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| 09. 09. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Mehr als 20 Chinesen erkrankten nach dem Verzehr von Flusskrebsen an der seltenen Haff-Krankheit, die oft mit dem Verzehr von Fisch in Verbindung gebracht werde, sagten Experten der Chinesischen Gesundheitsbehörde am Dienstag.

Inspekteure prüfen gekochte Flusskrebse in einem Restaurant der Stadt Lianyungang, Provinz Jiangsu; 25. August (Wang Chun / China Daily)
23 Einwohner Nanjings, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangsu, litten Ende Juli unter Schmerzen in Bauch und Rücken.
Die von den Erkrankten geschilderten Symptome wie Muskel- und Gliederschmerzen oder Nervenlähmungen ohne Fieber, glichen denen der Haff-Krankheit, sagten Experten der Chinesischen Gesundheitsbehörde und des Komitees für Lebensmittelsicherheit Nanjing am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Nanjing.
"Normalerweise erkranken Menschen 24 Stunden nach dem Verzehr von Meeresfrüchten an der Haff-Krankheit", sagte Wu Yongning, Forscher am Institut für Ernährung und Lebensmittelsicherheit im Chinesischen Gesundheitsamt.
"Weltweit hat noch kein Arzt den Grund für die Krankheit herausgefunden", sagte er.
Zunächst wurde vermutet, dass die Ursache der Vergiftung überschüssige Ablagerungen der Chemikalie Okalsäure sei, die vermutlich illegal zum Waschen von Flusskrebsen verwendet werde.
Die durch den Flusskrebs verursachten Vergiftungen erzeugten erneut Besorgtheit der chinesischen Verbraucher zum Thema Nahrungsmittelsicherheit.
Experten des Chinesischen Gesundheitsamtes und dessen Nebenstellen in Beijing und Jiangsu fanden weder in den auf dem Markt verkauften Flusskrebsen noch in den Blutproben der Patienten Spuren einer Chemikalie, sagte Wu.
Von den Erkrankten haben sich 22 bereits wieder erholt und das Krankenhaus verlassen. Eine weitere Person muss für weitere Behandlungen noch dort bleiben.
Die Haff-Krankheit führe zu einer Rhabdomyolyse, oder Schwellung, und einem Zusammenfall der Muskelmasse, die zu Nierenversagen oder sogar zum Tod führen könne, sagte Wu.
Die Krankheit wurde das erste Mal 1924 am Haff Strand an der baltischen Küste entdeckt. Seitdem sind mehr als 1000 Patienten an ihr erkrankt.
Im Jahr 2000 erkrankten sechs Einwohner Beijings nach dem Verzehr von Flusskrebsen an der Haff-Krankheit.
"Es könnte das Gift sein, das einzelne Flusskrebse in sich tragen. Andere, die ebenfalls Flusskrebse aßen, wurden nicht krank", sagte Wu.
Er nehme an, dass eine geringe Anzahl von Flusskrebsen ein unbekanntes Gift in sich tragen könne, das möglicherweise aus einer bestimmten Wassergegend komme. Für diese Annahme gäbe es jedoch noch keine sicheren Beweise.
Die Forschungsgruppe bot Beratung und Überwachungsmethoden an, um weiteren Krankheitsfällen vorzubeugen. Die lokalen Lebensmittelüberwachungsbehörden sollten die Erkrankungen zur Ursachenfindung ebenfalls engmaschig überwachen, hieß es.
Quelle: Xinhua
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