Tibets ökologischer Aufbau und Umweltschutz

            Presseamt des Staatsrates der Volksrepublik China

                                März 2003 Beijing

Vorwort

Das Autonome Gebiet Tibet Chinas bildet den Hauptteil des Qinghai-Tibet-Plateaus. Es ist topographisch hoch und steil, weist einzigartige geographische Eigenschaften auf und ist reich an Wildtier- und -pflanzenressourcen sowie Was serressourcen und Bodenschätzen. Seit eh und je wird es als „Dach der Welt“ und „Dritter Pol der Erde“ bezeichnet. Es ist nicht nur der Ursprung vieler Flüsse und eine ökologische Quelle in Süd- und Südostasien, sondern auch ein „Klima- Motor“ und eine „Klima-Regulierungszone“ für China und die östliche Hemisphäre.

Die chinesische Regierung schenkt dem ökologischen Aufbau und dem Umweltschutz in Tibet sehr viel Aufmerk samkeit. Sie hat große Anstrengungen zur Verstärkung des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes in Tibet, zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung der tibetischen Wirtschaft und Gesellschaft und zur Erhöhung der Lebens qualität aller Nationalitäten in Tibet unternommen. Seit mehr als einem halben Jahrhundert werden der ökologische Aufbau und der Umweltschutz in Tibet, ein wichtiger Inhalt des Mo dernisierungsprogramms, zusammen mit der wirtschaftlichen Entwicklung, dem gesellschaftlichen Fortschritt und der Ver besserung des Lebensstandards der Bevölkerung vorange trieben und dabei bedeutende Errungenschaften erzielt. Auf den Entwicklungsprozess des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes in Tibet zurückzublicken, den gegenwär tigen Stand des ökologischen Aufbaus und des Umwelt schutzes in Tibet vorzustellen und die Perspektive der nach haltigen Entwicklung Tibets aufzuzeigen trägt dazu bei, Missverständnisse bezüglich des Umweltschutzes in Tibet aufzuklären und das Verständnis für Tibet zu vertiefen.

I. Entwicklung des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes in Tibet

Das Autonome Gebiet Tibet nimmt eine Fläche von 1,22 Millionen Quadratkilometern ein und liegt durchschnittlich mehr als 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Es verfügt über eine einzigartige Ökologe und geographische Umwelt. Das Klima in Tibet geht von der Wärme und Feuchtigkeit im Südosten zur Kälte und Trockenheit im Nordwesten über, dementsprechend verbreiten sich in der Ökologie die verschiedenen Vegetationsgürtel mit Wäldern, Büschen, Gras und Steppen sowie Ödland. Die mannigfaltige Topographie und Bodengestaltung und die besonderen Typen von Öko systemen haben ein natürliches Eldorado für die Artenvielfalt geschaffen.

Das alte Tibet stand vor den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts lange Zeit unter der feudalen Herrschaft der Leibeigenschaft. Damals befanden sich die Produktivkräfte auf einem sehr niedrigen Entwicklungsstand. Tibet befand sich in einem Zustand der passiven Anpassung an die natürlichen Bedingungen und der einseitigen Entnahme der Naturressourcen. Von Erkenntnissen über die Gesetzmäßig keiten der Ökologie und Umwelt in Tibet sowie vom ökologischen Aufbau und Umweltschutz konnte keine Rede sein. Seit Ende des 19. Jahrhunderts führten einige auslän dische Abenteurer und Wissenschaftler verschiedenartige Expeditionen und Untersuchungen auf dem Qinghai-Tibet- Plateau durch, und in den 30er Jahren nahmen auch chinesische Wissenschaftler Expeditionen und Untersuchun gen dort vor. Insgesamt waren ihre Erkenntnisse über die speziellen natürlichen Umweltbedingungen auf dem Qinghai-Tibet-Plateau jedoch weder umfassend noch systematisch.

Tibet begann mit dem ökologischen Aufbau und dem Umweltschutz erst nach seiner friedlichen Befreiung und entwickelte sie dann im Zuge seiner Modernisierung.

— Die friedliche Befreiung hat den Prozess für wissenschaftliche Erkenntnisse, den initiativen Schutz und den aktiven Aufbau der Ökologie und Umwelt in Tibet eingeleitet. Um das Geheimnis des Qinghai-Tibet- Plateaus zu lüften und den Fortschritt und die Entwicklung der tibetischen Gesellschaft zu fördern, setzte die zentrale Volksregierung kurz nach der friedlichen Befreiung Tibets im Jahr 1951 das „Tibet-Arbeitsteam des Staatsverwaltungsra tes“ ein, auf dessen Grundlage 1958 das Team der Chine sischen Akademie der Wissenschaften für umfassende Untersuchungen in Tibet gebildet wurde. Das besagte Tibet- Arbeitsteam untersuchte Tibets Boden, Wälder, Grasland, Wasserwirtschaft und Bodenschätze, unternahm Bewertungen vor und unterbreitete der Regierung seine Ansichten über die wissenschaftliche Erschließung und Nutzung. Damit wurde der Prozess der wissenschaftlichen Erkenntnis, der Nutzung und des Schutzes der Ökologie und Umwelt in Tibet ein geleitet.

Gleichzeitig wurden der ökologische Aufbau und der Umweltschutz, die auf die Verbesserung der Lebensbedin gungen auf dem Qinghai-Tibet-Plateau abzielten, allmählich zur Entfaltung gebracht. Der Staat schickte Techniker der Forstwirtschaft zur Untersuchung einiger Teile des Einzugs gebietes des Yarlung Zangbo und ließ in der Farm „1. Juli“ im westlichen Vorort von Lhasa mit der Zucht von Setzlingen und dem Waldbau experimentieren. So wurde eine Grundlage für eine groß angelegte Aufforstung und die Verbesserung der Ökologie geschaffen. Nach der Durch führung der Demokratischen Reform im Jahr 1959 wurde in Tibet eine umfassende Aufforstungskampagne, an der sich die Bevölkerung in großer Zahl freiwillig beteiligte, zur Entfaltung gebracht, wobei man hauptsächlich heimische Baumarten anpflanzte. Die Aufforstung ermöglichte es der tibetischen Bevölkerung, einen qualitativen Sprung von der jahrtausendelangen passiven Anpassung an die Natur zur aktiven Umgestaltung der Natur zu realisieren.

Nachdem die Volksregierung des Autonomen Gebiets Tibet im September 1965 gegründet worden war, wurden der ökologische Aufbau und der Umweltschutz mit der Entfal tung vielfältiger Arbeiten der volksdemokratischen Staats macht auf die Tagesordnung gesetzt und systematisch in Angriff genommen. Im Jahr 1975 wurden eine Führungs gruppe und ein Arbeitsbüro für den Umweltschutz des Autonomen Gebiets Tibet gebildet und 1983 ein Amt des Autonomen Gebiets für den Städte- und Landbau und den Umweltschutz eingerichtet. Mit der ständigen Vervollständi gung der diesbezüglichen Organisationsstruktur und des Verwaltungssystems wurden der ökologische Aufbau und der Umweltschutz in Tibet allmählich in die Bahn einer zügigen Entwicklung gebracht.

Im Zuge der allseitigen Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen auf dem Qinghai-Tibet-Plateau und der systematischen und tiefgehenden Erkenntnis bezüglich der natürlichen Umwelt begann der ökologische Aufbau wesent liche Fortschritte zu machen. Die Chinesische Akademie der Wissenschaften arbeitete das „Programm für eine allgemeine wissenschaftliche Untersuchung des Qinghai-Tibet-Plateaus von 1973-1980" aus, und 1972 hielt sie in Lanzhou das erste „Symposium über die wissenschaftliche Untersuchung der Qomolangma-Gebirgsgegend“ ab. Darauf folgend fanden fortlaufend Symposien über die Ökologie auf dem Qinghai- Tibet-Plateau zu allgemeinen Themen und Sonderthemen statt. Eine große Anzahl von Forschungsergebnissen wurde erzielt. Allein die Buchreihe Allgemeine wissenschaftliche Untersuchungen über das Qinghai-Tibet-Plateau umfasst 31 Teile mit 42 Bänden und mit ca. 17 Millionen chinesischen Schriftzeichen. Diese Forschungsergebnisse lieferten die wis senschaftliche Grundlage für die bessere Nutzung der Naturressourcen beim Wirtschaftsaufbau in Tibet und die ständige Verbesserung der Lebensumwelt. Im Jahr 1977 organisierte das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft die erste umfassende Inventur der Forstressourcen in Tibet. Aufgrund der Notwendigkeit der Aufforstung und Begrünung wurden ab 1978 fünfzig Baumschulen in verschiedenen Gebieten in Tibet eingerichtet und mehrere Dutzend Baumarten, die für das Wachstum und die Begrünung in Tibet geeignet sind, eingeführt, akklimatisiert und verbreitet.

— Die Reform und Öffnung ermöglichten es Tibet, den Weg zur gesetzlichen Verankerung des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes einzuschlagen. Nach der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik erregten der ökologische Aufbau und der Umweltschutz im Zuge der Entwicklung der Modernisierung Tibets immer größere Aufmerksamkeit; der ökologische Aufbau und der Umweltschutz in Tibet entwickelten sich beständig auf dem Weg zu ihrer gesetzlichen Verankerung. In den 13 Jahren von 1982 bis 1994 erließen der Ständige Ausschuss des Volks kongresses des Autonomen Gebiets Tibet, die Volksregierung des Autonomen Gebiets Tibet und die verschiedenen Regie rungsabteilungen über 30 lokale Gesetze und gesetzliche Verordnungen, standardisierende Regierungsdokumente, Vor schriften und Verordnungen von Regierungsabteilungen über den ökologischen Aufbau und den Umweltschutz, die ein relativ komplettes lokales Rechtssystem zum Umweltschutz bildeten, und führten sie durch. Dieses Rechtssystem umfasst sowohl allgemeine Gesetze und gesetzliche Verordnungen über den ökologischen Aufbau und den Umweltschutz wie z.B. die „Bestimmungen des Autonomen Gebiets Tibet über den Umweltschutz“ als auch Gesetze und gesetzliche Verordnungen über verschiedene spezielle Themenbereiche des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes wie Bodenverwaltung, Verwaltung der Bodenschätze, Waldschutz, Steppenschutz und -verwaltung, Wasser- und Bodenerhal tung, Wildschutz, Verwaltung der Naturschutzzonen und Beseitigung von Umweltschäden. Sie decken fast alle Bereiche des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes ab, und kraft dieser Gesetze können der ökologische Aufbau und der Umweltschutz durchgeführt werden.

