Unterwegs auf der „Neuen Seidenstraße“

Chinesischer Unternehmer bringt Aleppo-Seife nach China

09.05.2017

In den letzten Jahren haben immer mehr Chinesen die Olivenölseife aus Syrien schätzen gelernt. Manche sind sogar leidenschaftliche Sammler von lang gelagerter Aleppo-Seife geworden. In seinem Online-Shop bietet Li Aleppo-Seife der Marke „Al Andalus“ an, die sich sehr gut verkauft. Zusätzlich sucht er auch Zugang zu den Supermärkten und steht schon mit Walmart in Verhandlungen. Vielleicht kann man bald auch dort Aleppo-Seife bekommen.

Bei dem großen Bedarf boomt nicht nur Lis Importgeschäft, sondern auch der Handel mit minderwertiger, sogar gefälschter Aleppo-Seife auf dem Markt. Li bewahrt einige solche Exemplare in seinem Büro auf. Er möchte sie den Leuten zeigen und ihnen beibringen, die Echte von der Falschen zu unterscheiden. Er erzählte, man kann überall im Nahen Osten Olivenölseifen kaufen. Aber er bezieht seine Seife weiterhin nur aus Syrien. Sein derzeitiger Lieferant ist eine traditionelle syrische Seifensiederei, ein Familienbetrieb, der seit den 1950er Jahren existiert und nun von der zweiten Generation geführt wird. Das Einfuhrvolumen liegt bei jährlich einer Million Yuan.

 

Trotz des Krieges läuft der Seifenhandel gut

 

Vor dem Krieg setzte sein Lieferant Jahr für Jahr tausend Tonnen der grünlich-braunen Seifenblöcke auf dem europäischen Markt ab. In der Olivenerntezeit musste die Firma trotz einer großen Belegschaft auch noch viele Tagelöhner beschäftigen, um die hohe Nachfrage zu bedienen. Nach dem Bombenhagel ist es natürlich schwierig, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Vor dem Bürgerkrieg gab es in Aleppo mehr als tausend Seifensiedereien. Heute sind es nur noch wenige, die dem Bürgerkrieg trotzen können. Viele sind nach Tartus an der Mittelmeerküste geflohen, doch die traditionellen, handgefertigten Seifenformen mussten sie in Aleppo zurücklassen. Maschinen übernehmen nun deren Aufgabe.

 

Arbeiter in einer syrischen Seifensiederei

 

Obwohl der Krieg mit unverminderter Härte weitergeführt wird, hat Li seine Bestellungen immer pünktlich erhalten. „Die Container mit Seife wird erst in die syrische Hafenstadt Latakia geschafft, von dort geht der Transport per Schiff nach Tianjin, das dauert 28 bis 35 Tage. Die Transporte sind durch den Krieg nicht wesentlich erschwert worden“, berichtet er.

Seine Begeisterung über die Seife aus Aleppo teilt er gerne mit seinen Freunden und Kunden. „Ich handle mit alter, also lange gelagerter Seife. Sie muss fünf bis sieben Jahre getrocknet werden. Je länger die Seife gelagert wird, desto besser wird die Qualität. Aus diesem Grunde kaufen Franzosen gerne Aleppo-Seife in großer Stückzahl und lassen sie dann im Keller trocknen. Manchmal kann man den Trocknungsprozess sogar auf zehn Jahre verlängern“, erzählt Li. Vor Kurzem hat er die letzten 3000 Stücke sieben Jahre gelagerter Aleppo-Seife erworben. Zum Verkauf wäre ihm die Seife viel zu schade. Stattdessen zeigt er sie seinen Kunden als Anschauungsobjekt.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Neuen Seidenstraße,Aleppo-Seife , China,Syrien