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23. 06. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Harte Landung?

Andy Xie: "Chinas Immobilienpreise werden um die Hälfte fallen"

Schlagwörter: Andy Xie,Cinas Immobilienpreise ,Aktienmarkt,Harte Landung,weiche Landung

In vier bis fünf Jahren werden die chinesischen Immobilienpreise um zwischen 40 und 50 Prozent fallen. Das meint zumindest der unabhängige Ökonom Andy Xie. Außerdem prognostizierte er gestern, dass der chinesische Aktienindex 2011 zwischen 2500 und 3000 Punkten schwanken wird.

Aktienmarkt. "Ich schätze, der Shanghai Composite Index, der wichtigste Aktienindex in China, wird dieses Jahr zwischen 2500 und 3000 Punkten schwanken. Um die Entwicklung des chinesischen Aktienmarkts fördern, muss man zwei Kernprobleme lösen", sagte Xie gestern auf einem Investitionsforum in der südwestchinesischen Stadt Chongqing.

Erstens solle die Zentralbank den Leitzins erhöhen, so Xie. Der Zins für einjährige Kredite liege derzeit bei nur sechs Prozent. Bei der Kreditvergabe seien die Unternehmen nicht gleichberechtigt. Die mittelständischen Unternehmen können von den Banken fast keine Kredite erhalten, auf der anderen Seite liege der Zinssatz für inoffizielle Kredite bei über 30 Prozent. Das werde einen enormen Druck auf die Geldmittel im Aktienmarkt ausüben. "Wenn man durch Wucherkredite so hohe Gewinne machen kann, warum will man dann sein Geld noch in den Aktienmarkt investieren?" Die Zinssätze der Banken sollten daher höher und die Sätze der inoffiziellen Kredite niedriger sein, warnte er.

Vor den Kühlungsmaßnahmen der Regierung waren die Wohnungsentwickler nicht bereit, die überhitzten Verkaufspreise zu senken, während die zukünftigen Käufer mit Geldmitteln auf mögliche Rabatte warteten. Das sei der Hauptgrund dafür, dass das Handelsvolumen auf dem Immobilienmarkt drastisch schrumpfe und die Kapitalkette stagniere. All dies verursache letztlich einen Geldmangel auf dem Aktienmarkt.

Immobilienmarkt. In vier bis fünf Jahren werden die chinesischen Immobilienpreise um zwischen 40 Prozent und 50 Prozent abstürzen, glaubt Xie. Denn in Wahrheit gebe es auf dem chinesischen Markt ein riesiges Angebot, und die verkaufbare Wohnfläche betrage inzwischen 16 Milliarden Quadratmeter. Viele Menschen investierten oder wollten nur in Immobilien investieren, weil sie glaubten, dass die Wohungspreise ständig so weiter steigen würden wie bisher.

Der chinesische Immobilienmarkt befinde sich bereits in einem "Bärmarkt", und das könnte noch fünf Jahre lang dauern. Die durchschnittlichen Preise in Großstädten werden um die Hälfte sinken und die Bodenpreise werden in manchen Provinzen sogar um 80 Prozent fallen, ist sich Xie sicher.

Normalerweise sollten die jährlichen Mieten etwa fünf Prozent des Wohungspreises erreichen. Jetzt sei das Verhältnis jedoch niedriger als drei Prozent. Der Preis pro Quadradmeter solle eigentlich den durchschnittlichen zweifachen Monatslohn in einer Stadt nicht überschreiten.

Harte Landung keine schlechte Sache. "Nun reden alle von der weichen Landung der chinesischen Volkswirtschaft. Aber eine harte Landung ist wohl in dem Fall keine schlechte Sache und die weiche Landung nicht unbedingt eine gute", meint Xie.

1998 erlebte zum Beispiel die Region Südostasien eine harte Landung: Das Bruttoinlandsprodukt stürzte zweitstellig, und die Länderwährungen werteten dort hineinander um bis zu 50 Prozent ab, erinnerte Xie. Aber Südostasien ergriff danach eine Reihe von Reformsmaßnahmen und legte die Grundlage für den Wirtschaftsaufschwung. "Ohne harte Landung gibt es keine Reform.”

Kurzfirstig gesehen sei eine weiche Landung vielleicht für China gut. Aber wenn die Politiker wegen eines kleineren Drucks die Reform verschöben oder gar keine Reform einführen, sei die sogenannte weiche Landung eher schlecht.

Beijinger kaufen weniger Wohnungen

Der Beijinger Immobilienmarkt stagniert, da die städtische Regierung am 16. Februar eine Reihe von Kauflimitierungen einführte, um den steigenden Wohnungspreisen entgegen zu wirken.

Quelle: german.china.org.cn

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