Opern in China (Teil XI): Die Chinesische Hochschule für traditionelle Oper

In diesem Beitrag aus unserer Reihe über Opern in China stellen wir ihnen die „Talentschmiede“ der Pekingoper, aber auch für andere Opern, die Chinesische Opernhochschule, vor.

Die Peking-Oper hat viele begeisterte Anhänger überall in der Welt. Die höchste Institution zu ihrem Studium ist die Chinesische Hochschule für traditionelle Oper (Zhongguo Xiqu Xueyuan), die Chinesische Opernhochschule.

Die Hochschule wurde im Januar 1949 aus der Chinesischen Schule für traditonelle Oper gegründet, deren Namen sie erstmal beibehielt. Damals bestand sie aus lediglich zwei Fakultäten. Nach mehreren Umbenennungen heißt sie seit 1978 Chinesische Hochschule für traditionelle Oper.

Die Hochschule befindet sich in Wanquansi im Bezirk Fengtai im Südwesten Beijings in einem modernen Gebäudekomplex, der entlang einer Nord-Süd-Achse errichtet wurde. Ein aus silberfarbenen Statuen bestehendes Kunstwerk, mit dem Namen "Sonne und Mond singen fröhlich miteinander", heißt den Besucher am Eingang willkommen. Dahinter liegt das moderne Unterrichtsgebäude. An beiden Seiten der Nord-Süd-Achse befinden sich Bibliotheken, Grünanlagen und der Wohnkomplex für die Studenten. Das Verwaltungsgebäude und das moderne Opernhaus liegen östlich und westlich dieser Zentralachse.

Aufgabe der Chinesischen Opernhochschule ist es, für die Peking-Oper und die lokalen Opern, Kunstschulen, Rundfunksender, Fernsehstationen und Kultureinrichtungen des Landes Fachkräfte heranzubilden.

In der Hochschule gibt es zwei Ausbildungsabteilungen - eine Abteilung für Elementarbildung und eine Abteilung für Erwachsenenbildung. Sie verfügt über die sechs Fakultäten Darstellung, Regie, Musik, Drehbuch, Bühnendekoration und künstlerische Erziehung.

In den letzten Jahren nimmt die Chinesische Opernhochschule auch zunehmend Studenten aus dem Ausland auf. So haben unter anderem Studenten aus den USA, Deutschland, England, Frankreich, Japan und Südkorea hier studiert.

Ein deutscher Student adaptierte das Märchen "Die Nachtigall" von Hans Christian Andersen für die Peking-Oper und führte es während seines Studiums im Jahre 1993 auf. Das Stück fand bei den chinesischen Zuschauern großen Anklang und auch die deutschen Zuschauer, die es bei einer Wiederaufnahme im März 2001 zu sehen bekamen, waren begeistert.

Seit einigen Jahren engagiert sich die Hochschule im Kulturaustausch mit anderen Staaten. Viele bekannte Persönlichkeiten besuchten sie, so z.B. die Ehefrau des ehemaligen britischen Premiers John Major und Marianne Herzog, die mittlerweile verstorbene Ehefrau des früheren deutschen Bundespräsidenten. Mit dem zunehmenden Kulturaustausch kommen immer mehr Ausländer an die Hochschule, um sich hier dem Studium der Peking-Oper zu widmen.

In den 54 Jahren seit ihrer Gründung hat die Chinesische Hochschule für traditionelle Oper etwa 5.000 Studenten für die Oper ausgebildet und ist zu einem Zentrum für Ausbildung und Entwicklung der chinesischen Opern geworden.

(Im nächsten Beitrag aus unserer Reihe zu Opern in China stellen wir das Beijinger Museum für traditionelle Oper vor. Der Beitrag erscheint am Donnerstag, den 26. Juni 2003.)

(China im Bild/China.org.cn, 24. Juni 2003)