Wann kommt die Sexualkunde an Chinas Schulen?

26.11.2015

An zunehmend mehr Hochschulen in China werden Sexualkundekurse angeboten. Wann der Sexualkundeunterricht an den Schulen im ganzen Land eingeführt wird, ist jedoch nach wie vor ungewiss. Das Thema wird kontrovers diskutiert.

Infolge der schnellen Wirtschaftsentwicklung und der zunehmenden Offenheit entstehen in China immer mehr neue Gedanken. Das Thema Sex gilt jedoch nach wie vor als Privatsache, über die nach traditioneller Auffassung nicht öffentlich diskutiert werden soll. An chinesischen Grund-, Mittel- und Hochschulen wird die Sexualerziehung im Großen und Ganzen ignoriert.

Allerdings gibt es an zunehmend mehr Hochschulen in China das Bestreben, die Studierenden im Unterricht über die AIDS-Prävention, vorehelichen Sex sowie die fachmännische Nutzung von Kondomen zu informieren. Nicht wenige Schulen haben schon solche Kurse eingeführt. An der Capital Normal University (CNU) in Beijing hat der Sexualkundeunterricht bereits eine Tradition von mehr als 20 Jahren.

Vielen Studierenden mangele es an Sexualkenntnissen, aber sie seien sehr neugierig und würden auf verschiedene Arten nach relevanten Informationen suchen, erklärt Zhang Meimei, die Leiterin des Forschungszentrums für Sexualkunde der Fakultät für Pädagogik an der CNU. Laut Zhang ist der Sexualkundeunterricht an der Uni bei den Studierenden seit Jahren sehr beliebt.

Zhang Beichuan, ein anderer Experte in diesem Bereich, befürwortet, dass mit dem Sexualkundeunterricht bereits an der Mittelschule oder sogar in der Grundschule begonnen wird statt erst an der Universität. Immer mehr Minderjährige würden mangels Kenntnissen an AIDS erkranken. Eltern, Schulen und die Gesellschaft müssten darüber nachdenken und dagegen Maßnahmen treffen, fordert Zhang.

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Quelle: people.cn

Schlagworte: Sexualkunde,China,Schulen