Der Elektro-Experte Exklusiv

13.05.2016
 

 

Bereits vor seiner Zeit in China war Schneider in zahlreiche Projekte involviert, so ist er beispielsweise der Co-Gründer der Lukas & Hoffmann Galerie in Berlin oder der Medien-Designfirma „thismedia“, die in China auch mit Architekturbüros wie URBANUS, MAD, oder OMA kooperierte: „Ich bin Designer und Consultant, und das auch sehr facettenreich, deshalb sind meine Arbeiten äußerst unterschiedlich; ich bezeichne mich daher gerne als “Creative Hybrid”, da es meine Arbeit am ehesten fasst. Was die Musik betrifft: Ich habe mich von frühester Kindheit an für elektronische Musik begeistert. Das geht zurück auf die Zeit, als ich 5 Jahre alt war und im Autoradio meines Vaters auf einer neu eröffneten Autobahn in den 70ern von Kraftwerk „Autobahn“ hörte. Ich hatte das Gefühl, die Zeit bleibt stehen und das Auto fängt an zu fliegen. Diese Initialzündung in Sachen elektronischer Musik hat mein Leben geprägt. Zu meinem 9. Geburtstag bekam ich dann meine erste LP mit elektronischer Musik, das war „Spiral“ von Vangelis, sehr kitschige Synthesizer-Musik. Schrittweise habe ich mich dann in diese Materie hineingearbeitet und immer einen Weg gefunden, mich als früher Teenager in die Clubs reinzuschleichen und diese Musikkultur live zu entdecken von Kraftwerk zu CAN, bis hin zu Gina X und so vielen anderen.“

Schließlich wurde Schneider, der u.a. an der Städelschule Frankfurt by Martin Kip-penberger Kunst studiert hat, auch ein gefragter DJ - wenn auch über Umwege und im Endeffekt sogar widerwillig: „Ich habe mir damals sehr viele Schrottplatten ge-kauft, aus denen ich interessante Musik machen wollte, dies war zunächst eher ein Kunst- als ein Musikprojekt. Das war obskure Filmmusik und Sachen, die sonst nie-mand gehört hat. Ein Freund hat mich dann eingeladen, zu einer Ausstellungseröffnung diese schreckliche Musik aufzulegen, daraus wurde eine Serie mit dem Namen ‚Aus gutem Grund selten gehörte Musik‘, mit der ich auch auf Tour gegangen bin. Ich habe mit einem Plattenspieler angefangen, das hat dann eine ziemlich unvorhergeseheneEigendynamik entwickelt. Allerdings habe ich die schreckliche Musik dann selber nicht mehr ausgehalten und schließlich Musik gespielt, die mich substanziell interessiert hat. Das haben die „Chicks on Speed“ aus München mitbekommen, die ja auch ein Hybrid aus Musik und Kunst waren. Die haben ein Festival organisiert und wollten mich als DJ. Das habe ich gemacht, und sehr plötzlich bekam ich von überall Buchungen. Das war in einer Zeit, in der man als DJ wirklich gutes Geld verdienen konnte. Ich habe das zuerst als Spaß empfunden und habe dann regelmäßig in Clubs aufgelegt. Ich habe in der Zeit auch angefangen, selbst Musik zu produzieren und in meine Sets Live-Sequenzen einzufügen. Das wurde schnell recht erfolgreicher, bis ich eines Nachts auf einem Dancefloor gespielt habe mit etwa 1.500 Leuten. In diesem Moment habe ich mir gedacht, dass ich gar kein DJ sein und damit auch meine Zeit nicht verschwenden will - und habe an dem Tag aufgehört aufzulegen und nur noch produziert.“

Schlagworte: Designer,Consultant,Markus M Schneider ,China, MMS ,Beijing,elektronische Musik

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