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| 17. 02. 2015 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Vor kurzem gibt es viele Schlagzeilen in deutschen Medien, dass Chinesen deutschen Babys Milchpulver weggekauft haben. Grund dafür soll die wachsende Nachfrage aus China wegen des bevorstehenden chinesischen Frühlingsfestes sein. Aber geht es dabei um die Wahrheit oder eher um eine Werbekampagne?
Der Auslöser war ein Bericht von derWesten.de am 30. Januar. Demnach soll eine Verkäuferin eines Essener DM-Markts einen jungen Vater aus China abgewiesen haben, der Milchpulver kaufen wollte. Die Freunde des Vaters hätten sich bei der Redaktion über die Diskriminierung beschwert. Diese Nachricht entfachte jedoch keine Debatte über ungerechte Behandlung, sondern eher Berichte in deutschen Medien darüber, dass Chinesen Milchpulver in deutschen Märkten weggekauft hätten. "Deutsche Eltern können ihre Babys nicht mehr stillen", so die Berichte.
Der Titel eines am 4. Februar auf Bild.de erscheinenden Artikels heißt beispielsweise "Regale geplündert: Schon wieder! Chinesen trinken Frankfurts Babys die Milch weg!". Ähnliche Berichte sah man daraufhin auch bei Spiegel, Fokus, der Süddeutschen Zeitung usw. Grund dafür soll sein, dass die Chinesen wegen des Skandals über das von Melamin verseuchte Milchpulver im Jahr 2008 das Vertrauen an die inländischen Marken verloren hätten und sich immer mehr an die ausländischen Molkereien wenden würden. Die deutschen Produkte sollen unter den Chinesen seit langem einen guten Ruf genießen und werden darüber hinaus in Deutschland viel billiger als in der Volksrepublik angeboten. Zum Frühlingsfest, dem chinesischen Neujahr, wird Trockenmilch als "beliebtes Geschenk" betrachtet. Diese führen zum Kaufrausch der Chinesen, so die deutschen Medien.
Foto von Bild.de am 4. Feb. 2015. In den Regalen fehlt nur die Trockenmilch von Milupa.
Nachricht oder Werbung?
Wer die Berichte genauer unter die Lupe nimmt, kann auch etwas Neues entdecken. Die Knappheit des Milchpulvers scheint sich lediglich auf die Marken "Aptamil" und "Milumi" des Herstellers "Milupa" zu beschränken. Diese haben fast alle Medien in ihren Artikeln betont. Auch die Bilder, die in den Artikeln beigefügt wurden, zeigen, dass die Produkte anderer Marken, wie zum Beispiel die von Hipp, dem Marktführer für Babynahrung in Deutschland, noch in ziemlich großer Menge vorhanden sind, während die Regale von Milupa "ausgeplündert" worden sind. Jedoch repräsentiert allein der Milchindustrieverband rund 100 deutsche Mitgliederunternehmen, die in der Milchbranche tätig sind. Es stellt sich also die Frage, warum die anderen Marken noch zu ergattern sind? Wie wird die "Panik" in Deutschland denn ausgelöst, wenn nur die Trockenmilch von Milupa weggekauft wurde? Sind alle "wütenden Mütter" Anhänger dieses Unternehmens, deren Kinder ansonsten "Bauchweh" hätten?
Quelle: german.china.org.cn
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