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26. 09. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Arbeitswelt

Chinas Bürohelden leiden an "Burnout"

Schlagwörter: Burnout China Büroangestellten Druck Arbeit

von Cao Li (China Daily)

Angesichts seiner schieren Größe schwingt sich China unvermeidlich zum wirtschaftlichen Riesen auf. Eine fast senkrecht aufsteigende Lernkurve muss die Kluft zwischen den alten Arbeitskulturen und dem anspruchsvollen neuen Tempo überbrücken. Chinas junge Aufsteiger zahlen dabei einen hohen Preis.

Chinas Bürohelden leiden an 'Burnout'

Als eine weitere Akte auf ihrem Schreibtisch landet, holt Wang Yan (Name geändert) tief luft und versucht, ihre wachsende Unruhe zu beruhigen. Müdigkeit zeigt sich in ihren Augen. Als Anwältin einer US-Kanzlei in Shanghai, arbeitet Wang rund 3.000 Stunden pro Jahr, was sich in 375 Tage umrechnet, legt man einen Achtstundentag zugrunde. Das sind zehn Tage mehr, als der Kalender hergibt. "Ich kann das nie einholen. Bevor ein Fall abgeschlossen ist, lädt mein Chef mir schon wieder drei neue auf", sagt die 28-Jährige aus der Provinz Fujian, die ein Studium der Rechtswissenschaften in den Vereinigten Staaten absolvierte. "Ich wache jeden Morgen auf und denke ans Aufhören."

Sie würde sich gern bei ihren Freunden beklagen, die auch sehr gebildet sind und Fachkräfte in der mittleren Karriereebene sind. Sie gehören zu der Generation, von der die meisten Leute glauben, dass sie von drei Jahrzehnten raschen Wirtschaftswachstums profitiert.

Aber diese "Elitemitglieder" der neuen Klasse von Chinas Aufsteigern spüren die Belastung. Selbst während sie anstreben, die Karriereleiter zu erklimmen, sind viele so von den Anstrengungen ausgesaugt, dass sie "ausbrennen".

Es gibt mehr depressive Profis in China, als es oberflächlich erscheinen mag, und sie verschaffen sich Gehör in Online-Foren und Bulletin Boards wie douban.com. Hier sprechen Dutzende von Gruppen darüber, ihre Jobs aufzugeben, um "Freiheit" zu erlangen.

Die beliebteste Gruppe hat fast 40.000 Mitglieder. Einige plädieren für "Schulabbruch und den Job kündigen um zu reisen", während andere verkünden, "ein Monster namens Job wurde geboren, um unsere Seelen zu verschlingen, aber die wichtigste Aufgabe ist es, sich selbst zu finden."

Statistiken zeigen, dass eine erschreckend hohe Rate der Beschäftigten an "Burnout" leidet, ein Begriff, der in den 1960er Jahren durch den Roman von Graham Greene "A Burnt-Out Case" geprägt wurde. Brunout wird heute als "psychologischer Zustand der emotionalen Erschöpfung und ein reduziertes Gefühl der Selbstverwirklichung" definiert.

Die Webseite peixunz.com hat eine Online-Umfrage zur beruflichen Entwicklung im vergangenen Jahr durchgeführt. Von 1.697 befragten Büroangestellten sagten 74,6 Prozent, dass sie unter Burnout leiden. Über 10,8 Prozent beschreiben ihre Probleme als "ernst".

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Quelle: China Daily

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