| Opern in China (Teil XIII): Die Beijinger Opernhäuser von Gestern und Heute (2) |
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In unserer Reihe zu Opern in China veröffentlichen wir heute den zweiten Teil des Beitrags über die Beijinger Opernhäuser in Geschichte und Gegenwart. Dashila heißt die Straße südlich des Guanghelou-Opernhauses – eine bekannte Einkaufsstraße, heute auch eine Fußgängerzone. (Das Guanghelou-Opernhaus stellten wir im ersten Teil dieses Beitrags am 26. Juni vor.) In dieser Straße gab es früher fünf Opernhäuser, drei davon existieren heute noch. Im Juni 2001 wurde in der Dashila das berühmte alte Opernhaus Guangdelou nach Renovierung wiedereröffnet. Das zweistöckige Gebäude stammt aus dem Jahr 1796, es ist eines der ältesten Opernhäuser in Beijing. Für viele Peking-Oper-Darsteller gilt das Haus als „Glücksort“, weil dort eine Reihe von prominenten Vorgängern Karriere gemacht haben. Viele ältere Peking-Operfans können sich noch heute an die dortigen lebendigen Aufführungen der alten Meister erinnern. Heute ist das Guangdelou-Opernhaus ein moderner Bau von klassischer Schönheit. Es gibt mehr als 200 Sitzplätze und 10 Logen. Außerdem beherbergt es ein Museum für chinesische Volksgesangs- und –vortragskunst. Die anderen beiden Opernhäuser in der Dashila-Gasse, das Qingle- und das Zhonghe-Opernhaus, sind knapp 100 Jahre alt und ebenfalls durch Aufführungen berühmter Opernsänger bekannt geworden. Auch dort können Opernfreunde bis heute traditionelle chinesische Opernkunst genießen. Unweit der Dashila liegt das Huale-Opernhaus, das im 19. Jahrhundert in der Zeit der Qing-Dynastie erbaut wurde. Nachdem die Fuliancheng-Opernschule 1936 aus dem Guanghelou-Opernhaus ausgezogen war, fand sie hier eine neue Stammbühne. Zu jener Zeit war das Opernhaus sehr gefragt. Im Jahr 1942 wurde das Haus durch einen Brand stark beschädigt – der Betrieb musste daher zunächst eingestellt werden. Nach Gründung der Volksrepublik 1949 wurde aus dem Opernhaus ein Volkstheater, in dem bis heute verschiedene chinesische Opernarten aufgeführt werden. Südlich der Dashila liegt das Minzhu-, das Demokratie-Theater, früher Kaiming-Opernhaus genannt. Der Bau im europäischen Stil aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts geht auf ein chinesisch-japanisches Joint-Venture zurück. In der Nähe des Kaiming-Opernhauses liegt die Tianqiao-Zone -- dort konzentrierte sich früher die Volkskünstler-Szene. Erst nachdem ein Künstler in Tianqiao bekannt geworden war, konnte er in der Kaiming-Oper auftreten, was für viele Volkskünstler der berufliche Traum schlechthin war. Heute hat das Minzhu-Theater verschiedene chinesische Opernarten auf dem Programm. Nördlich des Qianmen-Tors liegt Beijings berühmte Ost-West-Verkehrsader, die Changan-Straße, die Straße des Ewigen Friedens. Auch entlang dieser Straße gab und gibt es zwei bekannte Opernhäuser. Das Jixiang-Opernhaus war früher auf der bekannten Einkaufsstrasse Wangfujing, die nicht weit östlich des Platzes des Himmlischen Friedens an die Changan-Straße angrenzt, beheimatet. „Jixiang“ bedeutet auf chinesisch „Glück“. Tatsächlich brachte das Haus in seiner 100jährigen Geschichte vielen Opernsängern Glück und Ruhm. Zugleich symbolisierte das Jixiang-Opernhaus die Entwicklungsgeschichte der chinesischen Opernkunst. 1993 wurde das Gebäude infolge eines Straßenausbaus zwar abgerissen, allerdings soll ein neues Jixiang-Opernhaus in absehbarer Zeit, in der Nähe des alten Standorts eröffnet werden. Östlich vom Jixiang-Opernhaus und direkt auf der Changan-Straße befindet sich Beijings größte Oper - das große Changan-Opernhaus. Es wurde ursprünglich 1933 an der westlichen Changan-Straße gebaut und bezog vor fünf Jahren seinen neuen, heutigen Sitz. Das neue Gebäude ist eine perfekte Kombination aus klassischem chinesischem Baustil und moderner internationaler Architektur. Die Haupthalle mit 800 Plätzen ist im Stil der Ming- und Qing-Zeit dekoriert und mit rotem Holz ausgestaltet. Auf der mit modernen, computergesteuerten Klang- und Beleuchtungsanlagen ausgestatteten Bühne werden klassische Stücke aus verschiedenen chinesischen Opernarten, aber vor allem aus der Peking-Oper aufgeführt. Erst kürzlich wurde das Changan-Opernhaus erneut renoviert und -- zugunsten der Opernfreunde -- im Inneren noch komfortabler ausgestattet. (Am kommenden Donnerstag, dem 3. Juli 2003, erscheint der ursprünglich für den 26. Juni angekündigte Beitrag über das Beijinger Museum für traditionelle Oper.) (China Radio International/China.org.cn, 1. Juli 2003) |


