Opern in China (Teil XXIII): Wiedergeburt einer Tibet-Operngruppe (1)

Heute lesen Sie in unserer Reihe über die chinesischen Opern den ersten Teil eines Beitrags über die Tibet-Oper und die Wiederentstehung der legendärsten Tibet-Operngruppe.

Die tibetische Oper ist in ihre frühere Hochburg zurückgekehrt, in das Dorf Qomolang auf "dem Dach der Welt". Einwohner des Dorfs, das sich in der Nähe der Stadt Neqoin im Landkreis Doilungdeqen im Autonomen Gebiet Tibet befindet, haben die Gruppe für tibetische Oper des Ortes wiedergegründet.

Mit der Verbesserung des Lebensstandards würden die Einwohner nach einem reicheren kulturellen Leben verlangen, sagt der Dorfvorsteher Gaisnag Nyima (54). 28 Dorfbewohner sind in der neugegründeten Gruppe aktiv. Qomolang hat 1.317 Einwohner, die 267 Hektar Land bewirtschaften. Viele sind talentierte Sänger und Tänzer.

 

Ursprung der Tibet-Oper

 

Der Legende nach beschloß vor etwa 400 Jahren ein Mann namens Zuodo Tangdong Gyibo, Brücken über alle großen Flüsse Tibets zu bauen, um so das problemlose Reisen in Tibet zu ermöglichen. Um sein Projekt zu finanzieren, gründete er eine Sing- und Tanzgruppe aus sieben schönen Mädchen. Die Gruppe hieß Ngagyi Lhamo, "Gruppe der Feen", und trat in ganz Tibet auf. Dies war der Beginn der Tibet-Oper und Tangdong Gyibo gilt als ihr Gründer.

Eines der sieben Mitglieder der Gruppe hieß Tangsang. Tangsang beeindruckte das Publikum mit ihrer schönen Stimme und ihrer exzellenten Darstellungskunst. Eines Tages verliebte sie sich und heiratete Lhugu, einen Einwohner Qomolangs. Die Beiden lebten von ihren Auftritten. Er schlug die Trommel und sie sang und tanzte dazu. So kam die Tibet-Oper nach Qomolang.

Buddhistische Lehren und tibetische Geschichte sind die Quellen der Inspiration der tibetischen Oper und ihre Form ist eine Kombination aus Tänzen, Gesängen, Liedern und Masken.

Die alte Tibet-Operngruppe Qomolangs war in der Lage, alle acht traditionellen Rollen der tibetischen Oper zu spielen: Prinzessin Wencheng, Prinz Norsang, Drowas Sangmo, Sukyi Nyima, Nangsa Qinbum, Padma Obar, Donyo und Dondrup und Drimed Kundan. Die meisten dieser Gestalten stammen aus historischen Ereignissen, Volksmärchen und Geschichten der buddhistischen Sutren.

Die Gruppe wurde eingeladen, an großen Festivals in Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet, teilzunehmen. Sie wurde sogar von der tibetischen Regierung aufgefordert, in den Klöstern Norbu Lingka und Zhaibung aufzutreten.

Die Gruppe brachte einige Meister, wie z.B. Zhaxi Toinzhub, der im 19. Jahrhundert berühmt war, und Myima Gyaincain, der Anfang des 20. Jahrhunderts seine Glanzzeit hatte, hervor.

Die heutige Tibet-Operngruppe des Autonomen Gebiets Tibet hat ihren Ursprung in der Gruppe aus Qomolang. Qomolang bekam im Laufe der Geschichte den Beinamen “Heimat der Tibet-Oper“.

Die Tibet-Operngruppe Qomolangs, die einmal in der ganzen Region sehr bekannt war, hörte vor vielen Jahren, als die Zeiten schwierig waren, auf zu existieren.

(Der zweite Teil des Beitrags über die Tibet-Oper und die legendäre Operngruppe des Dorfes Qomolang erscheint am Dienstag, den 12. August 2003.)

 

(China Daily/Übersetzt von China.org.cn, 07. August 2003)