| Opern in China (Teil XXVI): Das Aus für Chinas lokale Opern? (3) |
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Im dritten und letzten Teil unseres Beitrags über die Frage der Zukunft von Chinas lokalen Opern geht es um den Niedergang der Opern seit den 1980er Jahren. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts müssen die lokale Opern, trotz ihrer langen Geschichte und ihres kulturellen Wertes, ums Überleben kämpfen. Die Qinqiang-Oper wird z.B. in Xi’an nur noch an den Wochenenden professionell vorgeführt. Die Lage vieler anderer kleiner Opern ist noch prekärer. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gab es über 30 professionelle Hanhuang-Erdiao-Gruppen. Hanhuang-Erdiao war die zweitpopulärste lokale Oper in Shaanxi und hat stark die Entwicklung der Pekingoper beeinflusst. In den 1960er Jahren gab es noch rund 20 Gruppen. 1982 war die Anzahl auf 6 zurückgegangen und im letzten Jahr gab es nur noch eine Gruppe, welche sich am Rande des Bankrotts befindet. Für den Niedergang der lokalen Opern in diesen Gebieten gibt es komplexe Gründe. Die meisten der Fans der lokalen Opern in ländlichen Gebieten, in denen das Genre früher die beliebteste Unterhaltung des Volkes war, können sich nicht an das neue Theater, das Theater unter Marktbedingungen gewöhnen. Nachdem 1949 das neue China gegründet worden war, waren die professionellen Gruppen im Rahmen der Planwirtschaft staatseigen und wurden staatlich finanziert. Sie gaben regelmäßig kostenlose Vorstellungen für die Landbevölkerung in den Bergen und Dörfern. Nachdem sich das Land in Richtung Marktwirtschaft zu entwickeln begann, begannen die Operngruppen von Kasseneinnahmen abhängig zu werden und konnten sich nicht länger kostenfreie Vorführungen leisten. Das Publikum in den ländlichen Regionen aber, dass immer noch großes Interesse an Open-Air Vorführungen hatte, war nicht daran gewöhnt, Eintrittskarten zu kaufen. Bauern in den westlichen Regionen führen immer noch ein hartes Leben und haben nicht genug Geld, um für die Vorführungen zu bezahlen. Für sie ist ein Theaterbesuch Luxus. Im Ergebnis hatten die Gruppen Schwierigkeiten genug Geld zu verdienen, um profitabel zu sein. Ein anderer wichtiger Grund für den Niedergang der lokalen Opern ist, dass die meisten der Brauchtümer, auf denen sie basieren, verschwinden. In alten Zeiten waren die Jahrmärkte in Tempeln und andere lokale Jahrmärkte, traditionelle Heiratszeremonien und Begräbnisrituale die wichtigsten Veranstaltungsorte für die lokalen Opern und andere Varieté Veranstaltungen. Abgesehen von der Bedeutung, die die chinesischen Opern im kaiserlichen Palast und in den Familien der Oberschicht hatten, entwickelten sie sich vor allem in den Volksgemeinden. Aber mit dem Laufe der Zeit sterben diese Traditionen aus, auch wenn es noch ein paar Tempeljahrmärkte gibt, die Operngruppen einladen. Das Dorf Guota im Landkreis Ansai ist eins der letzten Refugien der Volksopern. Die meisten der Einwohner des von Armut geplagten Dorfes im Norden der Provinz Shaanxi, leben vom Anpflanzen von Getreide oder von der Schaf- und Schweinezucht. Ihr durchschnittliches jährliches Pro-Kopf-Einkommen beträgt rund 500 Yuan (60,40 USD). Trotz der Armut veranstalten sie jedes Jahr im dritten Monat des Mondkalenders einen dreitägigen Tempeljahrmarkt. Leute, die dutzende von Kilometern entfernt wohnen, kommen zu dem Jahrmarkt, verbrennen Räucherstäbchen und beten zu Buddha. Jedes Jahr verwenden die Dorfbewohner die Kollekte des Tempels, üblicherweise etwa 1,200 Yuan (145 USD), um Operngruppen für Vorführungen während des Jahrmarkts anzuheuern. Mit dem Geld können sie nur kleine oder Amateurgruppen anwerben, aber die Vorführungen sind gut genug, um Publikum anzulocken. Leute aus den Nachbardörfern kommen mit Großeltern und Kindern auf Traktoren, Fahrrädern und von Pferden oder Eseln gezogenen Karren, um sich die Vorführungen anzusehen. Für sie ist das einer der Höhepunkte des Jahres. In anderen Gegenden allerdings treffen Volksopern nicht auf so große Zuneigung. Lokale Regierungen haben Gruppen darstellender Künstler oft nicht genug unterstützt, da verarmte Regionen sich seit den 1980er Jahren vor allem auf die wirtschaftliche Entwicklung konzentrierten. Die Grundlage für die Entwicklung und Verbreitung der lokalen Opern – der Lebensstil der Menschen, Volksbrauchtum, Werte und ästhetische Ansichten – haben sich im Rahmen der sich schnell entwickelnden Wirtschaft und der sich dadurch verändernden Kultur gewandelt. Daher wird die Frage, wie man kulturelles Erbe in Zeiten schneller Entwicklungen schützen kann, immer kritischer. Einige lokale Regierungen haben ihre Verantwortung erkannt. Die Provinzen Sichuan und Yunnan haben begonnen, einige Operngruppen zu unterstützen, um sie und anderes Brauchtum am Leben zu halten. Ein guter Anfang aber bei weitem noch nicht ausreichend. (Im letzten Teil unserer Serie über Opern in China geben wir abschließend einen Überblick über die Entwicklung der modernen chinesischen Oper in den vergangenen 60 Jahren. Der Beitrag erscheint am Dienstag, den 26. August 2003.) (China Daily/Übersetzt von China.org.cn, 21 August 2003) |


