
Berühmter Anblick: Die "Drei Schluchten" sind auch auf der Rückseite des 10-Yuan-Scheins verewigt.
Der dritte Tag an Bord ist ein bittersüßes Erlebnis, denn zunächst muss man betrübt feststellen, dass die Reise viel zu schnell vergangen ist. Andererseits bleibt keine Zeit für Traurigkeit, denn am Morgen geht es gleich los, um den Drei-Schluchten-Staudamm zu besichtigen. In der Nacht hat die Paragon die beeindruckende Schiffschleuse passiert, die man jetzt über eine Brücke auch von oben sehen kann. Der Staudamm selbst mag zwar gewaltig sein – die Staumauer ist 185 Meter hoch und 2309 Meter lang – doch von der Aussichtsplattform aus wirkt sie wenig beeindruckend. Aber das hier ist schließlich keine Touristenattraktion, sondern ein Kraftwerk, und als solches leistet es Erstaunliches: Jährlich können hier bis zu 84 Terawattstunden (= 84 Milliarden kWh) Energie produziert werden. Das entspricht der Verstromung von jährlich 168 Millionen Tonnen Kohle bei einem angenommenen Wirkungsgrad von 50 Prozent.
Nach der Besichtigung legt die Paragon noch einmal ab, um die Xiling-Schlucht zu durchfahren, bei der sich die Schönheit der Landschaft noch einmal von ihrer ganzen Pracht zeigt. Das Szenario erinnert ein wenig an die Fjorde Norwegens, mit ihren zahlreichen versteckten Felsklippen war dies früher der gefährlichste Abschnitt. So mag der Drei-Schluchten-Damm das Landschaftsbild zwar für immer verändert haben, doch für den Hochwasserschutz sowie für die Schifffahrt hat er enorm viel gebracht. Letztendes hat auch ein Schiff wie die Paragon vom veränderten Flussbild profitieren können. Denn die Art und Weise, wie sich dieses Boot durch die Fluten des Jangtse bewegt, ist möglicherweise sogar die schönste Erfahrung während der Reise durch die Drei Schluchten: Keine Vibration, kein Ruck und keine Welle ist an Bord zu spüren, während sich das Schiff souverän durch das grüne Wasser pflügt. Das fühlt sich ein bisschen so an, als würde das eigene Haus auf einmal losfahren, ohne dass man etwas bemerken würde. Eine enorm engagierte Crew sowie viele Details wie fantasievoll gefaltete Handtücher, edle Badeartikel oder der fantastische Ausblick vom Sonnendeck runden eine fantastische Reise ab, die zu gewissen Zeiten besonders zu empfehlen ist, wie Ingo Koller abschließend verrät: "Ich würde sagen, die besten Reisezeiten sind April und Mai sowie September, Oktober bis Mitte November, da ist das Wetter einfach am besten."
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