Der Weg zurück

Erfahrungsbericht von der Rückreise nach Beijing Exklusiv

26.03.2020

Ankunft am Flughafen Beijing Capital


Bei der Ankunft am Flughafen Beijing Capital präsentierte sich ein ungewohntes Bild: der Hauptstadt-Flughafen ohne große Menschenmengen. So konnte ich mich gemütlich in die Ankunftshalle bewegen, dort noch Einkäufe erledigen und mich dann für den Bus ins Shunyi Exhibition Centre anmelden. Dort nämlich werden alle Neuankömmlinge versammelt, um sie dann auf die Hotels in ihren Wohnbezirken zu verteilen.


In perfektem Englisch begrüßte mich in Shunyi ein gutgelaunter „xiaogege“ (auf Deutsch etwa: „kleiner großer Bruder“) und bat mich, aus einer kleinen Auswahl mein Hotel auszuwählen, in dem ich meine zweiwöchige Quarantäne ableisten würde. Er und seine stets freundlichen Kollegen arbeiten häufig in 12-Stunden-Schichten in dem Zentrum, um die Ankunft für uns „Neue“ möglichst herzlich und reibungsloszu gestalten. „Xiao gege“ und seine Kollegen sind Mitglieder aus Bezirkseinheiten der Kommunistischen Partei Chinas in Beijing. Sie sind mit vollem Herz dabei und leisten dadurch einen nicht zu unterschätzenden Beitrag in der Virus-Bekämpfung, wie eine Mitreisende später im Bus auf dem Weg ins Hotel unter Tränen gerührt bekräftigte.


Der „kleine große Bruder“ im Shunyi Exhibition Centre


Der Empfang im Hotel verlief ebenfalls sehr herzlich und unkompliziert. Nach einer kurzen Erklärung der Abläufe – so gilt es zum Beispiel jeden Tag zweimal seine Körpertemperatur mitzuteilen – wurde mir mein Zimmerschlüssel überreicht. Es war ein komisches Gefühl, die Tür aufzumachen und zu wissen, dass sie für die nächsten zwei Wochen geschlossen bleiben würde. Doch das warmherzige Personal und die „Mitbewohner“ in den anderen Zimmern lassen einen die Einsamkeit schnell vergessen. In der eigens dafür eingerichteten Wechat-Gruppe für unser Hotel wird sich durch witzige Konversationen die Zeit vertrieben. Wenn sich der Hunger bemerkbar macht, steht einem das Menü des Hotels oder die reiche Auswahl der „Waimai“-Apps (für Essenlieferungen) zur Verfügung. Man spürt, dass es immer jemanden gibt, der sich um einen kümmert. Und auch wir selbst kümmern uns durch unsere Isolation um das Wohl der anderen. Schon nach kurzer Zeit in der Quarantäne weiß ich deshalb:


Ja, ich bin zwei Wochen allein, doch einsam bin ich nie.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Beijing,Quarantäne,Flug,Coronavirus