lu, die schon zwei Mal Tibet bereist hatte. Sie hatte mit ihrem Verlobten am vergangen Donnerstag das Konzert besucht. Von dem fast endlosen Applaus überwältigt, hatte sich Penba immer wieder vor dem Publikum verbeugt.
"Wir waren dieses Mal gut vorbereitet und zuversichtlich", sagte er. Als Penba im April im Großen Nationaltheater am Tiananmen-Platz in Beijing mit seinem Orchester auftrat, war er, wie er selbst zugab, noch sehr nervös. "Der Dirigent ist der letzte, der auftritt. Als ich in Chongqing hinter der Bühne wartete, erkannte ich, dass ich die Zuschauer nicht über einen Bildschirm beobachten kann", sagte er. "Das war für mich schwierig. Aber ich sagte mir, dass ich mein Bestes geben muss, selbst wenn niemand zuschaut." Doch als das Orchester mit dem letzten Stück fertig war, umgab Penba ein rauschender Beifall. "Als ich mich umkehrte und das Publikum sah, fühlte ich, dass mein Kindheitstraum wahr geworden ist. Ich war stolz, ein Tibeter zu sein."
Quelle: Global Times
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