Der Staat baute mit Direktinvestitionen Projekte für die allgemeine Erschließung der Landwirtschaft am Mittellauf des Yarlung Zangbo, des Lhasa und des Nyang Qu auf, die schwerpunktmäßig auf die Verbesserung der Umwelt abziel ten, und erzielte damit bemerkenswerte ökologische Effekte. Die Regierung arbeitete spezielle politische Maßnahmen für die Pflanzung von Bäumen und Gras auf öden Bergen, Abhängen und Stränden aus, die vorsehen: „Wer Land erschließt, bewirtschaftet es und zieht daraus Vorteile, was langfristig unverändert bleibt, und das Vererben ist gestattet." Dadurch wird die Bevölkerung dazu angespornt, Wälder anzulegen, Bäume und Gras zu pflanzen, und die Rechte und Interessen der Bevölkerung hinsichtlich der Verbesserung der Ökologie werden garantiert. Tibet hat Untersuchungen des aktuellen Standes der Ökologie und Umwelt wie der Bodenressourcen, der Wildtier- und -pflanzenressourcen, der Pflanzen-, Insekten- und Feucht bodenressourcen durchgeführt und abgeschlossen. Wissen schaftler begannen, sich um die Kontrolle und Verfolgung des Einflusses der Tätigkeiten der Menschen auf die Ökologie und Umwelt zu kümmern; sie nahmen fernabtastende dynamische Kontrolle über den Einfluss der allgemeinen Erschließung der Landwirtschaft am Mittellauf des Yarlung Zangbo, des Lhasa und des Nyang Qu auf die Ökologie und Umwelt vor, untersuchten u.a. Giftreste in dem von Tibet hergestellten Getreide und industrielle Verschmutzungs quellen. Auch diesbezügliche politische Richtlinien und Maßnahmen wurden ausgearbeitet.

Die breit entfaltete Aufklärung und Erziehung im Sinne der Verbesserung der Ökologie und des Schutzes der Umwelt erhöhte das Bewusstsein der Menschen für den Umwelt schutz. Der Rundfunk und das Fernsehen sowie Zeitungen und das Internet betrachten die Aufforstung und Begrünung, den Schutz von Wildtieren und -pflanzen und den Umwelt schutz als wichtige Themen und verstärken die Aufklärung und Berichterstattung. Der Internationale Tag der Feucht gebiete, der Aufforstungstag, der Tag des Erdballs, der Inter nationale Umwelt-Tag, der Internationale Tag gegen Deserti fikation, der Internationale Tag der Dürre und andere bedeu tende Gedenktage erregten das Interesse der verschiedenen Bevölkerungsschichten in Tibet. Unterricht in ökologischem Aufbau und Umweltschutz wird in den Schulen erteilt, und die Kampagne zur Gründung von „grünen Schulen" wird zur Entfaltung gebracht.

— Die Fürsorge von Seiten der Zentralregierung und die Unterstützung durch das Volk des ganzen Landes halfen Tibet, in eine neue Etappe des ökologischen Auf baus und des Umweltschutzes einzutreten. Im Jahr 1994 hielt die Zentralregierung die dritte Aussprache über die Tibet-Arbeit ab und fasste dann eine bedeutende Entschei dung über die Fürsorge der Zentralregierung für Tibet und die Unterstützung Tibets durch das ganze Land, was die be schleunigte Entwicklung des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes in Tibet gewaltig vorantrieb.

Das Staatliche Amt für den Umweltschutz entsandte seit den 90er Jahren Fachkräfte aus den Umweltschutzabteilun gen des ganzen Landes zur Verbesserung der Fähigkeit Tibets im Umweltschutz und half Tibet beim Bau der Umwelt kontrollstationen des Autonomen Gebiets, der Städte Lhasa und Xigaze und des Bezirkes Qamdo, bei der Ausbildung einer großen Anzahl von Technikern und Verwaltungs personen für den Umweltschutz und bei der Ausarbeitung von Programmen für den Schutz der Ökologie und die Verschmutzungsbeseitigung. Der Staatsrat arbeitete in den Jahren 1998 und 2000 jeweils den „Nationalen Plan über den ökologischen Aufbau“ und das „Nationale Programm über den Schutz der Umwelt“ aus, schenkte dabei dem ökologischen Aufbau und dem Umweltschutz in Tibet große Aufmerksamkeit, betrachtete die Frost- und Schmelzzonen auf dem Qinghai-Tibet-Plateau als eine der acht großen Zonen des ökologischen Aufbaus in China, arbeitete ein spezielles Programm dafür aus und legte klare Aufgaben und Prinzipien dafür fest. Auf dieser Grundlage arbeitete die Volksregierung des Autonomen Gebiets Tibet im Jahr 2000 den „Plan des Autonomen Gebiets Tibet über den Aufbau der Ökologie und Umwelt“ aus, der den ökologischen Aufbau und den Umweltschutz in Tibet umfassend festlegte und allseitige Maßnahmen zur dessen Durchführung vorsah. Nachdem der Staat die Strategie über die groß angelegte Erschließung der westlichen Gebiete entwickelt hatte, hielt die Zentralregierung im Jahr 2001 die vierte Aussprache über die Tibet-Arbeit ab und verstärkte weiter die Investitionen in den ökologischen Aufbau in Tibet. Tibet ging von der Realisierung einer nachhaltigen Entwicklung aus und betrachtete dabei die Entwicklung des Tourismus und der „grünen Landwirtschaft“ als Säulenindustrien für das Vorantreiben der lokalen Wirtschaft.

Der Staat stockte den Input für den ökologischen Aufbau und den Umweltschutz in Tibet auf und verstärkte die Überwachung der Gesetzesdurchführung im Bereich der Ökologie und Umwelt. Die gesamten Investitionen der Zentralregierung in den ökologischen Aufbau in Tibet betrugen seit 1996 368 Millionen Yuan. Gleichzeitig wurde eine große Anzahl von Projekten für den ökologischen Aufbau einschließlich des Projektes für den Schutz von Naturwaldressourcen, des Projektes für die Rückverwandlung von Ackerböden in Waldflächen und Grasland, des Projektes über den Waldbau und die Begrünung in Lhasa und umliegenden Gebieten, des Projektes über den Schutz von Wildtieren und -pflanzen und des Projektes für den Aufbau von Naturschutzgebieten ausgeführt, was die Ökologie und Umwelt in Tibet wirksam verbesserte.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert haben sich der ökologische Aufbau und der Umweltschutz in Tibet gleichsam aus dem Nichts entwickelt. Sie erfuhren eine ständige Entwicklung und realisierten einen qualitativen Sprung von einer spontanen, passiven und blinden zu einer bewussten, aktiven und wissenschaftlichen Aktivität. Dem von den zuständigen staatlichen Abteilungen im Jahr 2000 veröffentlichten Kommunikee über die Ökologie und Umwelt zufolge ist die ökologische und Umweltqualität in Tibet in einem guten Zustand gehalten, befinden sich die meisten Gebiete Tibets in ursprünglichen ökologischen Verhältnissen und zählt Tibet zu den Gebieten mit der besten natürlichen Umwelt in der Welt.

II. Der ökologische Aufbau und der Schutz der Artenvielfalt

Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat das Autonome Gebiet Tibet aktive Anstrengungen für den ökologischen Aufbau und den Schutz der Artenvielfalt unternommen und dabei bemerkenswerte Erfolge erzielt.

— Die natürlichen Steppen wurden rationell genutzt, die Steppenökologie wurde aktiv und effektiv geschützt. Tibet ist eines der fünf großen Viehzuchtgebiete Chinas. Es verfügt über 82,07 Millionen Hektar natürliche Steppen, die etwa 21% der natürlichen Steppen des ganzen Landes und 68,11% der Gesamtfläche Tibets ausmachen. Aus der ersten landeseinheitlichen Inventur der Steppenressourcen geht hervor, dass Tibet an der Spitze der Provinzen und der auto nomen Gebiete des ganzen Landes steht, was die Steppen arten betrifft. Von den 18 Steppenarten Chinas gibt es in Tibet 17. Ein guter Schutz der Steppenökologie ist daher wichtig für die Bewahrung der ökologischen Ketten auf dem Qinghai-Tibet-Plateau.

Auf dieser großen Steppenfläche ist die Anzahl der Tiere pro Flächeneinheit niedrig. Im alten Tibet war die Überweidung der Steppen nicht akut, da das Bevölkerungswachstum fast stagnierte und Naturkatastrophen wie Schneestürme oft zum Massentod von Menschen und Tieren führten. Nach der friedlichen Befreiung Tibets hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung jedoch rapide erhöht und ist die Bevöl kerungszahl stark gestiegen. Ansatzweise kommt es deshalb heute zu einer Überweidung. Es stellt sich dringend die Frage der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts auf den Steppen.

