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german.china.org.cn | 20. 05. 2013

Die Tischtennis-Armada aus dem Reich der Mitte Exklusiv

Schlagwörter: Paris,Tischtennis,Weltmeisterschaft

von Wolfgang Kuhn, Beijing

Im Mixed-Wettbewerb schied das topgesetzte China-Duo Wang Liqin/Rao Jingwen im Halbfinale 1:4 gegen Lee Sangsu/Park Youngsook aus Südkorea aus und muss sich mit Bronze begnügen.

Die Tischtennis-Weltmeisterschaften in Paris kommen in ihre finale Phase – und man muss wohl kein Prophet sein, um auch diesmal chinesische Siege vorauszusagen. Tischtennis – oder Pingpang, wie es in China heißt – gilt nicht umsonst als Nationalsport, der nach wie vor ein Massenpublikum erreicht. Die größte Überraschung der letzten Tage ist wohl, dass die chinesische Goldserie bei diesen Weltmeisterschaften gerissen ist: Zum ersten Mal seit 2003 wird die Tischtennis-Großmacht nicht alle Titel bei einer Einzel-WM abräumen. Im Mixed-Wettbewerb schied das topgesetzte China-Duo Wang Liqin/Rao Jingwen im Halbfinale 1:4 gegen Lee Sangsu/Park Youngsook aus Südkorea aus und muss sich mit Bronze begnügen. Nach dem Sieg von Werner Schlager aus Österreich im Herren-Einzel 2003 - ebenfalls in Paris - hatte China bei den Individual-Weltmeisterschaften 2005, 2007, 2009 und 2011 jeweils alle fünf Titel abgeräumt.

Dabei ist die chinesische Übermacht historisch gesehen keine in Stein gemeißelte Tatsache. Erst 1904 hat der chinesische Schreibwarenhändler Wang Daoping zehn Tischtennis-Sets aus Japan nach China eingeführt. Er war selbst ein aktiver Liebhaber des Tischtennis und hat viel zur Verbreitung dieses Sports in China beigetragen. Doch bis zum Zweiten Weltkrieg kamen die besten Tischtennisspieler zunächst noch aus Ungarn, der Tschechoslowakei und Rumänien. Ab 1953 wurden die japanischen Spieler führend, die eine neue Grifftechnik entwickelt hatten. In den nächsten 30 Jahren kamen fast alle Weltmeister aus Asien, wobei sich die Vorherrschaft allmählich von Japan nach China verschob. Grund dafür war neben dem WM-Sieg von Rong Guotuan in Dortmund 1959 vor allem der Mannschaftstriumph zwei Jahre später gegen die bis dahin dominierenden Japaner bei der Heim-WM in Beijing. Dieser sensationelle Erfolg löste einen landesweiten Tischtennis-Boom aus; die Tischtennisspieler der chinesischen Mannschaft wurden wie Helden begrüßt und über Nacht Idole für die Jugend.

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