Eine Realität
Die Vertiefung der Industriekooperation zwischen China und Deutschland Exklusiv
Wie sieht die Zukunft für die Kooperation aus?
Im April 2025 unterzeichneten China und die EU ein Memorandum of Understanding über grüne Technologiekooperation mit einem Kapitaleinsatz von 15 Milliarden Euro über drei Jahre für Wasserstoff-Energie, Carbon Capture Storage und andere Bereiche. Auch Deutschland wird davon profitieren.
Trotz zeitweiser Probleme bleibt auch der offizielle wirtschaftliche Dialog zwischen China und Deutschland aktiv. Die letzte Sitzung des „Ranghohen Chinesisch-Deutschen Finanzdialogs“ im November 2025 in Beijing betonte die Verstärkung der zukünftigen Zusammenarbeit. Im Finanzsektor erzielten beide Seiten mehrere Konsense. Durch den 2026 startenden 15. Fünfjahresplan werden sich für deutsche Unternehmen viele Kooperationsmöglichkeiten in zukunftsorientierten Feldern ergeben.
Die jüngste Geschäftsklimaumfrage der Deutschen Handelskammer in China vom Dezember 2025 zeigt, dass 56 Prozent der in China vertretenen deutschen Unternehmen eine verstärkte Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern erwägen. Ziele sind dabei, Know-how als Katalysator zu nutzen und das Geschäft in China auszubauen. Qualitative Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen sowie eine Welle der Lokalisierung, die sich auf Forschung und Entwicklung und deren rasche Umsetzung in Produkte konzentriert, sind zu zentralen Lösungsansätzen für deutsche Unternehmen in China geworden.
Eine bemerkenswert hohe Anzahl der Befragten (75 Prozent) sagt, dass die Beziehungen zwischen China und der EU beziehungsweise Deutschland ihr China-Geschäft beeinflussen. 34 Prozent geben an, dass gute Beziehungen eine gute Grundlage für ihre operativen Geschäfte sind. Gleichzeitig ist die Verbesserung des China-Bildes in Deutschland die relevanteste Erwartung an die deutsche Bundesregierung (64 Prozent).
Kooperation bringt für beide Seiten viele Vorteile. Gerade wenn man so stark vernetzt ist und gegenseitige Abhängigkeiten bezüglich Marktzugängen und Rohstofflieferungen bestehen, sollte man doch versuchen - sagt der wirtschaftliche Hausverstand - die Beziehungen möglichst reibungslos zu gestalten und vor allem wirtschaftliche Probleme nicht mit anderen Themen und ideologischen Filtern zu überfrachten.

*Die Meinung des Artikels spiegelt die Position unserer Webseite nicht notwendigerweise wider.
Der Autor Robert Fitzthum, Jahrgang 1951, studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien und arbeitete als IT-Manager in österreichischen Banken sowie als selbstständiger Unternehmensberater. Er lebt seit 2013 als Schriftsteller in China. Er schrieb „China verstehen” (Promedia-Verlag, 2018) und „Erfolgreiches China” (Goldegg- Verlag, 2021). „Chinas ‚Neue Reise‘: Sozialistische Modernisierung und die Bedeutung der Volksdemokratie” erscheint 2025.













