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18. 02. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Arbeitskräftemangel

Höhere Kosten für chinesische Unternehmen wegen Frühlingsfestferien

Kostenlose Flugtickets für Wanderarbeiter, dies ist nur eine von vielen Maßnahmen, die chinesische Firmen in Industriegebieten an der Küste unternehmen, um Wanderarbeiter anzuwerben. Doch diese Maßnahmen aus Angst vor Arbeitskräftemangel sind kostspielig für chinesische arbeitsintensive Unternehmen und schmälern ihre Gewinne.

Die diesjährigen Frühlingsfestferien waren besondere für Liang Xiulong, eine 39 Jahre alte Wanderarbeiterin, die bei einer Textilfärbefirma in der ostchinesischen Provinz Zhejiang angestellt ist. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist sie mit dem Flugzeug geflogen – und das kostenlos.

Die 1.700 Kilometer lange Reise nach Hause in die südwestchinesische Provinz Sichuan hat nicht mehr als drei Stunden gedauert. "Wenn ich das Ticket hätte selbst bezahlen müssen, wäre ich mit Sicherheit nicht mit dem Flugzeug geflogen", so Liang. Ein One-Way-Ticket kostet über 1600 Yuan, oder um die 160 Euro, das ist fast so viel wie ihr monatlicher Lohn, wohingegen ein Zugticket nicht über 500 Yuan kostet.

In den vergangenen Jahren kostete sie die Heimreise rund 40 Stunden in überfüllten Zügen. Hinzu kam, dass sie die meiste Zeit stehen musste und keinen Sitzplatz bekam. "Aber egal wie anstrengend es auch ist, zum chinesischen Neujahr will ich auf jeden Fall nach Hause", erklärt sie gegenüber Journalisten.

Für Millionen chinesischer Wanderarbeiter sind die einwöchigen Ferien zum chinesischen Neujahr, das wichtigste traditionelle Fest des ganzen Jahres, die beste Gelegenheit, ihre Familien wieder zu sehen und mit denen, die ihnen nahe stehen, zu feiern. Nichts könnte sie davon abhalten, die Reise zu machen. Die diesjährigen Neujahrsferien haben am Samstag begonnen.

Liang's Arbeitgeber hat das Flugticket für sie bezahlt. In diesen Genuss kam sie, weil sie eine der zehn besten Angestellten der im Kreis Shaoxing ansässigen Firma, Asiens größte Textilbasis, ist. Dieses Jahr organisierten über hundert Arbeitgeber in Zhejiang gemeinsam drei Charterflüge, um rund 1000 ihrer besten Angestellten aus der Provinz Sichuan nach Hause fliegen zu lassen.

Sichuan ist ein Hauptherkunftsort für Wanderarbeiter in Zhejiang, dem südlichen Teil des Jangtse-Flussdeltas, das eines der wichtigsten export-orientierten Industriezentren Chinas ist. Über zwei Millionen Wanderarbeiter aus Sichuan arbeiten in Zhejiang.

Kostenlose Flug- oder Zugtickets sind nur eine von vielen Maßnahmen, die Firmen in Zhejiang und anderen Industriegebieten an der Küste unternehmen, um Wanderarbeiter anzuwerben. Aus Angst vor Mangel an Arbeitskräften haben Unternehmen in Zhejiang und anderen Gebieten ebenfalls Angebote oder Versprechen gemacht, für alle Wanderarbeiter höhere Löhne, mehr freies Essen und bessere Krankenversicherung bereitzustellen. Regierungsdaten belegen, dass die Löhne von Wanderarbeitern in Zhejiang, Jiangsu und Shanghai sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre verdoppelt haben, und zwar mit einem Wachstum doppelt so hoch wie die BIP-Wachstumsrate in demselben Zeitraum.

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Quelle: Xinhua

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