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04. 02. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Angeklagter Beamter weist Anschuldigungen über Mafia-Verbindungen zurück

Wen Qiang, ehemaliger Direktor der Chongqinger Rechtsbehörde und stellvertretender Leiter der Polizei, steht seit Dienstag mit vier weiteren Polizeibeamten wegen Verdachts auf den Schutz von Mafia-ähnlichen Gangs, Bestechung und Vergewaltigung vor Gericht. Wen weist die Anschuldigungen zurück.

Wen Qiang, ehemaliger Direktor der Chongqinger Rechtsbehörde und stellvertretender Leiter der Polizei, steht seit Dienstag mit vier weiteren Polizeibeamten wegen Verdachts auf den Schutz von Mafia-ähnlichen Gangs, Bestechung und Vergewaltigung vor Gericht. Wen, Berichten zufolge "der ranghöchste Gang-Schützer" in Chongqing, war vergangenen August im Rahmen der radikalen Kampagne gegen organisiertes Verbrechen festgenommen worden. Behörden nahmen Tausende Verdächtige und 200 Beamte fest, die unter dem Verdacht stehen, Verbrechen von organisierten Gangs geschützt zu haben.

Der Fall hat große Aufmerksamkeit unter der Bevölkerung auf sich gezogen, und eine riesige Gruppe von Bewohnern versammelte sich vor dem Chongqinger Mittleren Volksgericht Nr. 5, als der viertägige Prozess am Dienstag eröffnet wurde. Wen wird beschuldigt, selbst oder über seine Ehefrau Bestechungsgelder in Höhe von 15,46 Millionen Yuan, oder rund 1,55 Millionen Euro, angenommen zu haben. Des Weiteren wird er wegen Vergewaltigung, des Schutzes von Gangs und des Besitzes von 10,62 Millionen Yuan mit unbekannter Quelle angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, als Gegenleistung zu den Bestechungsgeldern habe Wen Verbrechern dazu verholfen, polizeilichen Untersuchungen zu entgehen. Ihm wird außerdem vorgeworfen, acht Polizeibeamten zu Beförderungen verholfen zu haben, Kandidaten von der Polizeischule Posten beschafft zu haben und Bauunternehmern Aufträge zugespielt zu haben. Wen steht außerdem unter Verdacht, in seiner Rolle als stellvertretender Direktor der Polizeibehörde Chongqing sechs Mafia-ähnliche Gangs gedeckt zu haben.

Wen wies am Dienstag vor Gericht die Anschuldigungen zurück, Bestechungsgelder entgegengenommen zu haben und erklärte, er habe keine Gangs geschützt oder eine Vergewaltigung begangen. "Ich habe niemals meine Position missbraucht, um Gewinn zu machen", so er, wenn er auch zugab, Geld, das andere Leute ihm angeboten hatten, angenommen zu haben. Wen gab an, das meiste des Geldes, das ihm oder seiner Ehefrau gegeben worden war, sei ein Geschenk zu seinem Geburtstag oder zum Frühlingsfest gewesen.

Wen, der im August verhaftet worden war, erklärte, er habe geglaubt, dass die Gang-Bosse Geschäftsleute gewesen seien, und keine Kriminellen, und er habe nichts von illegalen Geschäften gewusst, die diese betrieben. Er gab zu, dass er von vier "Gang-Bossen" – Wang Xiaojun, Yue Ning, Ma Dang und Gong Gangmo – Geld angenommen hatte, aber bestritt, dass er seine Macht zu deren Schutz oder zu ihrer Bewahrung vor polizeilichen Untersuchungen missbraucht habe.

In der Anklageschrift des Gerichts hieß es, Wen habe 786.536 Yuan an Bestechungsgeldern von sechs Gang-Bossen angenommen, die alle während der Kampagne gegen Gangs angeklagt oder überführt worden seien. Bei den Gang-Bossen handele es sich der Staatsanwaltschaft zufolge um Xie Caiping (Wen's Schwägerin), Ma Dang, Wang Tianlun, Yue Ning, Gong Gangmo und Wang Xiaojun. Die meisten der Gangs betrieben Spielhöllen, waren an Kredithai-Geschäften beteiligt oder an Clubs, die Drogendealer und Prostituierte beherbergten. Die Staatsanwaltschaft erklärte vor Gericht, dass die Verhandlung über die Anschuldigung der Vergewaltigung gegen Wen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden werde, um die Privatsphäre des Opfers zu wahren.

Neben Wen's 57 Jahre alter Ehefrau, Zhou Xiaoya, stehen auch drei ranghohe Polizisten seit Dienstag vor Gericht. Die Beamten werden beschuldigt, mehrere Millionen Yuan Bestechungsgelder an Wen gezahlt zu haben, um befördert zu werden. Es handelt sich um Huang Daiqiang, 48, ehemaliger stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei der städtischen Polizeibehörde, um Chen Tao, 48, stellvertretender Leiter der städtischen Polizeiabteilung für öffentliche Sicherheit und um Zhao Liming, 50, stellvertretender Leiter der städtischen Polizeiabteilung für Verkehrssicherheit, die sich ebenfalls wegen des Schutzes von Gangs und anderer Verbrechen verantworten müssen.

Unterdessen wurde vor Gericht angegeben, dass Huang an Wen 183.000 Yuan und eine Omega-Uhr im Wert von 12.000 Yuan als Bestechung gegeben habe. Er wird ebenfalls der Vergewaltigung, des Schutzes von Gangs, der Annahme von Bestechungsgeldern und der Geldwäscherei beschuldigt.

Chen wird verdächtigt, Bestechungsgeld in Höhe von 465.000 Yuan an Wen gegeben zu haben. Er wird außerdem wegen Vergewaltigung, Schutzes von Gangs und der Annahme von Bestechungsgeldern angeklagt.

Zhao wird beschuldigt, 270.000 Yuan und ein chinesisches Gemälde im Wert von 3,64 Millionen Yuan als Bestechung an Wen gegeben zu haben. Er wird außerdem wegen Korruption, des Schutzes von Gangs und der Annahme von Bestechungsgeldern angeklagt.

Quelle: China Daily

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