Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>Natur und Umwelt Schriftgröße: klein mittel groß
09. 06. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Lage um verunreinigtes Leitungswasser in Hangzhou beruhigt sich

Schlagwörter: Wasserversorgung Hangzhou Benzol Alken Phenol Karbolsäure

Die Behörden haben in der ostchinesischen Provinz Zhejiang zwei Schulen in zwei Kreisen geschlossen, sagten Offizielle am Dienstag. Zuvor war die Wasserversorgung von 200.000 Anwohnern mit Industrieabfällen verseucht worden.

Beschwerdeanrufe von lokalen Bewohnern legten die Hotline des Yuhang-Wasserwerks in Hangzhou fast lahm, seit diese am Sonntag in ihrem Leitungswasser einen seltsamen Geruch wahrnehmen konnten. Lokale Umweltschutzbehörden fanden kurz darauf heraus, dass der südliche Tiaoxi-Fluss mit Benzol und Alken verunreinigt worden war. Die Behörden verdächtigen einen Industriebetrieb flussaufwärts, dass er organische Chemikalien in das Gewässer gepumpt hat. Ihm wurde befohlen, künftig keine Abfälle mehr auf diese Weise zu entsorgen.

Die Wasserversorgung musste in Teilen des nördlichen Hangzhou (darunter die Stadtteile Pingyao und Liangzhu) unterbrochen werden. "Es ist das erste Mal, dass die lokalen Behörden diese organischen Komponenten im Wasser fanden. Deswegen wissen wir noch nicht, auf welche Weise sie sich auf die Gesundheit auswirken", sagte Li Bingshi, Leiter des Yuhang-Wasserwerks, bei einer Pressekonferenz am Montag. Auf Nachfrage von Reportern musste er zugeben, dass das Trinkwasser nicht standardmäßig auf Benzol und Alken getestet wird.

Die Wasserversorgung des Bezirks Yuhang, in dem fast 850.000 Menschen legen, hängt größtenteils vom Wasser des Flusses ab. Das Yuhang-Wasserwerk speiste seit Sonntagabend kein Wasser mehr in die Leitungen. Ein Teil des Bezirks wird nun von der Hangzhou Water Group Company versorgt während die andere Hälfte von einem lokalen Reservoir bedient wird. Zudem wurden Tanklastwagen geschickt und zwei Schulen mussten seit Dienstag für drei Tage schließen.

Obwohl der Geruch bereits am Montagabend schwächer wurde, verbieten die lokalen Behörden den Restaurants und Lebensmittelherstellern im Yuhang-Distrikt weiterhin, Leitungswasser zu verwenden. Auch lokalen Bewohnern wurde empfohlen, ausschließlich abgefülltes Wasser zu trinken. "Die Qualität des Leitungswassers hat sich leicht verbessert. Die Distrikt-Verwaltung hat Experten eingeladen, damit diese die Ursache für die Verschmutzung und die gesundheitlichen Gefahren genauer untersuchen können", sagte Qi Jinhai, stellvertretender Direktor der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des örtlichen Parteikomitees. "Doch es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis wir Resultate vorweisen können."

Die Liegenschaftsverwaltung von Liangzhu New Town informierte die Bewohner am Sonntagabend unverzüglich über die Kontamination. "Ab Montagabend begannen wir, auf dem Gemeinschaftsplatz der Siedlung 19-Liter-Wasserkanister für zehn Yuan (ein Euro) zu verkaufen", sagte ein Angestellter der Liegenschaftsverwaltung mit dem Nachnamen Zhang.

Wang Jianling lebt in der Siedlung Forte Invaluable City im Yuhang-Distrikt. "Es war offensichtlich, dass das Leitungswasser stank", sagte Wang. "Ich habe zuvor in anderen Stadtteilen von Hangzhou gelebt und kann deswegen sagen, dass das Leitungswasser in Yuhang auch vor diesem Problem nicht so gut war wie in anderen Bezirken."

Trotz der Zusicherung, dass das Trinkwasser in Hangzhou andernorts sicher sei, haben die Anwohner panikartig Wasser in Flaschen gekauft. In manchen Supermärkten kauften die Kunden die Regale vollständig leer. In lokalen Medienberichten wurden Bilder von Menschen gezeigt, welche das Wasser gleich kistenweise kauften.

Hangzhou ist für seinen malerischen Westsee, seine Tee-Plantagen und die pittoresken Berge bekannt. Die Stadt will sich als UN-Weltkulturerbe bewerben. Hangzhou ist außerdem ein wichtiges Stoffproduktionszentrum in Zhejiang, einer der wohlhabendsten Industrieregionen Chinas.

Dies ist bereits der zweite Zwischenfall, bei dem das Trinkwasser in der Provinz verschmutzt wurde. Zuvor war am Samstag in Folge eines Verkehrsunfalls Karbolsäure in einen Fluss gelangt, der Hangzhou und andere Teile der Provinz mit Trinkwasser versorgt. Ein Lastwagen, der Phenol transportierte, das für die Produktion von Nylon und anderen synthetischen Fasern gebraucht wird, erlitt laut einem Bericht der Hangzhou Daily eine Panne. Noch während er repariert wurde, rammte ihn ein anderes Fahrzeug, wodurch der Behälter mit der Chemikalie beschädigt wurde. Dabei flossen 20 Tonnen der Chemikalie in den nahen Xin'an-Fluss. Beim Unfall kam ein Mechaniker ums Leben.

Quelle: german.china.org.cn

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Weitere Berichte zum Thema
-Nach Chemieunfall in Hangzhou: Büger reißen sich um sauberes Trinkwasser
Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr