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| 18. 02. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Sein willkürliches und wechselhaftes Verhalten zu tolerieren, sei eine Gabe, die seine Frau Gao Lan über die Jahre erlangt hat. "Wenn er ein gutes Rätsel gefunden hat, ist er zufriedener als wenn er meine hausgemachten Teigtaschen isst, die seine Lieblingsspeise sind", erzählt Gao.
Auch wenn es eine fast vergessene Kunst sei, so Wang, sei die Tradition in Beijing noch nicht völlig verschwunden, da es noch andere außer ihm gebe, die sich gern den Titel "Rätselfan" geben. Sie schicken sich gegenseitig ihre Rätsel per SMS.
Wang erzählt, seine Rätsel erstreckten sich auf eine weite Bandbreite an Themen, von chinesischer Literatur über Physik und Chemie bis hin zu Bankwesen. "Man sagt, Sport sei ein Wettbewerb unter starken Männern, aber ich finde, Rätsel sind ein Wettbewerb unter Intelligenten", so er. "Rätsel zu lösen ist eine gute Methode für Männer wie mich, das Gehirn anzustrengen."
Die Tradition, zum Laternenfest Rätsel zu lösen, geht auf über 2.000 Jahre zurück. Damals war es eine Beschäftigung unter den Gebildeten. Rätselmeister Wang erklärt, das Hobby habe seinen Höhepunkt in der Song-Dynastie (960-1279) erreicht, als die Menschen aus allen Schichten teilnahmen, meistens während des Laternenfests. Rätsel wurden an die Laternen geklebt und als das Schlüsselelement des Fests angesehen, das immer am 15. Tag des ersten Monats nach dem chinesischen Mondkalender stattfindet.
Rätsel zu lösen blieb nach der Gründung der Volksrepublik China weiterhin beliebt. Viele Städte richteten ihre eigenen Rätselverbände ein. Partys und Wettbewerbe wurden in Parks, auf Tempelmärkten und an anderen Örtlichkeiten veranstaltet.
Als US-Präsident Richard Nixon 1972 seinen berühmten China-Besuch machte, schenkte er Guo Moruo, einem bekannten chinesischen Schriftsteller und Dichter, sein eigenes Rätsle: "Was sind die 12 Dinge, die man 1,2 Milliarden Chinesen geben kann, so dass jeder eines bekommt?" Guo antwortete sofort: Die 12 Tierkreiszeichen des chinesischen Horoskops.
Mit Aufkommen immer neuer Trends jedoch , die die Aufmerksamkeit der jungen Leute auf sich lenken, sinkt die Zahl der Rätselfans landesweit. In Beijing ist der beständige Beijinger Verein der Rätselfans auf 30 Mitglieder geschrumpft, die ein Durchschnittsalter von 60 Jahren haben. "Wir würden uns über jungen Zuwachs freuen", so Zhao Chunlin, Leiter des Vereins.
Quelle: China Daily
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