Um die Widersprüche zwischen Menschen und Tieren und zwischen Grasfuttererträgen und Tieranzahl zu über brücken, hat Tibet eine Reihe von Maßnahmen für die rationelle Nutzung der natürlichen Steppen und den Umwelt schutz ergriffen. Dazu gehören u.a.: 1. Auf die Einzäunung der natürlichen Steppen und die Errichtung von Bewässe rungsanlagen wird der Schwerpunkt gelegt, und der Output der Steppen und ihre Tragfähigkeit pro Flächeneinheit werden umfassend erhöht. 2. Die natürlichen Steppen werden dadurch effektiv geschützt, dass ein Verantwortungssystem für das Steppenland eingeführt wird, dass Zeiten und Zonen für das Rotationsweiden sowie Bannzonen festgesetzt werden, wobei das Prinzip befolgt wird, nach der Menge des Grases die Anzahl der zu haltenden Tiere festzulegen, und dass sich der Bestand der schlachtreifen Tiere vergrößert und die Überweidung der Steppen weitgehend vermieden wird. 3. Um die Belastung der natürlichen Steppen durch zu viele Tiere zu vermeiden, werden künstliche Weiden angelegt. 4. Das ökologische Gleichgewicht im Steppenland wird dadurch geschützt und erhalten, dass Schädlinge, Ratten und giftige Unkräuter mit wissenschaftlichen Mitteln sowie mit Men schenkräften oder biologischen Techniken verstärkt bekämpft werden. 5. Um den Aufbau der Steppen in den tibetischen Viehzuchtgebieten zu verstärken, die Produktionsweise der Nomaden umzuwandeln, den wirtschaftlichen Aufstieg in den Viehzuchtgebieten zu beschleunigen und das Lebensniveau der Hirten zu erhöhen, sind seit 2001 dort viele Projekte für den Steppenaufbau, für das Sesshaftwerden von Nomaden und für die Wiederherstellung und Pflege der natürlichen Steppen in Angriff genommen worden. Diese Maßnahmen gewährleisten nicht nur die schrittweise Erhöhung der Einkommen der Bauern und Hirten und damit ihres Lebensstandards, sondern auch eine gesunde Entwicklung der Steppenökologie.

— Die Naturwaldressourcen wurden unter Schutz gebracht, die Aufforstung wurde entfaltet, und die Öko logie und Umwelt wurden verbessert. Die Waldfläche in Tibet beträgt 7,17 Millionen Hektar und umfasst 2,091 Milliarden Kubikmeter von lebendem stehendem Holz. Tibet hat die größten Naturwälder Chinas. Im Interesse des Schut zes der Ökologie und Umwelt Tibets setzt die Regierung die Einschlagquoten fest und schränkt dadurch den Umfang des Bäumefällens streng ein. Jährlich liegt die Einschlagmenge für kommerzielle Zwecke immer unter 150 000 Kubikmetern. Gleichzeitig werden die Einschlagflächen unverzüglich wie der aufgeforstet, um die Waldvegetation wiederherzustellen. In den drei Kreisen Gyamda, Konjon und Mangkam, die die Ökologie am Unterlauf des Changjiang beeinflussen, werden zum Schutz der Naturwaldressourcen am Oberlauf des Flus ses Projekte auf einer gesamten Fläche von 31 000 Quadrat kilometern durchgeführt. In den 28 Kreisen an den Ober läufen des Jinshajiang, des Lancangjiang und des Nujiang sowie im Einzugsgebiet des Yarlung Zangbo, die durch Sandstürme und Bodenerosion stark gefährdet sind, wird das Ackerland teilweise in Forstland zurückverwandelt. Geplant sind die Rückverwandlung von 52 000 Hektar Ackerland und die Aufforstung von 53 000 Hektar kahler Berge und öden Bodens. Im Jahr 2002 wurden je 6700 Hektar ehemaligen Ackerlandes sowie kahler Berge und öden Bodens aufge forstet. Um die Vegetationsdecke durch natürlich wachsende Büsche und Sträucher besser zu schützen, hat die Regierung Maßnahmen für die Nutzung von Alternativenergien wie die Sonnenenergie und für die Anlage von Brennholzwäldern eingeleitet.

Die Aufforstung ist eine bewusste Aktivität der tibe tischen Bevölkerung geworden. Das Autonome Gebiet Tibet hat nacheinander Dokumente wie das „Programm des Auto nomen Gebietes Tibets über die Aufforstung und Begrünung“ und „Vorschläge über die Beschleunigung der Aufforstung und Begrünung“ ausgearbeitet. Die Einwohner ziehen am gleichen Strang. Ihre Bemühungen reichen von der Verbesserung ihres unmittelbaren Lebensraums wie zum Beispiel der Begrünung der Höfe, der Straßen und der Städte über die Aufforstung der von Menschen viel genutzten Täler bis zur Errichtung von grünen Gürteln zu den beiden Seiten der Hauptfernstraßen. Die umfangreichen Aufforstungs arbeiten haben schon große Erfolge gezeitigt. Statistiken sprechen von der Entstehung von mehr als 70 000 Hektar künstlich angelegten Wäldern, über 90 Millionen angepflanz ten Bäumen um Dörfer, um Wohnhäuser, an Wegen und Ufern und mehr als 1,5 Millionen Bäumen für Wirtschafts zwecke in den vergangenen 50 Jahren.

Durchgeführte technische Aufforstungsprojekte und öko logische Projekte sind u.a. das Aufforstungs- und Begrünungsprojekt in Lhasa und Umgebung, das Schutzwald-Projekt im Einzugsgebiet des Yarlung Zangbo, das Schutzwald-Modellprojekt Mangkam am Yangtse und das Aufforstungs-Modellprojekt zur Sandbekämpfung in Xigaze. Die Durchführung dieser Projekte hat erheblich zur Verbesserung der Ökologie und Umwelt in den betreffenden Regionen beigetragen. Seit 1996 baut der Staat in Tibet Schutzwaldsysteme am Ober- und Mittellauf des Yangtse auf. Bis zum Jahr 2000 hat der Staat dafür mehr als 3,7 Millionen Yuan ausgegeben. Damit unterstützte der Staat Tibet bei seinen Bemühungen um die standortgerechte Aufforstung und die Absperrung der Berge zur Waldpflege. Insgesamt wurden dort über 13 000 Hektar bewaldet, was sich positiv auf die Produktions- und Lebensbedingungen der Ortsan sässigen ausgewirkt hat. Durch den Aufbau des Schutzwaldsystems im Einzugsgebiet des Yarlung Zangbo, das zu den Schwerpunktprojekten zur Entwicklung der Landwirtschaft in den Einzugsgebieten der drei Flüsse gehört, ist als eine neue Prachtperle in der tibetischen Landschaft ein mehrere hundert Kilometer langer Waldgürtel, der sich von Xigaze bis Zetang erstreckt, entstanden. Dieses System bietet einen guten Schutz vor Erosion im Einzugsgebiet des Yarlung Zangbo.

Durch den wirksamen Schutz der natürlichen Wälder und durch die Aufforstung hat sich die von Wäldern bedeckte Fläche in Tibet ständig vergrößert: Lag sie in den 50er Jahren unter 1% der Gesamtfläche Tibets, so macht sie heute bereits 5,93% aus. Dies ist ein positiver Beitrag zur Verbesserung der Ökologie und Umwelt. Nach Messungen der betreffenden Stellen gibt es in Tibet jetzt im Jahresdurchschnitt weniger Tage mit Sandsturm als vor 30 Jahren: in Lhasa 32 Tage weniger, in Xigaze 34 Tage und in Zetang 32 Tage weniger. Dies ist der Tatsache zu verdanken, dass sich die Vegeta tionsdecke durch Aufforstung vergrößert hat.

— Merkliche Effekte wurden bei der umfassenden Bekämpfung der Bodenerosion erzielt. Das Hochland Tibet gehört zu den Kältesteppen mit relativ starker Bodenerosion. In den letzten rund 50 Jahren haben jedoch kombinierte Maßnahmen wie die Aufforstung in Verbindung mit Wasser bauprojekten gegriffen. Die Bodenerosion ist dadurch weitgehend gestoppt worden. Besonders in den letzten Jahren haben der Staat und das Autonome Gebiet Tibet mehr Geldmittel für die Bekämpfung der Bodenerosion aufge bracht und dabei gute Ergebnisse erzielt. Bis Ende 2001 hat der Staat solche Projekte in Tibet mit über 36,8 Millionen Yuan finanziert. Mit diesen Geldern sind auf 53 000 Hektar Bäume für den Wasser- und Bodenschutz und auf 67 000 Hektar Gras angepflanzt worden. Auf einer Fläche von 1166 Quadratkilometern wurde die Bodenerosion zum Stoppen gebracht. Ein Projekt zur umfassenden Sanierung der Kleinregion Radoigou im Kreis Qüxür bei Lhasa ist in Gang gesetzt worden. In Angriff genommen wurden auch Projekte zur Wasser- und Bodenerhaltung in den Kreisen z.B. Gyangze und Nyemo. Gleichzeitig hat das Autonome Gebiet Tibet mehrere Programme für den Wasser- und Bodenschutz und zur Erosionsbekämpfung ausgearbeitet, darunter das „Programm für die Wasser- und Bodenerhaltung in Tibet“ und die „Bestimmungen des Autonomen Gebietes Tibet für die Verwaltung der wasser- und bodenerhaltenden Projekte“. Prioritäten haben dabei die Vorbeugungs-, Überwachungs- und Schutzmaßnahmen mit dem Ziel, der durch menschliche Eingriffe verursachten Bodenerosion Einhalt zu gebieten. Im Jahr 2001 brachte das Autonome Gebiet Tibet mehr als 60 Millionen Yuan für den Aufbau eines Netzes für die Überwachung und Messung der Bodenerosion auf, das eine flächendeckende Überwachung und Messung im ganzen Gebiet ermöglicht.

