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22. 03. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Schneeballsysteme lockten 40 Millionen

Chinesisches Forschungszentrum warnt vor Online-Strukturvertrieb

Schlagwörter: Strukturvertrieb, China, Online-Shopping, Pyramidensystem

Der Online-Strukturvertrieb, eine illegale und betrügerische Geschäftspraxis, lockte im Jahr 2010 mehr als 40 Millionen Chinesen an, wobei rund sechs Milliarden Yuan (645 Millionen Euro) umgesetzt wurden, besagt ein kürzlich in China veröffentlichter Bericht.

Ein Strukturvertrieb, manchmal auch als Multi-Level-Marketing beschrieben, beinhaltet Zahlungs- oder Dienstleistungsversprechen, die weitere Personen in das System locken, ohne ein konkretes Investitionsobjekt oder Produkt anzubieten. In der Onlinewelt werde dies oft unter dem Werbebegriff des E-Commerce versteckt. Die Geschäftspraxis bedrohe die Internetsicherheit, hieß es in dem gemeinsamen Bericht des in Zhejiang ansässigen E-Business Forschungszentrums in China und des Beijinger Verbands gegen den Strukturvertrieb.

Der Verkauf durch ein Pyramidensystem ist eine Marketingstrategie, wonach die Vertriebsmitarbeiter nicht nur für ihren persönlich generierten Umsatz entlohnt werden, sondern auch für die Verkaufserfolge der von ihnen rekrutierten Personen. Dadurch entsteht eine immer breitere Händlerbasis, die sich wie eine Pyramide aufbaut und verschieden hohe Entlohnungsstufen hat.

Pyramidensysteme gebe es in Online-Shopping-Anwendungen, bei bezahlten Werbungsklicks und Online-Spielen, hieß es in dem Bericht.

Eine Shopping-Webseite, die bezahlte Informationen wie private Anlageberatung oder ein Fernstudium bietet, wird den Benutzer zur Zahlung eines Mitgliedsbeitrags auffordern. Nachdem der Benutzer Mitglied geworden ist, kann er andere auffordern, ebenfalls Mitglied zu werden. Gelingt dies, wird er belohnt.

Universitätsstudenten, Arbeitslose und Besitzer von Internetläden für Endverbraucher sind häufig an Online-Schneeballsystemen beteiligt. Sie hofften, damit schnell viel Geld verdienen zu können, hieß es in dem Bericht.

Das sei eine unhaltbare Strategie, die zu großen Verlusten für die Geneppten und zu großen sozialen Problemen führen könne, sagte Wu Xuefei, Analyst im Forschungszentrum für Onlinehandel in China.

Xiao Feng, Einwohner der Autonomen Präfektur Chuxiong Yi in der südwestchinesischen Provinz Yunnan, sagte von sich, er sei eines dieser Opfer. "Ein Freund von mir gab mir im Jahr 2009 eine Karte, die die Bildungswebseite 3xy.com.cn bewarb. Jede Karte hatte einen Wert von 380 Yuan (41 Euro) und mein Freund verkaufte mir 20 Karten", sagte Xiao, ein 37-jähriger Dekorateur, der Zeitung China Daily am Sonntag. Es gab einen Code auf der Karte, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler online anmelden und an Onlinekursen teilnehmen konnten, sagte er.

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Quelle: China Daily

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