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13. 01. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Naturschutz

Umweltzerstörung im Changbai-Gebirge

Schwacher Einfluss der Changbaishan-Akademie der Wissenschaften

Aufzuchtstation des Chinesischen Braunfrosches im Naturschutzgebiet Changbai

Laut Aussage von Shen, ist der Großteil der Umweltzerstörung auf das Fehlen eines Umweltbewertungssystems seitens wissenschaftlicher Forscher zurückzuführen.

De facto ist ein spezielles Forschungsinstitut, das der Verwaltung des Naturschutzgebietes untersteht und im Juli 2006 zur Changbaishan Akademie der Wissenschaften erweitert wurde, für wissenschaftliche Analysen zum Schutz und zur Entwicklung der Changbai-Bergregion verantwortlich.

Shen ist jedoch der Auffassung, dass diese neu gegründete Akademie nur wenig Einfluss ausübt. Denn die wissenschaftliche Forschungsarbeit dort ist wenig tiefgründig und nur wenige Mitarbeiter befassen sich mit den eigentlichen Prioritäten.

Momentan wird dort keine Forschungsarbeit geleistet, sogar wenn ein Antrag dafür vorliegt. Fordern die zuständige Abteilungen Ergebnisse an, erstellen die Mitarbeiter lediglich einen Bericht auf Basis älterer Daten, berichtet ein Mitarbeiter der Akademie.

Außerdem existieren Probleme im Verwaltungsablauf. Vor nicht allzu langer Zeit führte ein Experte eine Untersuchung hinsichtlich der Anzahl der Tierarten durch. Vor Abschluss des Berichts beklagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Verwaltungskomitees die zu geringe Anzahl der Tierarten, so dass das Image des Naturschutzgebietes angeblich davon betroffen sei. Am Ende musste der Experte die Daten überarbeiten, um es seinem Chef Recht zu machen.

Im Jahr 2006 führte ein neues Projekt zur Aussetzung von Karpfeneiern und Karauschelaich im Wert von mehreren Tausend Yuan in den kleinen Tianchi-See im Changbai-Gebirge. Diese Aktion gefährdete die bestehende Population des Sibirischen Winkelzahnmolches (Salamandrella keyserlingi), einer vom Aussterben bedrohten Fischart aus dem Zeitalter der Dinosaurier. Zwei Jahre später erkannten die zuständigen Behörden die Tragweite ihrer Handlung und versuchten die ausgesetzten Fische wieder einzufangen. Es wurden bis zu 1,2 Kilogramm schwere Karausche gefangen, aber es zeigte sich kein einziger Sibirischer Winkelzahnmolch.

Im Changbai-Gebirge wird die Wissenschaft nicht zum Schutz der Wälder eingesetzt. Stattdessen existieren Berichte darüber, dass die Forschungseinrichtung in kommerzielle Aktivitäten unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung verwickelt sei.

Im Jahr 2007 gründete die Akademie die "Boshuo Science & Technology Development Co., Ltd.". Die eigenen Vorstände wurden zum Präsidenten und dessen Mitarbeitern erklärt. Auf drei Landstrichen wurden zu Forschungszwecken für den Verkauf und den Export bestimmte Feldfrüchte in Gestalt von Sojabohnen angepflanzt. Im Auftrag der Forschung fing man auch den wilden Chinesischen Braunfrosch (Rana Chensinensis).

Der Chinesische Braunfrosch, der auf der Liste der geschützten Tiere unter der Klasse "B" eingestuft wird, ist für das Waldökosystem von essentieller Bedeutung. Doch aufgrund seiner Verwendung in der Medizin wurde diese Froschart in großem Umfang getötet und verkauft.

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Quelle: China Youth Daily

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