— Positive Ergebnisse der Arbeiten zur Vorbeugung der Desertifikation und deren Bekämpfung wurden erzielt. Sandstürme hat es in Tibet immer gegeben. Der Treibhauseffekt und die Vergrößerung des Ozonlochs, die sich weltweit immer mehr bemerkbar machen, haben in den letzten Jahren in Tibet die Erhöhung der Schneegrenze, die Austrocknung von Seen und die Degeneration der Steppen zur Folge. Gebietsweise sind Degeneration, Versteinerungen und damit eine Qualitätsverminderung der Weiden festzu stellen. Um der Degeneration und Versandung der Weiden wirksam Einhalt zu gebieten, hat Tibet eine ganze Reihe von Gegenmaßnahmen in die Wege geleitet. Ausgehend von der Regulierung der Flüsse und Seen, wird dabei die Priorität auf die Sanierung von Kleinregionen und die Vermeidung der Versandung der Weiden gesetzt mit dem Ziel, ein relativ gesundes Wald- und Weidenökosystem zu errichten. Gleich zeitig werden sowohl Bäume und Sträucher als auch Gras angepflanzt. Die Aufforstungsbemühungen werden durch Maßnahmen wie die Absperrung von Bergen zur Waldpflege sowie die Aussaat von Flugzeugen aus unterstützt. Die Vegetationsdecke an den Ufern der Flüsse und der Seen und in den von der Degeneration und Desertifikation stark gefährdeten Gebieten wird durch Baum- und Grasbepflan zung wiederhergestellt. Am Oberlauf des Yangtse stehen Projekte zum Schutz von Naturwäldern und Projekte für die Rückverwandlung von Ackerland in Wald und Grasland sowie für den Schutz der Feuchtgebiete im Vordergrund. Im Jahr 2002 wurden hier über 13 000 Hektar Ackerland aufgeforstet. Die Zentralregierung stellte dabei 10 Millionen Yuan für den Kauf von Saatgut und Jungpflanzen, 15 Millionen Kilogramm Nahrungsmittel für die betroffenen Bauern und Hirten und 2 Millionen Yuan für ihren sonstigen Lebensunterhalt zur Verfügung. In Lhasa und Umland wirken große Aufforstungsprogramme der Bodenerosion entgegen, während in den wichtigen Agrargebieten Felder durch zwi schenliegende Waldstreifen geschützt werden. Durch diese Gegenmaßnahmen ist die Ausweitung der Desertifikation in Tibet weitgehend unter Kontrolle gebracht worden.

— Große Fortschritte wurden beim Schutz der Arten vielfalt gemacht. Tibet zählt zu den Gebieten mit einer großen Artenvielfalt in der Welt und bildet damit eine wichtige Genbank für die Artenvielfalt der Erde. Zur Zeit gedeihen in Tibet über 9600 Arten von wild wachsenden Pflanzen, von denen 39 seltene und gefährdete Wildpflan zenarten sind, die in die „Konvention über den internatio nalen Handel mit gefährdeten Arten der wild lebenden Tiere und Pflanzen“ (CITES) aufgenommen sind bzw. unter dem staatlichen Schwerpunkt-Schutz stehen. In Tibet leben 798 Wirbeltierarten und zirka 4000 Insektenarten, von denen 125 Tierarten vom Staat schwerpunktmäßig geschützt werden. Dies macht über ein Drittel der unter dem staatlichen Schwerpunkt-Schutz stehenden wild lebenden Tierarten aus. Etwa 600 höhere Pflanzenarten und über 200 terrestrische Wirbeltierarten sind nur auf dem Qinghai-Tibet-Plateau beheimatet.

In den vergangenen mehr als 50 Jahren haben der Staat und das Autonome Gebiet Tibet umfassende Bestandsaufnahmen über die biologischen Ressourcen in Tibet vornehmen lassen. Aufgrund dieser Untersuchungen sind Programme und Pläne zum wissenschaftlichen Artenschutz der frei lebenden Tier- und Pflanzenwelt ausgearbeitet sowie vielfältige Maßnahmen zum wirksamen Schutz der Res sourcen von seltenen Tieren und Pflanzen in freier Wildbahn getroffen worden. Gemäß den staatlichen gesetzlichen Bestimmungen wurden im Autonomen Gebiet Tibet gesetzes durchführende Organe für die öffentliche Sicherheit im Wald eingerichtet, und innerhalb der Bewaffneten Polizei hat man eine tibetische Hauptabteilung für den Wald ins Leben gerufen.

In den Grenzgebieten zwischen Qinghai, Xinjiang und Tibet wurden Sonderaktionen organisiert wie die „Huhxil- Aktion Nr. 1“, die vorwiegend dem Schutz der Tibet- Gazellen (Pantholops hodgsoni) gilt. Diese und andere Aktionen haben rechtswidrige, zerstörerische Eingriffe in die Fauna und die Raubjagd wirksam unterbunden.

Für den Aufbau der Infrastruktur in Bezug auf Waldsicherheit und Waldbrandverhütung in Tibet stellt der Staat jedes Jahr mehrere Millionen Yuan zur Verfügung. Im Jahr 2002 wurden 3,66 Millionen Yuan aus Staatsobligationen abgezweigt, die für die Finanzierung von Projekten im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Raubjagd vor allem auf Tibet-Gazellen bestimmt waren. Gleichzeitig wird in verstärktem Maße Aufklärungsarbeit für den Schutz der Wildtiere geleistet. Der Schutz der frei lebenden Tiere ist heute eine Aktion geworden, die die tibetische Bevölkerung aus freien Stücken unternimmt. Die Raubjagd auf Tibet- Gazellen, die eine Zeit lang gewütet hatte, ist im Wesentlichen unterbunden worden.

In den vergangenen mehr als 50 Jahren ist keine einzige Spezies in Tibet ausgestorben. Vielmehr sind die Arten noch bereichert worden, ein Beweis für den erfolgreichen Artenschutz. Der Tibetische Rothirsch (Cernus elaphus), den die internationale Faunaforschung im 20. Jahrhundert bereits für ausgestorben hielt, wurde in den 90er Jahren wieder entdeckt, und seine Herden haben sich inzwischen vergrößert.

Mit der ständigen Erweiterung der Öffnung wurden die in Tibet früher unbekannten Fischarten wie Karpfen, Karau schen, Flussaale und Schlammfische aus den anderen Lan desteilen eingeführt, ebenso ertragsergiebige und hochwer tige Rassen von Nutz- und Haustieren wie Rindern, Schafen, Schweinen, Hühnern und Enten sowie ertragreiche Sorten von Agrarpflanzen wie Mais, Wassermelonen und verschie denen Gemüsesorten.

— Bedeutende Leistungen wurden beim Aufbau von Naturschutzgebieten vollbracht. Die Errichtung von Naturschutzgebieten ist eine wichtige Maßnahme für den verstärkten ökologischen Aufbau und den Umweltschutz und letztendlich für die Durchführung der nachhaltigen Entwick lungsstrategie in Tibet. Beginnend in den 80er Jahren hat Tibet nacheinander über 70 Naturschutzgebiete verschie denen Typs eingerichtet, darunter drei der staatlichen Klasse (vier weitere sind in der Planung) und 15 auf der Gebiets ebene. Diese 18 Naturschutzgebiete haben zusammen eine Fläche von 401 000 Quadratkilometern, was etwa 33,4% der Gesamtfläche des Autonomen Gebiets bzw. 30,8% der Gesamtfläche der Naturschutzgebiete in ganz China entspricht. Die übrigen mehr als 50 Naturschutzgebiete sind solche auf der Bezirks- und Stadtebene. Somit ist ein Netz für den Naturschutz entstanden, ein Netz, das verschiedene Typen von geschützten Gebieten und relativ rationell verteilte Standorte auszeichnet. Im Einklang mit der Rahmenplanung und den Erfordernissen des Staates ist die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet dabei, das „Programm für die Entwicklung der Naturschutzgebiete im Autonomen Gebiet Tibet 1996-2010“ durchzusetzen. Geplant ist, vor 2010 in Tibet 28 Naturschutzgebiete auf der Staats- oder Gebiets ebene einzurichten. Dann wird Tibet, mit der Ausnahme von maritimen und küstennahen Naturschutzgebieten, über alle anderen Arten von Naturschutzgebieten verfügen.

In den bestehenden Naturschutzgebieten sind mensch liche Eingriffe wie Wirtschaftstätigkeiten strengstens einge schränkt mit dem Ziel, das natürliche Ökosystem wiederher zustellen. In der Mehrheit dieser Gebiete stabilisiert sich das natürliche Ökosystem und entwickelt sich schrittweise in Richtung eines guten Kreislaufs. Auf diese Weise werden die Lebensräume seltener und bedrohter Tierarten, wichtige Ökosysteme, wichtige Feuchtgebiete für Zugvögel, Natur landschaften von großem Forschungswert sowie geologische und biologische Relikte gut geschützt. In Tibet stehen 125 wild lebende Tierarten und 39 Wildpflanzenarten unter staatlichem Schwerpunkt-Schutz. Sie und landestypische geologische Relikte werden in den Naturschutzgebieten gut behütet. 4,9% der Gesamtfläche des Autonomen Gebietes Tibet, das sind über 6 Millionen Hektar, sind Feuchtgebiete. Diesbezüglich steht Tibet an der Landesspitze. Außer in Tibet gibt es nirgendwo in der Welt Hochgebirgs-Feuchtgebiete. Nach den von den zuständigen Stellen in den Natur schutzgebieten angestellten Untersuchungen und Kontrollen ist die Artenzahl der wild lebenden Tiere und wild wach senden Pflanzen beträchtlich gestiegen. So haben sich die Bestände der wild lebenden Tiere um mehr als 30% vergrößert. Seltene Tiere, die viele Jahre hindurch nicht mehr gesichtet worden waren, sind in ihre früheren Lebensräume zurückgekehrt. Im Naturschutzgebiet Qangtang haben in den letzten Jahren frei lebende Tiere wie Tibetische Wildesel, Argali und Tibet-Gazellen zahlenmäßig zugenommen. Allein im Schwerpunkt-Schutzgebiet Nyima leben zur Zeit 40 000 bis 50 000 Tibet-Gazellen. Und nach der Errichtung eines Naturschutzgebiets für Schwarzhals-Kraniche (Grus nigri collus) am Mittellauf des Yarlung Zangbo verbringen immer mehr dieser Kraniche hier den Winter, zur Zeit etwa 80% des Weltbestandes.

