| Home | Aktuelles |
Multimedia |
Service |
Themenarchiv |
Community |
| Home>Fokus | Schriftgröße: klein mittel groß |
| 14. 07. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die Zahl der chinesischen Erwerbstätigen wird um das Jahr 2015 ihren Höhepunkt erreichen, während die Zahl der Gesamtbevölkerung noch weitere 15 Jahre steigt. Dies sagte ein chinesischer Demograf voraus. In vier Monaten beginnt die Volksrepublik mit einer Volkszählung.
Auch wenn die meisten Experten bei der Voraussage übereinstimmen, dass die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur verschiedene Effekte auf die Wirtschaft und Gesellschaft Chinas haben, so sind sie sich doch nicht einig, wann die sogenannte "demographische Dividende" verschwinden wird. Unter diesem Begriff versteht man das Zeitfenster, in dem die erwerbsfähige Bevölkerung zunimmt und gleichzeitig der Anteil der Alten und Kinder, die versorgt werden müssen, vergleichsweise niedrig ist.
Zhang Xuying, ein Gelehrter des Chinesischen Forschungszentrums für Bevölkerung und Entwicklung, welches der Nationalen Bevölkerungs- und Familienplanungskommission (NPFPC) untersteht, sagte am Montag der Tageszeitung Global Times, dass China im Jahre 2030 die größte Bevölkerung haben werde. "Die Vorhersage basiert auf vielen Variablen wie Geburtenrate, Sterblichkeit und Migration", erklärte Zhang. Nach Angaben des nationalen Statistikamts erreichte Chinas Bevölkerung Ende des vergangenen Jahres 13,3 Milliarden. Dabei habe es eine Wachstumsrate von 5,05 Menschen pro tausend Einwohner gegeben.
Professor Lu Jiehua vom Institut für Bevölkerungsforschung an der Peking Universität schließt sich Zhangs Ansicht an. Seinen Berechnungen nach werde der Gipfel der Bevölkerungszahl nicht später als im Jahre 2033 erreicht sein. Dabei geht er von einer Gesamtbevölkerungszahl von unter 1,5 Milliarden Menschen aus. "Der bevorstehende Wendepunkt bei der Bevölkerungsentwicklung ist allerdings nicht nur das Ergebnis der Familienplanung seit drei Jahrzehnten, sondern auch die Folge der Verstädterung, einer veränderten Haltung gegenüber Familie und der steigenden Kosten der Kindererziehung", führt Lu gegenüber Global Times aus. Wenn sich die soziale Entwicklung weiter beschleunigt, könne der Gipfel sogar schon früher erreicht werden. Die Bemerkungen sind eine Reaktion darauf, dass die NPFPC prognostiziert hatte, dass bis Ende des zwölften Fünf-Jahres-Plans (2011-2015) 1,39 Milliarden Menschen in China leben werden. Davon wohnen 700 Millionen in den Städten, womit die Stadtbevölkerung das erste Mal die Landbevölkerung zahlenmäßig übertrifft.
Gleichzeitig wird wahrscheinlich die Zahl der Menschen im Alter von über 60 Jahren bis zum Jahr 2015 die 200 Millionen-Marke übertreffen. Ab diesem Zeitpunkt sollen im Durchschnitt jährlich acht Millionen Chinesen ihr 60. Lebensjahr erreichen. Das sind jährlich 3,2 Millionen mehr als der Durchschnitt in der Zeit des laufenden Fünf-Jahres-Plans (2006 – 2010). Zhang erklärt: "Die Struktur der chinesischen Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren schnell verändert. Die Alterung und die Urbanisierung verlangsamen das Wachstum der erwerbstätigen Bevölkerung." Deswegen werde die Zahl der arbeitenden Menschen voraussichtlich um das Jahr 2015 ihren Höhepunkt erreichen. Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter, also zwischen 19 und 59 Jahren, werde dann bei rund 800 Millionen Menschen liegen, schätzt Zhang. Auch wenn man das erwerbstätige Alter auf eine Zeitspanne zwischen 19 und 64 Jahren ausdehnt, werden es noch immer weniger als eine Milliarde Menschen sein.
Quelle: Global Times
Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur
| Kommentar schreiben |
| Kommentare |
|
Keine Kommentare.
|
| mehr |