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04. 08. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Beijinger "Katzenfrau" fordert Tierschutzgesetze

Oma Ding Shiying hat mehr als 200 Hunde und Katzen, die in ihrem 160-Qudratmeter-Hofhaus in Beijing leben. "Wir brauchen Gesetze, die Menschen für das Misshandeln und Aussetzen von Tieren bestrafen", meint Ding.

Ding Shiying, 81, füttert Katzen in ihrem Beijinger Zuhause.

Oma Ding Shiying hat mehr als 200 "Kinder". Es sind Hunde und Katzen, die in ihrem 160-Qudratmeter-Hofhaus in Beijing leben. Die Hunde springen fröhlich und schwanzwedelnd an den Besuchern hoch. "Keine Angst, sie sagen nur Hallo", erklärt sie lachend und weist den Weg in ihr Schlafzimmer, den einzigen Ort, wo Gäste sich hinsetzen können. Eine weiße Katze liegt auf dem Bett, die Fremde indifferent mustert; eine gelbliche knabbert am Tisch, eine schwarz-weiße streckt sich auf dem Boden aus.

Die 81-jährige Ding sieht vital aus, als sie in einem weißen Hemd mit blauem Blumenmuster und schwarzen Baumwollhosen herüberkommt. "Ich bin kerngesund. Die da halten mich jeden Tag fit", sagt sie und zeigt dabei auf den Raum voller Tiere. Bereits 1973 hat sie damit begonnen, Hunde und Katzen aufzunehmen, als sie Ärztin im Krankenhaus auf dem Campus der Beijinger Normaluniversität war. "Erst waren es nur zwei oder drei, aber jetzt gibt es etwa 200", erzählt sie. Ein Hündin zu ihren Füßen wacht auf und gähnt.

"Dieser Schatz hier wurde vor drei Jahren ausgesetzt. Ich habe sie von der Straße aufgelesen, aber sie hatte bald ein Problem mit der Wirbelsäule. Ärzte haben mir zum Einschläfern geraten, aber ich habe sie behandelt und nun ist sie so gesund wie die anderen", sagt Ding. Sie erinnert sich an alle Geschichten: den einmonatigen Pudel, der lebendig begraben worden war; die dünne schwarze Katze, die erblindete und vor ein paar Tagen ausgesetzt wurde; die weiße Welpe, die sie mit Fliegen und Maden infiziert vorfand. Ein paar überlebten nicht. "Einmal bekam ich einen blinden Hund, der mit Schnittwunden übersät war. Ich versuchte mein Bestes, aber es ging daneben", erinnert sich Ding.

Nach vielen Jahren der Pflege und Aufzucht herrenloser Hunde und Katzen versteht Ding etwas vom menschlichen Fehlverhalten gegenüber Tieren – ein Mann wollte ihr seine Katze geben, weil seine Frau schwanger war oder Eltern riefen an, deren Kinder ihrer Welpen überdrüssig waren. "Genau wie Kinder sind Tiere doch auch Lebewesen. Warum sollten Menschen sich nur um ein Leben kümmern – auf Kosten des anderen?" fragt Ding ärgerlich.

Sie bewahrt einen Zeitungsartikel über 18-jährigen Studenten auf, der in den USA zu 5000 US-Dollar Geldstrafe und einem sechsmonatigen Gefängnis verurteilt wurde, weil er 19 Katzen getötet hat. "Wir brauchen Gesetze, die Menschen für das Misshandeln und Aussetzen von Tieren bestrafen", meint Ding. Sie teilt die Ansicht von Sun Jiang, ein Experte für Tierwohlfahrt an der Nordwestuniversität für Politik und Recht in Xi'an, Hauptstadt der nordwestchinesischen Provinz Shaanxi.

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Quelle: Shanghai Daily

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