III. Ökologischer Aufbau und Umweltschutz im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung

Das Ökosystem in Tibet ist so empfindlich, dass es der Fähigkeit zur Entstörung und Selbstverjüngung entbehrt. Von einer Zerstörung würde es sich lange Zeit kaum erholen. Seit mehr als 50 Jahren verfolgt Tibet stets eine Strategie der nachhaltigen Entwicklung und hält daran fest, den ökolo gischen Aufbau, den Umweltschutz und den Wirtschafts aufbau eng miteinander zu verbinden und koordiniert zu entwickeln. Das hat nicht nur zu einer schnellen wirt schaftlichen Entwicklung und stetigen Erhöhung des Lebens standards, sondern auch zum wirkungsvollen Schutz der Ökologie und Umwelt beigetragen. Die jüngste Untersu chung zeigt, dass das Wasser und die Luft in Tibet im Großen und Ganzen unverschmutzt blieben und dass in der Stadt die Konzentration der Schwebeteilchen in der Luft im Jahres durchschnitt nur zwischen 193 und 268 pro Kubikmeter liegt. Im ganzen tibetischen Gebiet ist noch kein einziger schwerer Unfall hinsichtlich der Umweltverschmutzung passiert. Die wichtigen Flüsse und Seen blieben zum großen Teil unberührt.

— Großer Wert wurde darauf gelegt, dass die land wirtschaftliche Produktion und Erschließung mit dem Umweltschutz und dem ökologischen Aufbau Schritt halten. Aufgrund der widrigen Naturbedingungen und der schwachen Infrastruktur hat die Landwirtschaft in Tibet einen niedrigen Ertrag an Getreide und ist sehr anfällig für Naturkatastrophen. Deshalb muss man den Aufbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur verstärken, die Acker flächen mit niedrigen Erträgen verbessern und bei der landwirtschaftlichen Produktion und Entwicklung aktiv danach streben, die ökologische Qualität der Landwirtschaft zu erhöhen. Tibet legt großen Wert darauf, durch die Verbesserung der Ökologie und Umwelt im Zuge der landwirtschaftlichen Entwicklung die Getreideproduktion zu erhöhen. Mit Hilfe der Regierung wurden die für die Wasser und Bodenerhaltung ungünstigen Anbaugewohnheiten wie z.B. die seit Jahrtausenden übliche „weiße Brache", bei der man die Felder einfach brachliegen lässt, verändert und biologische Anbauformen wie der Fruchtwechsel zwischen Getreide und Futterpflanzen eingeführt. Damit wurden die Fruchtbarkeit und die Fähigkeit des Bodens zur Wasser aufnahme verstärkt. Man hat ferner gute Arbeit bei Was serbauprojekten geleistet und auch die Anlage von Wald streifen an Feldern forciert, um den Boden vor Erosion durch Wind und vor Versandung zu schützen. Durch unablässige Anstrengungen ist die Ertragsrate des Hauptanbaugebietes in Zentral-Tibet erheblich gestiegen, die Bodenerosion ist deutlich zurückgegangen, und die Naturbedingungen wie Wasser und Wärme, von denen die Feldfrüchte abhängig sind, wurden verbessert. Im Jahr 2000 stellten Fachleute fest, dass die Kennziffer für die gesamte Umwelt der Landwirtschaft in diesem Gebiet gegenüber vor zehn Jahren um 1,5 Pro zentpunkte gestiegen ist. Die Verbesserung der Ökologie und Umwelt hat eine ständige Erhöhung des Entwicklungsstandes der Landwirtschaft bewirkt. Seit 14 Jahren hat Tibet ununter brochen reiche Ernten erlebt. Die Getreideproduktion im Jahr 2001 betrug 982 500 Tonnen, womit sich Tibet selbst versorgen kann.

Mit großen Geldsummen vom Staat wurde in Tibet eine Reihe von Projekten zur umfassenden Entwicklung der Landwirtschaft aufgebaut. Dabei hat man stets darauf geachtet, die Bodenerschließung mit der Verbesserung der Ökologie zu verbinden und die Vergrößerung der Felder parallel mit der Verbesserung der Ökologie und Umwelt durchzuführen. Bei wichtigen Projekten wie der umfassenden landwirtschaftlichen Erschließung der Einzugsgebiete des Mittellaufs des Yarlung Zangbo und seiner Nebenflüsse Lhasa und Nyang Qu, in die die Zentralregierung direkt 1,2 Milliarden Yuan investiert hat, waren der Umweltschutz und der ökologische Aufbau Schwerpunkte der Arbeit. Nach Abschluss dieses Projekts haben die zuständigen Behörden eine Folgeüberwachung der Ökologie und Umwelt des Erschließungsgebiets angeordnet. Die Ergebnisse zeigen, dass durch die Verbindung der biologischen Maßnahmen mit denen der Bauprojekte die Nutzungsformen und der Nutzungseffekt des Bodens sowie die Flächen der künstlich angelegten Bodendecken merklich gestiegen sind, dass die Verwüstung und die Erosion des Bodens wirksam kontrolliert wurden und dass sich die umfassenden Kennziffern für die ökologische Qualität um eine bis drei Stufen erhöht haben. Die umfassende Entwicklung der Landwirtschaft hat enorme Vorteile nicht nur für die wirtschaftliche, sondern auch für die soziale und ökologische Entwicklung gebracht.

— Die besten Industrieprojekte wurden ausgewählt, und die Bekämpfung und Vorbeugung von Verschmut zungen wurde verstärkt. Erst nach der friedlichen Be freiung hat sich die Industrie in Tibet Schritt für Schritt entwickelt. Bis heute gibt es hier nur sehr wenige Industrie betriebe, und die industrielle Verschmutzung ist demzufolge nicht auffällig. Um möglichst zu vermeiden, dass sich die Entwicklung der Industrie auf die Ökologie und Umwelt negativ auswirkt, hält die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet stets daran fest, der Entwicklung und dem Umweltschutz gleichermaßen Aufmerksamkeit zu schenken. Bei der Entwicklung der Industrie hat man sich das Ziel gesetzt, dass die Effizienz für die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung übereinstimmt. Keinesfalls soll ein Industrieprojekt realisiert werden, nur um wirtschaftliche Vorteile anzustreben und eine industrielle Lücke zu füllen. So hat die Regierung eine Reihe von Maßnahmen zur wirksamen Be kämpfung der Verschmutzung getroffen, die garantieren sollen, dass die Entwicklung der modernen Industrie die Ökologie und Umwelt nicht zerstört. Erstens werden industrielle Verschmutzungen durch die Regulierung der Branchen- und Produktstruktur sowie durch die technische Umgestaltung vermieden bzw. behandelt. Beispielsweise hat die Fabrik für Lederwaren in Lhasa zugleich mit der Einführung fortschrittlicher technologischer Anlagen aus Deutschland auch entsprechende Einrichtungen zum Um weltschutz importiert. Die Lhasa-Brauerei, die früher das Wasser erheblich verschmutzte, hat im Zuge technischer Erneuerungen über 4 Millionen Yuan in die Abwasserbehandlung investiert, so dass sie ihr Abwasser nun norm gerecht ableitet. Zweitens wird die Überwachung der Umwelt strikt durchgeführt, und jene Betriebe, die ihre Abfallstoffe noch nicht normgerecht emissieren, werden saniert. Nach dem Prinzip der Regulierung der industriellen Struktur, nach dem man große Betriebe errichten und kleine schließen soll, wurden sechs Zementfabriken im Stadtgebiet von Lhasa, die die Umwelt schwer belastet haben, geschlossen. Auch andere Verschmutzungen verursachende Betriebe wurden stillgelegt, und rückständige technische Anlagen, die vom Staat verboten wurden, hat man ausrangiert.

— Die Bewertung der Einflüsse der Erschließung von Ressourcen und der wichtigen Infrastrukturprojekte auf die Ökologie und Umwelt und deren Verwaltung wurden verstärkt. Alle Neu-, Um- und Ausbauprojekte werden erst nach einer Bewertung ihrer Einflüsse auf die Umwelt genehmigt. Die Bewertung der Einflüsse auf die Umwelt und das System der „Dreifachen Gleichzeitigkeiten“ (beim Aufbau eines Projekts werden die Einrichtungen zur Vorbeugung und zur Bekämpfung von Verschmutzungen mit den Hauptgebäuden gleichzeitig geplant, gebaut und in Betrieb genommen) werden strikt durchgeführt. Bei mehr als 80% der großen und mittelgroßen Projekte wurde die Einflussbewertung bereits praktiziert. Bei einem Projekt für die Erschließung von Chromeisen in Norbusa und Shang kasam wurden die Maßnahmen zum Schutz der Ökologie und Umwelt als Schwerpunkt der Erschließung umgesetzt. Auch beim weltbekannten Wasserkraftwerk am See Yamzhoyumco wurde von der Entscheidung über seinen Bau bis zur Fertigstellung der Umweltschutz umfassend in Betracht gezogen. Seit Inbetriebnahme dieses Kraftwerks hat die Stromerzeugung nicht zum Fallen des Wasserstands dieses Sees geführt. Seine Ökosysteme und seine natürliche Umwelt wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen.

