Fußball-Kooperation

Immer mehr deutsche Vereine kommen nach China Exklusiv

28.03.2019

Markus Weidner, Bereichsleiter Internationale Beziehungen und Sportkooperationen, stellte eingangs den Club und die Stadt vor, und machte dabei klar, dass es nicht nur um Fußball gehe. Vielmehr verfolge der Club unter dem Slogan „Brücken bauen“ seine Internationalisierungsstrategie auch mit Hinblick auf ein besseres Verständnis der beiden Länder. Zu diesem Zweck wurde eine Übungs-App entwickelt, auf der Profis grundlegende Trainingsinhalte vorführen, sodass Kinder auf der ganzen Welt diese einfach erlernen können. Die Jugendausbildung bei der Eintracht, fügte der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Armin Kraaz hinzu, umfasse deshalb auch weit mehr als nur Fußball. Stattdessen würde auch viel Wert auf eine schulische Ausbildung gelegt, damit die Jugendlichen bei ausbleibendem Erfolg „nicht mit leeren Händen dastehen.“ Trotzdem, machte Weidner klar, solle die Kooperation mit China natürlich auch ein Baustein sein, um Präsident Xi Jinpings drei-teilige Vision zu verwirklichen, der vorgab, dass China zunächst an einer Fußball-WM teilnehmen, diese irgendwann selbst ausrichten und dann auch gewinnen solle.


Eintracht Frankfurt ist bereits präsent in Chinas sozialen Netzwerken (Foto von Ole Engelhardt) 


Nicolai Adam, sportlicher Leiter für internationale Projekte bei Frankfurt, betonte wie wichtig es sei, dass ein Club bei der Ausbildung von Jugendlichen zum einen anfangs nur die wenigen wirklichen Talente auswähle und dann während der Ausbildung eine klare Spielphilosophie verfolge. Die Spielphilosophie der Eintracht verdeutlichte er in der Folge anhand ausgewählter Videos. Von Anfang an sei es wichtig, die Jugendlichen anhand dieser Kriterien auszubilden und dabei altersgerecht vorzugehen. Denn, so Adam, „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.“ Wu Jinghui,  Sportleiter des Shanghai Greenland Shenghua Clubs, erinnerte sich in seinem Vortrag an seine Zeit an der Kölner Sporthochschule zurück, von der ihm im Gedächtnis blieb, dass sich der deutsche Fußball pausenlos verändere. Obwohl er schon sehr erfolgreich sei, bliebe er nie stehen, sondern sei ständig dabei, sich weiterzuentwickeln. Dies sei eine der vielen Lektionen, die China von Deutschland lernen könne.


Außerdem rieten die deutschen Experten basierend auf ihren Erfahrungen China dazu, noch klarer nach Altersklassen zu unterscheiden und Jahrgänge nicht zu mischen. Ansonsten sei eine objektive Einschätzung des Talents sehr schwierig, so Adam. Kraaz empfahl, dass China mehr Geld in den Jugendbereich investiere als wie aktuell in den Profibereich, wo oftmals ausländische Starspieler und –Trainer verpflichtet würden. Chinas ehemaliger Nationaltrainer und aktueller Präsident der Shanghai Football Association Zhu Guanghu merkte zudem an, dass es China noch an Fußballplätzen fehle. Dadurch gebe es zu wenig Raum für die Jugendlichen, um ihre Begeisterung und Fähigkeiten zu entwickeln.


Wu Lei vom RCD Espaniol feiert nach dem dritten Treffer seines Teams in dem Match La Liga gegen Real Valladolid im RCDE-Stadion im spanischen Barcelon am 2. März. (Foto von Getty Image)


Ein aktuelles Erfolgsbeispiel für die chinesischen Kinder lieferte jüngst Wu Lei in der spanischen Liga. Der chinesische Stürmer traf dort Anfang März zum 3:1-Endstand für sein Team Espanyol Barcelona und erzielte damit das erste Tor eines Chinesen in einer der Top-5-Ligen Europas seit 3731 Tagen.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,deutsche Vereine,Fußball, Frankfort Eintracht