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Militärgewalt

US-Invasion bringt Lateinamerika in Aufruhr

german.china.org.cn  |  
05.01.2026

Das Jahr 2026 hat mit einem Paukenschlag begonnen! Die illegale Invasion der USA in Venezuela und die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie seiner Ehefrau Cilia Flores aufgrund bisher substanzloser und konstruierter Anschuldigungen sind symptomatisch für die Monroe-Doktrin der USA von 1823 – eine nach dem ehemaligen Präsidenten James Monroe benannte Außenpolitik, die Lateinamerika als exklusive US-Einflusssphäre betrachtete – und erinnern an die frühere US-Kanonenbootdiplomatie, mit der europäische Mächte aufgefordert wurden, sich aus Amerika fernzuhalten.

Die US-Intervention in Venezuela und wahrscheinliche weitere in der Region wurden in der am 4. Dezember veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) 2025 von US-Präsident Donald Trump deutlich artikuliert, die eine sogenannte „Trump-Folgerung“ zur Monroe-Doktrin etablierte. Die NSS behauptet, die USA müssten „in der westlichen Hemisphäre vorherrschend sein als Voraussetzung für unsere Sicherheit und unseren Wohlstand“, was es den USA erlaube, „selbstbewusst dort und dann aufzutreten, wo und wann es notwendig ist.“

Das NSS-Rahmenwerk priorisiert mehrere relevante Ziele: Kontrolle kritischer Lieferketten, Sicherung des fortgesetzten Zugangs zu strategischen Schlüsselpunkten, Verhinderung „feindlicher ausländischer Einmischung“, Bekämpfung von Drogenkartellen, die – ohne Beweise – als terroristische Organisationen eingestuft wurden, Eindämmung „illegaler und destabilisierender Migration“ sowie Zurückdrängung chinesischen und russischen Einflusses in der Region.

Die NSS-Strategie prahlt damit, dass „das jedem anderen Land der Welt überlegene Militärsystem“ genutzt werde, um Zugang zu den Energie- und Mineralressourcen der Region zu erlangen.

Dies stellt eine seismische Verschiebung dar. Frühere US-Regierungen stützten sich generell auf Abkommen, Anreize und gelegentliche Zwangsmaßnahmen. Nun scheint der Schwerpunkt auf direkter Dominanz durch Militärgewalt, Zollkriege und Interventionen ohne Rücksicht auf das Völkerrecht zu liegen.

Wird die US-Regierung bei Venezuela haltmachen? Die Invasion der USA in einen souveränen Staat hat das Völkerrecht verletzt und auch andere lateinamerikanische Länder gefährdet. Der US-Präsident hat bereits Warnungen an weitere Länder wie etwa Kuba gesendet.

Kuba stellt ein wahrscheinliches Ziel dar. Kubas langjähriges angespanntes Verhältnis zu den USA, seine enge Allianz mit Venezuela und Nicaragua sowie seine Unterstützung für Maduros Regime liefern klare Motive für ein US-Eingreifen.

Der benachbarte kolumbianische Präsident Gustavo Petro kündigte an, Sicherheitskräfte entlang der Grenze zu stationieren, um auf einen möglichen Flüchtlingszustrom zu reagieren. Petro verurteilte den Angriff als Aggression gegen Venezuela und Lateinamerika und forderte Deeskalation.

Römische Kaiser nutzten Brot und Spiele, um von politischen Misserfolgen und Fehlschlägen abzulenken. Moderne Politiker haben oft Kriege eingesetzt, um von ihren eigenen Schwächen abzulenken – die sogenannte  „Wag-the-Dog“-Strategie. Da der innenpolitische Widerstand im Vorfeld der Kongress-, Bundesstaats- und Kommunalwahlen im November wächst, könnte die US-Regierung gerade beginnen, sich eine Seite aus diesem strategischen Spielbuch zu borgen.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Lateinamerika,Venezuela,USA,Maduro,Trump