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| 30. 12. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die chinesische Behörden wollen eine Kampagne gegen unlizenzierte Online-Anrufdienste,wie Skype starten. Dies erregt den Zorn von Nutzern und Analysten, sie glauben diese Maßnahme sei ein Versuch der Regierung, das Monopol staatlicher Telefondienstleister zu schützen.

Skype erlitt vor ein paar Tagen einen plötzlichen Ausfall in China. Es war nicht mehr möglich, sich mit seinem Benutzerkonto zu verbinden. Dieser Ausfall schien einigen Internetnutzern verdächtig, denn nur 12 Tagen später startete das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) seine Kampagne gegen illegale VoIP(Voice over Internet Protocol)-Operationen. Eine offizielle Erklärung betonte zwar, dass es sich nur um ein technisches Problem gehandelt habe, glauben hier einige Insider, dass dieser Ausfall nur ein Vorspiel gewesen sein könnte, bevor es zu heftigeren Auseinandersetzungen bei VoIP-Anbieter kommt. Das Ministerium unterstützt die staatlichen Anbieter und erklärt damit fast alle vorhandenen Onlinetelefondienstleister bis auf China Telecom und China Unicom als illegal. Die Internetnutzer, die häufig internationale Telefongespräche führen, werden in Zukunft vielleicht mehr ausgeben müssen.
Dienstleister wie Skype ermöglichen es ihren Nutzern, zu sehr günstigen Preisen vom Computer aus ins Festnetz zu telefonieren oder sogar kostenlos von Computer zu Computer. Per IP-Anruf kostet ein Telefonat aus China in die USA 2,4 Yuan ($ 0,36) pro Minute, während es mit Skype nur 0,19 Yuan pro Minute kostet, damit spart man 66,3 Yuan bei einem 30-minütigen Telefonat.
Mit der Ausweitung von VoIP-Anwendungen im Jahr 2005, erließ das MIIT Vorschriften, um das Eintreten des chinesischen privaten Kapitals in solche Geschäfte zu beschränken, wie China Tech News berichtete. Laut dieser Regel darf keine Organisation oder Einzelperson in der Telekommunikationsbranche geschäftlich tätig werden, ohne vorher eine Telekommunikationsdienstbetriebsgenehmigung zu erhalten. Das heißt, dass nur zwei Unternehmen im Staatsbesitz, nämlich China Telecom und China Unicom, in der Lage sind, VoIP-Dienste anzubieten.
"Es ist unfair, einen zu zwingen, die staatlichen Unternehmen zu wählen ", sagte Daniel Wu, ein in Beijing arbeitender Hongkonger gegenüber Global Times. "Die Beschränkungsmaßnahmen auf VoIP-Anbieter sind auf die Interessen staatlicher Konzerne ausgerichtet. Die Interessen der Kunden werden dabei vollkommen ignoriert", sagte er.
Im Jahr 2007 verzeichnete Skype 51 Millionen registrierte Nutzer in China, die meisten registrierten Nutzer weltweit befinden sich somit in China.
Cai Haining, stellvertretender Direktor des Ausschusses für Informationsnetwork und High-Tech in der Anwaltskammer Chinas, sagte der Global Times, da private Unternehmen in China keine Betriebsgenehmigung für Telekommunikationsdienst besitzen, müssen sie mit Unternehmen wie China Unicom kooperieren, wenn sie selbst in den Telekommunikationsmarkt einsteigen wollen.
Dutzende von privaten Unternehmen in China, die dem Erfolg von Skype folgen wollten und VoIP-Dienste anbieten, wurden wegen ihrer fehlenden Lizenzen entweder stillgelegt oder gezwungen, ins Ausland zu gehen.
Quelle: german.china.org.cn
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