| Opern in China (Teil V): „Piaoyou“ |
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Dies ist der fünfte Teil einer Serie von Beiträgen über die Pekingoper und andere Opernformen in China. Wir möchten mit dieser Reihe einen collagenhaften Eindruck von der Vielfalt und der gegenwärtigen Situation der Oper in China vermitteln. Nachdem wir in den ersten Folgen einen der bekanntesten lebenden Pekingopersänger vorstellten und einen Überblick über Ursprung und Grundlagen der Pekingoper gaben, soll in den nächsten Folgen das Interesse den Zuschauern und Fans dieser besonderen Musikform gelten. Die „Piaoyou“ Wenn der Frühling kommt trifft man in den Parks der chinesischen Hauptstadt immer mehr Menschen die die Jinghu, die klassische Pekingoper-Geige spielen. Verweilt man einen Moment, dauert es meist nicht lange bis sich jemand zu dem Spielenden gesellt und ihn auffordert: „Laß uns anfangen!“. Kurz darauf wird er oder sie beginnen, zur Begleitung der Jinghu, Peking-Oper Arien zu singen. Auch wenn man die Texte der Arien nicht versteht, die Vortragenden sind so versunken, dass man über ihren Gesichtsausdruck einen Einblick in die Bedeutung der Oper bekommt. Die Musizierenden kennen sich möglicherweise untereinander nicht, aber als „Piaoyou“ teilen sie eine gemeinsame Identität. Ein „Piaoyou“ ist ein Peking-Oper Amateur. Die ersten „Piaoyou“ tauchten in China mit der Popularisierung der Peking-Oper am Ende des 18. Jahrhunderts auf. „Piaoyou“ zu sein, war vor 1949 ein sehr teures Hobby, sagt Shen Lilai, ein berühmter „Piaoyou“. Damals mußte ein „Piaoyou“ reich genug sein, um sich die Kostüme leisten und sich mit den professionellen Darstellern anfreunden zu können. Die größte Zahl an „Piaoyous“ gab es in den 1950er und in den frühen 1960er Jahren, als die Gewerkschaften nebenberufliche Peking-Oper Gruppen an der Basis schufen. Der Beginn der „Kulturrevolution“ (1966-1976) versetzte diesen Gruppen den Todesstoß und mit dem Aussterben der älteren Peking-Oper-Sänger nahm die Anzahl der „Piaoyou“ rapide ab, erzählt Shan. Aber die „Piaoyou“erlebten ein Comeback. Heute gibt es wieder Tausende von „Piaoyou“ in Beijng und unter ihnen gibt es rund 1.000, die die Peking-Oper sehr gut vorzutragen verstehen, sagt Zhao Shuangwu, Organisator des „Heims der Peking-Oper Fans“. „Piaoyou“, sich selbst und Passanten unterhaltend, sind in allen großen Beijinger Parks anzutreffen. Allerdings seien die besten „Piaoyou“ in den Theatern vorzufinden, so Zhao. Die wichtigsten Theater in Beijing, in denen „Piaoyou“ vortragen sind das Zhengyici-Theater, die Hunan-Guangdong Provinzguilde, die Kulturzentren der Stadtteile Xicheng und Dongcheng und das Dawancha-Theater im Süden des Tiananmen, des Platz des Himmlischen Friedens. Unter den Theatern ist das Zhengyici, in dem sich jeden Samstagnachmittag „Piaoyou“ treffen, das Älteste und eines der Besten. Es befindet sich am nördlichen Ende der Antiquitätenstraße Liulichang und hinter dem bekannten Pekingenten-Restaurant Quanjude, in der Xiheyan-Straße Nr. 220. Zhengyici war in der Ming-Dynastie (1368-1644) ein Tempel und wurde 1667, während der Regierung des Kaisers Kangxi in der Qing-Dynastie (1644-1911), in ein Theater umgewandelt. Mit einer großen zweigeschossigen Bühne und Platz für über 100 Personen Publikum, ist es in der „Encyclopaedia of China“ als „perfektes Theater“ eingetragen. Es ist das einzige gut erhaltene, aus Holz erbaute Theater im heutigen Beijing. (In folgenden Teilen unserer Reihe zu Opern in China, stellen wir zwei bedeutende „Piaoyou“ vor. Der nächste Beitrag erscheint am Freitag.) (www.china.org.cn/5. Juni 2003) |