— Auf die umfassende Verbesserung der Ökologie und Umwelt in den Städten und Gemeinden sowie der Lebensumwelt in den dicht bevölkerten Regionen Tibets wurde großer Wert gelegt. Seit langem steht die umfassende Verbesserung der Ökologie und Umwelt in den Städten und Gemeinden auf der Liste der Schwerpunkte beim ökolo gischen Aufbau und Umweltschutz in Tibet. Um eine gute Luftqualität zu garantieren, hat Tibet in den Städten und Gemeinden die Verwendung umweltfreundlicher Energien aktiv gefördert. Als Haushaltsbrennstoffe werden Holz, Kuhfladen, Kohle und Öl allmählich nicht mehr gebraucht. Viel Mühe wird darauf verwandt, den Einsatz von Gas zu steigern. Im Jahr 2001 benutzten bereits 44 600 Haushalte in Lhasa und Xigaze (83% aller Haushalte) flüssiges Erdgas. Durch die aktive Nutzung der sauberen Energien wie Wasserkraft, Erdwärme, Solarenergie und Windenergie hat sich ein System der Energiegewinnung und -nutzung heraus gebildet, in dem mit der Wasserkraft als Hauptenergieträger mehrere Energieträger sich ergänzen, was sich positiv auf den Umweltschutz auswirkt. Durch den Gebrauch der Solar energie im ganzen Autonomen Gebiet Tibet werden zur Zeit jährlich 130 000 Tonnen Standardkohlen eingespart.

Lhasa und Xigaze haben jetzt eine begrünte Fläche von 1693,6 Hektar, 47,48 Hektar sind öffentliche Grünanlagen. Insgesamt sind 23,5% der bebauten Gebiete begrünt. Der Aufbau des Wasserleitungsnetzes über und unter der Erde und die Behandlung von Abfallstoffen wurden verstärkt. Die Wasserversorgungsleitung hat eine Länge von 679,46 Kilometern und die der Abflussrohre eine Länge von 392,77 Kilometern. Mit einer Investition in Höhe von 51,2794 Millionen Yuan ist in Lhasa eine Deponie für städtische Abfälle errichtet worden. Einrichtungen zur Müllbeseitigung sind auch in anderen Städten und Gemeinden geplant oder bereits im Bau.

— Die umweltfreundlichen Industrien mit lokalen Charakteristika einschließlich des Tourismus wurden tatkräftig entwickelt. Industrien mit lokalen Charakte ristiken zu entwickeln, die die Ökologie und Umwelt wenig belasten, ist nach wie vor eine wichtige Politik zur Be schleunigung des wirtschaftlichen Aufbaus in Tibet. Mit seinen einzigartigen geografischen und kulturellen Bedin gungen besitzt Tibet hervorragende Bedingungen für die Entwicklung des tertiären Sektors wie z.B. des Tourismus. Die Volksregierung des Autonomen Gebiets Tibet verab schiedete 1996 die „Resolution zur Beschleunigung der Entwicklung des Tourismus“. Als eine der Säulenbranchen wurde der Tourismus vorrangig und energisch ausgebaut. Im Jahr 2001 kamen 686 100 Besucher aus dem In- und Ausland nach Tibet. Das daraus erzielte Einkommen erreichte 750 Millionen Yuan und 46,38 Millionen US-Dollar. Im Tourismus sind heute 6506 Personen tätig, und mehr als 30 000 arbeiten in Branchen, die mit dem Tourismus eng verbunden sind. So hat der Tourismus eine immer höhere Stellung in der tibetischen Volkswirtschaft eingenommen. Gleichzeitig hat man in Tibet stets die vom Tourismus drohenden Gefahren für die Ökologie und Umwelt in Betracht gezogen, auch wenn der Tourismus relativ wenig Verschmutzung mit sich bringt, und die für den Tourismus und den Umweltschutz zuständigen Behörden haben aktive Maßnahmen getroffen, um durch die Sammlung, Sortierung und Behandlung der Abfälle eine Verschmutzung der Ökologie und Umwelt zu vermeiden. Sogar in den Basislagern für die Bergsteiger auf dem Qomolangma wurden unter schwierigsten Bedingungen Sammelstellen für die Abfälle von Bergsteigern und Touristen errichtet, und der Müll wird hier regelmäßig abge fahren und entsorgt.

IV. Die Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie als umweltfreundliche Eisenbahn bauen

Vor der friedlichen Befreiung gab es in Tibet keine Fernstraße, der wirtschaftliche und gesellschaftliche Verkehr innerhalb Tibets sowie mit den anderen Landesteilen hatte sich ausnahmslos auf die Postwege und auf Menschenkräfte, Maultiere sowie andere Zug- und Tragtiere zu stützen. Heute besteht in Tibet bereits ein dreidimensionales Verkehrsnetz aus insgesamt 24 000 Kilometer Fernstraßen, mehr als zehn Fluglinien und über 1000 Kilometer langen Pipelines. Allerdings ist Tibet immer noch Chinas einziges Gebiet auf Provinzebene ohne Zugverbindung. Der Verkehr bildet immer noch einen Engpass für die rasche Entwicklung der tibetischen Wirtschaft und Gesellschaft und die Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung. Der Bau der Qinghai- Tibet-Eisenbahnlinie ist deshalb ein langer und sehnlicher Wunsch der Bevölkerung der verschiedenen Nationalitäten Tibets. Er verkörpert nicht nur die Bedürfnisse nach der Verstärkung der Verbindung Tibets zu den anderen Landesteilen Chinas, nach dem Vorantreiben der Entwicklung der tibetischen Wirtschaft und Gesellschaft und nach der Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensstandards der tibetischen Bevölkerung, sondern ist auch für die Förderung der Geschlossenheit und der gemeinsamen Prosperität der verschiedenen Nationalitäten von größter Bedeutung.

Am 29. Juni 2001 wurde nach der Genehmigung durch die Zentralregierung der Bau der Strecke von Golmud nach Lhasa als zweite Bauphase der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie in Angriff genommen. Für diese Eisenbahnlinie von 1142 Kilometer Länge wurde eine gesamte Investition von 26,21 Milliarden Yuan und eine Baudauer von sechs Jahren vorgesehen. Dass man eine umweltfreundliche Eisenbahn bauen wolle, stand schon bei Beginn der Planungsarbeiten fest.

— Schon bei den Vorstudien wurden die Einflüsse der Eisenbahnlinie auf die Umwelt gewissenhaft beurteilt. In der Vorstufe des Eisenbahnbaus hatten die zuständigen Abteilungen im Hinblick auf Umweltfragen mehrere Themen für eine genaue Untersuchung festgelegt. Auf dieser Grund lage hat die Zentralregierung Wissenschaftler verschiedener Disziplinen dazu organisiert, die Einflüsse der Errichtung der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie auf die Ökologie und Umwelt gemäß dem Umweltschutzgesetz, dem Gesetz über die Wasser- und Bodenerhaltung, dem Gesetz über den Schutz der wild lebenden Tiere und den anderen diesbezüglichen Gesetzen und Vorschriften sowie entsprechend den Erfordernissen des „Nationalen Aufbauplans für die Ökologie und Umwelt" und des „Nationalen Programms für den Schutz des Ökosystems und der Umwelt" wissenschaftlich und exakt vor Ort zu erkunden und darüber zu berichten. Umfassende Thesen zur Beurteilung der Einflüsse auf die Umwelt und ein Bericht über die Einflüsse auf die Umwelt wurden erarbeitet, ein Plan für den Schutz des Ökosystems und der Umwelt wurde aufgestellt, eine gewissenhafte Beurteilung der Ein flüsse auf die Umwelt wurde vorgenommen. Entsprechend den Forderungen dieser Beurteilung wurde für das Bau projekt das Prinzip festgesetzt, „die Vorbeugung als Haupt aufgabe zu betrachten, dem Schutz den Vorrang zu geben, auf die Erschließung und den Schutz ein gleichwertiges Gewicht zu legen“. Für die Projektierung, Bauausführung und die Verwaltung der Umwelt sollte das Ergebnis dieser Beurtei lung die Richtschnur sein. Um das Ökosystem und die Umwelt entlang der Eisenbahnlinie gut zu schützen, werden entlang der ganzen Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie 1,2 Mil liarden Yuan in verschiedene Projekte zum Schutz der Umwelt investiert — ein Superlativ in der Baugeschichte der chinesischen Eisenbahn.

— In der Projektierungsphase der Eisenbahnlinie war der Schutz des Ökosystems und der Umwelt ein entschei dender Faktor für den zu erarbeitenden Bauplan. Der Schutz des Ökosystems und der Umwelt war ein grund legender Leitgedanke bei der Projektierung der Qinghai- Tibet-Eisenbahnlinie. Bei der Wahl der Strecken für die Schienenverlegung hat man sich weitmöglichst um eine Umgehung der schwerpunktmäßigen Habitate der wild lebenden Tiere bemüht. So wäre nach dem ursprünglichen Streckenplan das Naturschutzgebiet für die Schwarzhals- Kraniche (Grus nigricollus) am Mittellauf des Yarlung Zangbo durchschnitten worden, doch um die Störung der Tiere zu vermeiden, hat man sich nach Anhörung verschie dener Seiten schließlich für einen Streckenplan durch das Gebiet Yangbajain entschieden. Was jene Strecken betrifft, die unbedingt durch die freie Wildbahn der Tiere verlaufen müssen, beispielsweise die Strecken durch die Natur schutzgebiete Huhxil, Qumar und Soga, so wurden bei der Projektierung mehrere Streckenpläne zum Vergleich und zur Auswahl vorgelegt und nach Untersuchungen Regeln zum Schutz getroffen, um eine Störung der Naturschutzgebiete auf ein Minimum zu reduzieren. Auf der Grundlage von Untersuchungen der Eigenarten und der Migrationsgesetze der Tiere entlang der Strecken wurden an verschiedenen Standorten 25 Durchgänge für die Tiere angelegt. Auch bei der Projektierung von Brücken und Kanälen wurde den Bedürfnissen der Tiere, die Eisenbahn zu überqueren, vollauf Rechnung getragen. So wurden an vielen Stellen extra Überführungen für die Überquerung der Tiere angelegt, um den Tieren entlang der Eisenbahnlinie ihr freies Leben in größtem Maße zu gewährleisten. Die in Huhxil beheimateten Tibet-Gazellen (Pantholops hodgsoni), die als eine vom Aussterben bedrohte Art erster Klasse unter staatlichem Artenschutz stehen, wandern jährlich im Juni und Juli in Scharen in die Gebiete um den Zhoine- und Taiyang-See, wo die trächtigen Tiere werfen. Um die Tiere dabei nicht zu stören, stellten die mit dem Streckenbau beschäftigten Bau unternehmen die Arbeiten vier Tage lang ein. Die Bauarbeiter und Maschinen wurden weggeschafft, und die farbigen Banner, die die Gazellen abschrecken hätten können, wurden entfernt, um den Tieren zu ermöglichen, unbehindert durch die Baustellen zu wandern und sich zu vermehren. Zum Schutz der natürlichen Umwelt der Steppen- und Feuchtgebiete wurden bei der Projektierung in großer Zahl Brücken eingeplant. So entstanden allein im Autonomen Gebiet Tibet zu diesem Zweck geschlagene Brücken mit einer gesamten Länge von 13 Kilometern.

