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| 08. 04. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die ersten privaten Nutzer haben gestern im Rahmen eines Pilotprojekts im Shanghaier Stadtteil Jiading ihre Elektroautos bekommen. Damit soll der Weg zu einer weiteren Verbreitung von umweltfreundlichen Fahrzeugen geebnet werden.

Diesen Autofahrer kümmern die Preisaufschläge für Treibstoff nicht mehr: Seit gestern besitzt er nämlich ein Elektroauto.
Der Schritt ist Teil einer landesweiten Kampagne zur Förderung von Fahrzeugen, die mit "grünen" Motoren betrieben werden. Gefördert wird die Kampagne durch steigende Benzinpreise und dem wachsenden Bedürfnis, die Emissionen zu reduzieren. Acht Angestellte der Shanghai International Automobile City Group waren die ersten privaten Besitzer von solchen Fahrzeugen in Shanghai. Die Wagen kommen von vier chinesischen Autoherstellern: Lifan, Chery, Zotye und BYD.
Eine 35 Jahre alte Rechnungsprüferin mit dem Nachnamen Huang, die jeden Tag zwischen ihrem Wohnort im Distrikt Xuhui und dem Arbeitsort in Jiading pendelt, sagte, dass sie durch den Kauf eines Elektrowagens des Typs Lifan 620 ihre täglichen Transportkosten auf zehn Yuan reduzieren könnte. Derzeit verbraucht sie mit ihrem Mazda 6 rund 60 Yuan. "Verglichen mit Benzinfahrzeugen, hat dieses Auto keine Emissionen und ist außerdem sehr ruhig zu fahren", sagte sie. "Es ist sehr umweltfreundlich."
Huang zahlte für ihr neues Auto 120.000 Yuan (12.800 Euro). Nach Bezuschussungen durch den Staat und die Regierung von Shanghai kostete es sie nur noch 100.000 Yuan. Shanghai unterstützt private Käufer von grünen Autos mit bis zu 60.000 Yuan.
Ding Xiaohua von der Shanghai International Automobile City Group sagte, dass es bis Mitte April 100 Ladestellen geben soll. Diese sollen in den Quartieren, bei den Büros, Transportkreuzen, kleineren Straßen und bei Banken und Supermärkten liegen. Bis Ende Jahr sollte es über 800 Stellen geben, wo die Fahrer die Batterien ihrer Autos wieder auf- oder nachladen können. Während es bei den meisten Ladestellen zwischen sechs und acht Stunden dauert, um eine Batterie zu füllen, gibt es einige Ladestationen, bei denen dies in nur gerade 15 Minuten möglich ist. Bis Ende des nächsten Jahres sollen 20.000 Fahrzeuge auf den Straßen der Stadt fahren, die sich an insgesamt 25.000 Ladestellen tanken lassen.
Um die Preise für umweltfreundliche Fahrzeuge wettbewerbsfähiger zu machen, hat die Stadtregierung einige Gesetzesänderungen vorgenommen. Normalerweise kosten umweltfreundliche Fahrzeuge rund das Doppelte von Autos, die auf herkömmliche Weise angetrieben werden. Ding sagte, die hohen Kosten für Nummernschilder in Shanghai und die hohen Konsumsteuern (zehn Prozent des Neuwerts eines Autos) sind die beiden größten Hindernisse für die modernen Fahrzeuge. Dies sieht auch Huang so. Sie musste insgesamt 63.000 Yuan für das Nummernschild und Steuern bezahlen.
"Wir hoffen, dass eine gewisse Anzahl von Nummernschildern speziell für Fahrzeuge mit neuartigem Antrieb reserviert wird. Auch hoffen wir, dass die Regierung die Steuern senkt, um grüne Autos für die Konsumenten attraktiver zu machen", so Ding.
Ein weiteres Hemmnis ist laut Huang, dass es erst wenige Angebote auf dem Markt gibt. Da die Entwicklung von Elektrofahrzeugen schnell voranschreitet, beeilen sich auch die Hersteller, um Schritt zu halten. General Motor will seinen Elektrowagen "Volt" bis Ende Jahr in China auf den Markt bringen, während SAIC Motor Corp ebenfalls Pläne angekündigt hat, Elektroautos zu lancieren. Experten schätzen, dass bis in einem Jahr auf dem chinesischen Markt rund 30 unterschiedliche Modelle erhältlich sind.
Quelle: Shanghai Daily
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