Akute Kriegsgefahr angesichts eskalierender Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang
von Li Jiacheng
Die Gefahr einer Eskalation der fragilen Situation auf der Koreanischen Halbinsel, wo sich am Wochenende zwei schwer berechenbare Kontrahenten vermutlich direkt gegenüberstehen werden, sollte nicht unterschätzt werden. China strebt weiterhin nach einer Denuklearisierung der Halbinsel.

Nordkorea bereitet sich auf den sechsten Test mit Atomwaffen und Interkontinentalraketen vor. Das Foto zeigt, dass zahlreiche Schützenpanzerwagen in die Stadt Pjöngjang rollen.
Seit mittlerweile drei Monaten ist die Situation auf der Koreanischen Halbinsel turbulent. Mit der Bombardierung Syriens durch den US-Präsidenten Donald Trump und dem Kurswechsel des US-Flugzeugträgers in Richtung der Halbinsel haben die Risiken für einen offenen Krieg einen neuen Höhepunkt erreicht.
Die Vereinigten Staaten orderten den nuklear angetriebenen Flugzeugträger USS Carl Vinson samt Begleitschiffen, der eigentlich von Singapur nach Australien fahren sollte, letzte Woche in den westlichen Pazifik, um ein Zeichen der Stärke gegen Pjöngjangs Nuklear- und Raketenprovokationen zu setzen.
Die Vereinigten Staaten haben bereits zwei Flugzeugträger– und zwei amphibische Kampfverbände („Strike Groups“) in die Nähe der koreanischen Halbinsel verlagert. Im Falle eines tatsächlichen Kriegsausbruchs wären diese Truppen die ersten Angreifer.
Innerhalb der internationalen Gemeinschaft hat die Verlagerung des Flugzeugträgers in Richtung der Halbinsel für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt. Angesichts der Unberechenbarkeit Trumps und des nordkoreanischen Führers Kim Jong-un ist die Öffentlichkeit gespalten, ob es sich bei der Aktion Washingtons um eine unilaterale Präventionsmaßnahme oder um routinemäßige Militärmanöver zur Abschreckung Pjöngjangs handelt.
Nordkorea ist für seine Unvorhersehbarkeit und unnachgiebige Position gegenüber Zwangsmaßnahmen bekannt. Das Land bereitet sich auf den sechsten Test mit Atomwaffen und Interkontinentalraketen vor, der nach Vermutungen am kommenden Samstag anlässlich des Geburtstags des verstorbenen Landesführers Kim Il-sung, am 25. April, dem 85. Gründungstag der Koreanischen Volksarmee, oder am 9. Mai zur Präsidentschaftswahl Südkoreas ausgeführt werden könnte.
Trumps Nordkoreapolitik unterscheidet sich mittlerweile sehr stark von der seines Vorgängers. Seine Regierung hat mehrfach für sich in Anspruch genommen, dass gegenüber Pjöngjangs Provokationen „alle Optionen auf dem Tisch liegen“. Damit ist auch der Einsatz von Streitkräften für Washington eine Möglichkeit.