In den Bahnhöfen der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie werden nach der Fertigstellung zur Heizung umweltfreund liche Energien mit der Elektrizität, der Solarenergie und der Windkraft als wichtigsten Energieträgern verwendet. Abfälle werden gesammelt und konzentriert entsorgt, und Abwässer werden nach der Klärung normgerecht abgeleitet und möglichst für die Bewässerung der Grünanlagen verwendet. Die Waggons in Personenzügen sind abgeschlossen. In den Zügen anfallender Müll wird in Tüten eingesammelt und in die Bahnhöfe unterhalb des Hochplateaus zur konzentrierten Entsorgung geschickt. Entsprechend den Besonderheiten des Hochplateaus wird der Verwaltungsmodus von den zentralen Bahnhöfen praktiziert. Auf der ganzen Bahnlinie werden sieben zentrale Bahnhöfe eingerichtet, und jeder zentrale Bahnhof ist zuständig für die Verwaltung eines Gebiets im Radius von rund 80 Kilometern und trägt dafür die Ver antwortung für den Betrieb und die Wartung. Angestrebt werden eine weitmöglich ferngesteuerte automatisierte Kontrolle und mechanisierte Wartung, so dass die Institu tionen und ihre Besatzungen auf dem Hochplateau klein gehalten werden können, um auch auf diese Weise die Umwelt auf dem Qinghai-Tibet-Plateau zu schützen.

— Bei der Bauausführung wurden die Einflüsse auf das Ökosystem und die Umwelt nach aller Möglichkeit reduziert. Um die negativen Einflüsse auf das Ökosystem und die Umwelt auf ein Minimum zu begrenzen, hat die Oberleitung für den Bau der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie mit den Bauunternehmen jeweils Verantwortlichkeitsverträge für den Schutz des Ökosystems und der Umwelt abge schlossen. Die Bauunternehmen mussten sich verpflichten, ein vervollkommnetes System für den Schutz des Öko systems und der Umwelt und diesbezüglche Vorschriften zu etablieren bzw. auszuarbeiten, Verwaltungsabteilungen für den Umweltschutz einzurichten und hierfür haupt und nebenberufliche Verwaltungsleute einzusetzen. Sie mussten dafür sorgen, konkrete Maßnahmen für die Durchsetzung des Schutzes des Ökosystems und der Umwelt zu ergreifen, die ergriffenen Maßnahmen mussten wissenschaftlich sein und die Baupläne den Anforderungen für den Schutz des Ökosystems und der Umwelt entsprechen. Die für Boden und Ressourcen, für den Umweltschutz und für Wasserwirtschaft zuständigen Behörden und die betreffenden Abteilungen für das Aufbauwesen, für Projektierungen, für Bauaufsicht und für die Bauausführung entschieden sich gemeinsam für die Standorte der Lehm- und Sandgruben und Steinbrüche sowie der Abfallabladungen, bestimmten je nach der Sonnenschein dauer und dem Eisschmelzen gemeinsam rationelle Abstände zwischen den Lehmgruben und den Gleisbettungen, legten gemeinsam die Routen für die Fahrzeuge und Bauarbeiter fest und sorgten gemeinsam dafür, strikt in den vorbestimm ten Bereichen die Bauarbeiten und anderen Tätigkeiten durchzuführen, um die Stabilität der Tundra-Schichten zu garantieren.

Man ist ferner darum bemüht, die Flussquellen und Feuchtgebiete entlang der Eisenbahnline zu schützen, um die Versandung der Quellgebiete, die Schrumpfung der Feucht gebiete, die Degeneration der Steppen und die Verschmut zung der Wasserqualität infolge der Bauarbeiten zu ver meiden. Sorgfältige Arbeit ist außerdem zu leisten, um die Bodendecken zu schützen bzw. wiederherzustellen, die Grasdecken auf den für das Wachstum der Vegetation schwierigen Landstrichen und Gleisbettungen sowie den für die Bauarbeiten notwendigen Fahrwegen zu bewahren, stückweise zu verpflanzen und in anderen Standorten zu erhalten. Damit werden später die Böschungen der fertigen Bahnkörper bzw. die Bodenoberflächen der Baustellen be deckt, um den Verlust an Bodendecken auf ein Minimum zu reduzieren. Für Landstriche mit relativ guten Naturbe dingungen sind plateaugerechten Gras- und Krautarten durch eine sorgfältige Zuchtwahl zu finden und dann geeignete Aussaat-, Vermehrungs- und Züchtungstechniken anzuwen den, um mit größter Anstrengung den Bodenbewuchs wieder herzustellen. Für Landstriche mit weniger guten Naturbedin gungen sind Versuche über die künstliche Heranbildung von Grasdecken durchzuführen und Techniken wie Spritzaussaat und Folienbedeckung anzuwenden. Versuche mit dem Grasanbau an Bahnkörpern auf dem Plateau haben schon im Quellgebiet des Yangtse am Fluss Tuotuo erste Erfolge erzielt. Die Erbauer der Bahnlinie werden jedenfalls alle möglichen Maßnahmen ergreifen und sich darum bemühen, eine den Anforderungen des Umweltschutzes entsprechende Eisen bahn zu errichten.

Das Ökosystem und die Umwelt entlang der Eisenbahn linie gut zu bewahren ist der Angelpunkt für den Bau der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie, und dafür haben die verschiedenen Bauunternehmen bei der Bauarbeit größte Anstren gungen unternommen. Beispielsweise machten von den 13 zu entwickelnden schwierigen Technologien für Bauprojekte im Rahmen der Lösung der wissenschaftlich-technischen Schlüsselaufgaben des Büros Nr. 14 des Chinesischen Eisen bahnamtes die Themen für die umweltfreundlichen Bauar beiten fast die Hälfte aus. Dabei wurden sechs Kontrolleure für den Schutz des Ökosystems und der Umwelt eingesetzt, die für den ökologischen Schutz auf bzw. an den Baustellen entlang der Eisenbahnlinie verantwortlich sind. Es wurde gefordert, bei allen Tätigkeiten wie der Anlage von Baracken für die Bauarbeiter, dem Einzug der Bauarbeiter und Maschinenanlagen in die Baustellen, dem Bau von Wegen, dem Steinbrechen und der Anlage von Lehmgruben und Straßengräben die Arbeitsflächen möglichst klein zu halten und die Bereiche für das Leben der Bauarbeiter abzugrenzen, um die schwache Vegetation auf dem Plateau mit aller Kraft zu schützen.

— Effektive Maßnahmen wurden getroffen, um die Schädigung der Ökologie und der Umwelt auf dem Plateau durch die Bauarbeiten in größtem Maß zu vermindern. Um die Schädigung der Umwelt durch die Bauarbeiten zu vermindern, setzen die Bauunternehmen Maschinenanlagen mit hoher Leistung, niedriger Lärm belästigung und möglichst geringer Umweltbelastung ein und praktizieren hoch mechanisierte Bauweisen. Sie unternehmen größte Anstrengungen, um die Zahl der Verwaltungsleute und Bauarbeiter auf den Baustellen klein zu halten. Was die Betonarbeiten betrifft, so werden nach Möglichkeit Fertig teile verwendet und diese auf den Baustellen montiert. Um beim Brückenbau die Umweltverschmutzung an den Bau strecken durch den anfallenden Schlamm zu vermindern, wurde nach Möglichkeit ein Trockenbohrverfahren mittels Drehbohranlagen angewandt. Um die Wasserverschmutzung durch die Bauarbeiten zu vermeiden, forderte das Bau kommando, dass alle durch die Bauarbeiten erzeugten Abwässer und die Abwässer durch die Lebenshaltung der Bauarbeiter aus den Baracken erst nach Klärung normgerecht abgeleitet werden dürfen. Feste Abfälle von den Bauarbeiten und der Müll aus der Lebenshaltung der Arbeiter werden gesammelt und sortiert. Die recyclingfähigen Teile werden möglichst wieder verwendet, alles übrige wird an eine umweltgerechte Stelle geschickt und konzentriert entsorgt.

— Die Kontrolle und Überprüfung des Umweltschut zes wurden forciert, um die Verwirklichung der Ziele für den Umweltschutz zu gewährleisten. Beim Bau der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie wurde zum ersten Mal ein System praktiziert, nach dem die Oberbauleitung eine dritte Seite beauftragte, die Kontrolle des Umweltschutzes entlang der ganzen Linie im ganzen Prozess der Bauarbeiten zu übernehmen. Um diese Kontrolle und Überprüfung des Um weltschutzes zu forcieren, haben das Staatliche Hauptamt für den Umweltschutz und das Ministerium für die Eisenbahn gemeinsam ein Rundschreiben über die Verstärkung der Arbeit zur Kontrolle und Verwaltung der Ökologie und der Umwelt beim Bau der Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie bekannt gegeben, das spezielle Anordnungen für den Schutz sowie die Kontrolle und Überprüfung der Umwelt in den einzelnen Bauphasen vorsah. Das Staatliche Hauptamt für den Umwelt schutz und das Eisenbahnministerium haben zusammen mit den anderen zuständigen Abteilungen mehrere Kontrollgrup pen entsandt, um die Umsetzung der verschiedenen Maß nahmen für den Umweltschutz während der Bauarbeiten zu überprüfen. Sobald man einen Verstoß gegen die Bestim mungen feststellte, wurden sofort strenge Strafen verhängt.

Es ist somit wohl begründet, davon überzeugt zu sein, dass die Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie eine Eisenbahn sein wird, die den Anforderungen des Umweltschutzes ent sprechen und zum Wohl der tibetischen Bevölkerung aller Nationalitäten beitragen wird.

V. Strategische Wahl der nachhaltigen Entwicklung

Seit mehr als 50 Jahren hat Tibet unter der Obhut der Zentralregierung und mit der Unterstützung des ganzen chinesischen Volkes sowie durch die harte Arbeit der tibetischen Bevölkerung aller Nationalitäten nicht nur eine umwälzende Veränderung der Gesellschaft erfahren, sondern auch im ökologischen Aufbau und im Schutz der Umwelt aufsehenerregende Erfolge erzielt. Das heutige Tibet, in dem nicht nur die Wirtschaft sich entwickelt, die Gesellschaft Fortschritte macht und die Bevölkerung ein gesichertes Leben führt, sondern auch die Berge und klaren Flüsse eine Vielfalt von Tieren und Pflanzen aufweisen, ist ein „Shangri La" im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Rückständigkeit so schnell wie möglich abzuschütteln und rasch den Weg der Modernisierung zu gehen ist ein für die Fortschritte und die Entwicklung der tibetischen Gesell schaft notwendiges Erfordernis und zugleich auch ein sehnli cher Wunsch der tibetischen Bevölkerung aller Nationalitäten. Tibet liegt auf dem Qinghai-Tibet-Plateau, hier herrschen besondere geographische Bedingungen mit einer ökologisch sehr anfälligen Umwelt. Die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ressourcen zu schützen, die Qualität der Öko logie und der Umwelt zu verbessern, die Integrität und das gute Anpassungsvermögen der Ökosysteme zu gewährleisten und die Sicherheit für die Ökologie sowie die harmonische Einheit und koordinierte Entwicklung der Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu garantieren ist ein wichtiger Inhalt der Entwicklung Tibets zur Modernisierung und eine strategische Wahl der nachhaltigen Entwicklung Tibets.

Die Ökologie Tibets und seine Umwelt dürfen nicht durch eine Einstellung der Entwicklung aufrechterhalten werden, ebensowenig darf man durch die Störung des Ökosystems und der Umwelt einen kurzfristigen Effekt der wirtschaft lichen Entwicklung erzielen wollen. Im Gegenteil soll man nur den Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwick lung entsprechen, gleichzeitig am Wirtschaftsaufbau und dem Schutz des Ökosystems und der Umwelt festhalten, den Schutz der Umwelt bei der Entwicklung der Wirtschaft beachten, eine weitere Entwicklung unter Berücksichtigung des Umweltschutzes anstreben und eine Strategie der nachhaltigen Entwicklung durchsetzen. Der ökologische Aufbau und der Umweltschutz müssen aktiv und dynamisch sein anstatt passiv, konservativ und verschlossen. Man darf nicht unter dem Vorwand, den anfälligen und natürlichen Urzustand aufrechtzuerhalten, den gegenseitigen Austausch und die gegenseitige Einwirkung zwischen den Menschen und der natürlichen Umwelt ablehnen und die Entwicklung der tibetischen Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Erhöhung des Lebensniveaus der tibetischen Bevölkerung behindern.

Tibet muss im Verlauf der Modernisierung die Bezie hungen zwischen der Erschließung und Nutzung der Ressourcen einerseits und dem Schutz des Ökosystems und der Umwelt andererseits stets richtig behandeln und die Umwandlung der wirtschaftlichen Wachstumsmodi fördern. Die Erfahrungen der Entwicklung in Tibet zeigen, dass die Erschließung und Nutzung der Ressourcen den Gesetz mäßigkeiten der Natur entsprechen muss, dass man dabei sowohl die langfristigen als auch die gesamten Interessen in Betracht zu ziehen hat. Erfolgshascherei und das Überfordern der Tragbarheit des Ökosystems und der Umwelt sind zu vermeiden. Die Erschließung und Nutzung der Ressourcen und der Schutz des Ökosystems und der Umwelt müssen mit wissenschaftlichen Einstellungen und Methoden durchgeführt werden. Wo eine Erschließung und Nutzung untersagt wird, muss man jedenfalls damit aufhören; wo eine Erschließung notwendig ist, muss man sich dabei ein klares Ziel setzen und dabei wissenschaftliche Methoden anwenden, und man muss unnötige und negative Auswirkungen auf die Funktionen des Ökosystems entschieden vermeiden. Nur auf diese Weise kann eine rationelle und wissenschaftliche Nutzung der Naturressourcen in Tibet gefördert und können die Entwick lung der Wirtschaft und die Verbesserung des Ökosystems und der Umwelt verwirklicht werden.

Der ökologische Aufbau und der Umweltschutz in Tibet sind genauso wie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung im grundlegenden Interesse der tibetischen Bevölkerung aller Nationalitäten und beziehen sich auch auf die gemeinsamen Interessen des gesamten chinesischen Volkes. Die Bevölkerung aller Nationalitäten Tibets ist die wichtigste Antriebskraft und der unmittelbare Teilnehmer des ökolo gischen Aufbaus und des Umweltschutzes in Tibet, und sie ist auch der wichtigste Nutznießer der beim Schutz des Ökosystems und der Umwelt erzielten Errungenschaften. Den ökologischen Aufbau und den Umweltschutz in Tibet zu entwickeln kommt dem Staat und dem Volk zugute und trägt zum Wohl sowohl der jetzigen Generation als auch unserer Nachkommen bei.

Seit über 50 Jahren haben die Zentralregierung und die lokale Regierung Tibets, ausgehend von den fundamentalen Interessen der tibetischen Bevölkerung und den grundlegen den Erfordernissen für die gemeinsame Prosperität des gesamten chinesischen Volkes aus allen Nationalitäten sowie im Geiste der hohen Verantwortung für die Nachkommen schaften und für die ganze Welt, größte Anstrengungen für die Förderung und Entwicklung des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes in Tibet gemacht und dabei Erfolge erzielt, die die Aufmerksamkeit der Welt auf sich lenkten.

Die Dalai-Clique und die internationalen chinafeindlichen Kräfte negierten die objektiven Tatsachen der Entwicklung des ökologischen Aufbaus und des Umweltschutzes in Tibet, fabrizierten und verbreiteten überall in der Welt Gerüchte, indem sie u.a. behaupteten, dass die chinesische Regierung „das Ökosystem und die Umwelt in Tibet zerstörte“, „die Naturressourcen in Tibet ausplünderte“ und „den Tibetern das Existenzrecht raubte“, im vergeblichen Versuch, die Welt öffentlichkeit hinters Licht zu führen und das Image Chinas in den Dreck zu ziehen. Dem Wesen nach versuchten sie unter der Vorspiegelung der Fürsorge für den Schutz des Ökosystems und der Umwelt in Tibet, den gesellschaftlichen Fortschritt und die Entwicklung zur Modernisierung Tibets zu verhindern, um sich für den Versuch zur Wieder herstellung der rückständigen feudalen Gesellschaft unter der Leibeigenschaft in Tibet und zur Verwirklichung des politischen Zieles der Aufspaltung des Landes eine öffentliche Meinung zu verschaffen.

Allerdings bleibt hinsichtlich Tibets ökologischen Auf baus und Umweltschutzes noch viel zu wünschen übrig. Die Verschlimmerung der Umweltschäden in der ganzen Welt zieht vor allem die schwache Ökologie in Tibet in Mitlei denschaft, Tibet wird immer wieder von Schutt- und Schlammströmen, Erdrutschen, Bodenerosion, Schneestür men und anderen Naturkatastrophen heimgesucht, die Ver sandung der Erde bedroht die Ökologie Tibets, hinzu kommen Schädigungen der Umwelt durch menschliche Eingriffe im Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Zentralregierung und die lokale Regierung Tibets schenken diesen Problemen größte Aufmerksamkeit. Um den Schutz des Ökosystems und der Umwelt und die nachhaltige Nutzung der Naturressourcen zu gewährleisten und Vorbeu gungsmaßnahmen zur Bewältigung der bevorstehenden Probleme zu treffen, hat Tibet mit Unterstützung der Zentral regierung einen Plan für eine groß angelegte Durchführung des ökologischen Aufbaus und Umweltschutzes ausgearbeitet und 2001 bereits mit dessen Ausführung begonnen. Von jetzt an bis Mitte dieses Jahrhunderts werden mehr als 22 Milliarden Yuan in den Bau von über 160 Projekten in den Schutz des Ökosystems und der Umwelt investiert, um eine kontinuierliche Verbesserung des Ökosystems und der Umwelt in Tibet zu fördern. Zweifelsohne wird die tibetische Bevölkerung im Verlauf der künftigen Entwicklung eine noch schönere Umwelt schaffen und ein noch besseres Leben führen.

(China.org.cn, 30. April 2004)